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Energieautarkes Wüstenrot

Energieautark 2020

Wüstenrot stellt um - und alle profitieren

  • 3D-Modell der Gemeinde Wüstenrot

    Dreidimensionales Modell der Gemeinde Wüstenrot
    Quelle: HFT Stuttgart

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  • Vollbesetzte Stuhlreihen am Energietag in Wüstenrot

    Vollbesetzte Stuhlreihen beim 5. Energietag in Wüstenrot im November 2013.
    Quelle: Gemeinde Wüstenrot

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  • Auf dem Dach installierte Fotovoltaikanlage

    Auf dem Dach des Bauhofs installierte Fotovoltaikanlage
    Quelle: HFT Stuttgart

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  • Vollansicht Spezialtraktor

    Vollansicht Spezialtraktor
    Quelle: HFT Stuttgart

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  • Verlegen von Leitungen

    Agrothermie-Leitungen werden verlegt.
    Quelle: Fa. Doppelacker

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  • Traktor zieht Ackerfurche

    Der Traktor beim Verlegen der Leitungen auf dem Acker.
    Quelle: HFT Stuttgart

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  • Agrothermie-Leitungen

    Agrothermie-Leitungen
    Quelle: HFT Stuttgart

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  • Baustelle Plusenergie-Mustersiedlung „Vordere Viehweide"

    Baustelle Plusenergie-Mustersiedlung „Vordere Viehweide"
    Quelle: HFT Stuttgart

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  • Haus in der Plusenergie-Mustersiedlung

    Ungarische Delegation vor Haus in der Plusenergie-Mustersiedlung
    Quelle: HFT Stuttgart

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Im Jahr 2009 beschloss die Gemeinde Wüstenrot, bis 2020 energieautark zu werden. Ein ehrgeiziges Ziel. Von der Umsetzung können andere Gemeinden schon jetzt lernen.

"Die Idee kam aus der Gemeinde", sagt Thomas Löffelhardt, technischer Leiter des Fachbereiches Bauen und Energie in Wüstenrot. Im Jahr 2009 folgte der Entschluss: Gemeinderat und Gemeindeverwaltung entschieden, die Kommune energieautark zu machen. Die 6.600 Einwohner der Gemeinde zwischen Heilbronn und Schwäbisch Hall werden sich in ein wenigen Jahren komplett selbst mit Energie versorgen können.

Im ersten Schritt übernahm die regionale "Energieversorgung Mainhardt Wüstenrot" (emw) 2012 das Stromnetz von der EnBW. Der zweite wichtige Schritt auf dem Weg zur Unabhängigkeit war der Bau der Siedlung "Vordere Viehweide": Die Energie für die Plusenergie-Reihen- und Einfamilienhäuser wird vor Ort gewonnen. Dieses Konzept ist beliebt. "Es sind mittlerweile sämtliche Plätze im Baugebiet „Vordere Viehweide“ verkauft bzw. stehen kurz davor.", berichtet Löffelhardt. 

Der Acker heizt die Wohnung

Eine wichtige Energiequelle für die Mustersiedlung ist die sogenannte Agrothermie, bei der Leitungen in zwei Metern Tiefe ins Feld eingepflügt wurden. Sie führen ein Wasser-Glykol-Gemisch, das die Niedrigtemperaturwärme der Erde aufnimmt und die Wohnhäuser über Wärmepumpen mit Wärme und Kälte versorgt. Oberhalb der Leitungen kann der Acker ganz normal bewirtschaftet werden. Ein virtuelles Kraftwerk analysiert die Energieflüsse in der Siedlung und steuert die Einspeisung von Solarenergie in Stromspeicher oder in das gemeindeeigene Netz.

Die Wissenschaft begleitet

"Die Plusenergie-Siedlung ist ein Meilenstein hin zur unabhängigen Energieversorgung", sagt Dr. Dirk Pietruschka, wissenschaftlicher Leiter des Projekts. Pietruschka ist Geschäftsführer des Forschungszentrums für Nachhaltige Energietechnik an der Hochschule für Technik (HFT) Stuttgart. Hier wird das Projekt koordiniert, an dem neben weiteren Forschungseinrichtungen auch Unternehmen mitwirken, zum Beispiel die Firma Doppelacker, die die spezielle Agrothermie-Verlegemethode entwickelte.

Die Gemeinde stellt um

Auch bestehende Gebäude der Gemeinde werden optimiert. Anhand eines 3D-Modells ermitteln die Wissenschaftler den baulichen Zustand, den Energieverbrauch und die Potenziale des Gebäudebestands: Wie können erneuerbare Energien hier genutzt werden? Wo lohnen sich Photovoltaikanlagen? Dann entwickeln sie Strategien, wie dieses Potenzial am besten genutzt und die Energieeffizienz gesteigert werden kann. Mithilfe von Simulationen wird die Belastbarkeit des Stromnetzes für unterschiedliche Ausbauszenarien untersucht und Schwachstellen lokalisiert. Es werden notwendige Netzausbauszenarien und der Bedarf an intelligenten Netz- und Verbrauchssteuerungen ermittelt. Auch das Potenzial der Windkraft wird erörtert. Außerdem soll ein weiterer Ortsteil über ein Nahwärmenetz mit Energie aus einem Biomassekraftwerk versorgt werden.

Wer finanziert das Projekt?

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit rund drei Millionen Euro unterstützt. Finanziert werden dadurch das Projekt der Plusenergie-Mustersiedlung und das Nahwärmenetz mit Biomassekraftwerk. Die Maßnahmen am Gebäudebestand, beispielsweise eine energieeffiziente Sanierung und die Installation von Photovoltaikanlagen auf dem eigenen Einfamilienhaus, finanzieren die Anwohner selbst. Die HFT entwickelt aber Finanzierungsmodelle für die rund 2.500 Haushalte. 

Ergebnisse nützen anderen

Jeder Schritt, den Wüstenrot auf dem Weg zur Energieautonomie geht, wird dokumentiert und soll in einem Leitfaden anderen Gemeinden zugänglich gemacht werden. Bereits jetzt besuchen Delegationen anderer Kommunen die Gemeinde Wüstenrot, um sich zu informieren.

Hier finden sich mehr Informationen über das Projekt der Gemeinde Wüstenrot.


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