Energiewende in der Kirche

Best Practice

Energiewende in der Kirche – Beispiele im Überblick

Das Umweltbüro der Evangelischen Landeskirche in Württemberg präsentiert zehn kompakte Best Practice Fallbeispiele, wie die Energiewende und der Klimaschutz in den Kirchengemeinden in Baden-Württemberg vor Ort umgesetzt werden. Die Kirchen sind wichtige Multiplikatoren für die Energiewende im Land, denn alle helfenden Hände in der Kirchengemeinde werden auch zu Botschaftern der Energiewende in ihrem Familien- und Freundeskreis.

Mit der Best-Practice-Broschüre erhalten Interessierte einen Einblick, wie groß die Bandbreite an Projekten ist und wie leicht der Einstieg in eine aktive Energiewende- und Klimaschutz-Unterstützung sein kann – wenn denn der erste Schritt gemacht wird. Übrigens: Auch für Kirchen und kirchliche Einrichtungen existieren Förderprogramme für Energiewende- und Klimaschutzrelevante Maßnahmen - mehr dazu unter „Umweltmanagement im Konvoi“ .
Die ausführlichen Darstellungen der Best Practice Fallbeispiele gibt es in der PDF-Broschüre der Evangelischen Landeskirche Württemberg.

Eigenstromerzeugung in der Kirchengemeinde

Über 2.000 Mitglieder verzeichnet die Paul-Gerhardt-Gemeinde Stuttgart im Kirchenbezirk Stuttgart-Mitte. Die Kirchengemeinde ist seit 2004 u.a. nach EMAS zertifiziert und seit 2012 Energie-Erzeuger: Auf dem Dach des Gemeindezentrums liefert eine PV-Anlage Strom, der zu hohem Anteil für den Eigenverbrauch genutzt wird. Die Bilanz: Geringere Betriebskosten im Gemeindezentrum, ein Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz und mehr als 40 Prozent des Strombedarfs für Kita, Werkstatt sowie Kegelbahn, PC-Raum und die vorhandenen Küchen werden auf dem Dach der Paul-Gerhardt-Gemeinde produziert. Mehr Infos zum Umweltteam dieser Kirchengemeinde gibt es hier.

Eine Kirchengemeinde als Energiedienstleister

Die Evangelische Kirchengemeinde Pfalzgrafenweiler mit über 3.600 Mitgliedern befindet sich im Osten des Kirchenbezirks Freudenstadt im Nordschwarzwald. Dort hat sich 2008 auf Initiative des Umweltteams der Kirchengemeinde eine der größten Nahwärmegenossenschaften des Landes gebildet: Die Weiler-Wärme eG mit rund 550 Mitgliedern versorgt mit  460 angeschlossenen Gebäuden etwa zwei Drittel des Ortes Pfalzgrafenweiler mit Nahwärme aus erneuerbaren Energien . Auch Hallen- und Freibad sind ans Nahwärmenetz angeschlossen. Im Jahr 2011 wurde Pfalzgrafenweiler zum Bioenergiedorf ausgezeichnet und 2013 erhielt die Kirchengemeinde die Auszeichnung als eines von weltweit 13 Modellprojekten auf der Rio+20-Nachhaltigkeitskonferenz in Berlin. In 2015 hat sich die WeilerWärme eG in Brüssel vorgestellt anlässlich eines Workshops zum Thema „Community Power“ – und somit sicherlich der ein oder anderen Kirchengemeinde praxisnahe Tipps und Inspirationen an die Hand gegeben für die Initiierung weiterer Nahwärmenetze. 

Ehrenamtliches Energiemanagement

Der Evangelische Kirchenbezirk Schwäbisch Hall setzt die Energiewende vor Ort mit Hilfe eines ehrenamtlich organisierten Energiemanagements um. Seit 2009 gibt es die ehrenamtlichen Akteure, die dazu beitragen, die Energieverbräuche stets im Blick zu behalten und Energie effizient zu nutzen – um letztlich unnötige CO2-Emissionen zu vermeiden. Besonders wichtig dabei: Das monatliche zuverlässige Ablesen der Zählerstände, die Eingabe in die grünen Datenkonten, das Melden von Auffälligkeiten und vor allem: Ideen für Einsparpotenziale entwickeln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – bis 2012 wurden gegenüber dem Referenzjahr 2009 32 Prozent und 228 Tonnen CO2 eingespart. Das motiviert zum Weitermachen, zumal mit der Routine die notwendigen To Do´s leichter und rascher erledigt sind. Seit Herbst 2015 gibt es einen landeskirchlichen Fernkurs „Energiemanagement komplett“. Mehr hierzu auf der Website des Kirchenbezirks Schwäbisch-Hall.

Die Plusenergiekirche

Im Kirchenbezirk Weikersheim produziert die Kirchengemeinde Sechselbach mehr Strom, als in der Kirchengemeinde selbst verbraucht wird. Die seit 2004 auf den Dächern von landwirtschaftlichen Stall- und Scheunengebäuden installierten PV-Anlagen waren Vorbild und gaben den Anstoß, darüber nachzudenken, auch auf dem Kirchendach eine PV-Anlage zu installieren. Die Entscheidung wurde gemeinschaftlich getroffen und alle Kirchengemeindemitglieder in einer Versammlung vorab ausführlich informiert. Seit 2005 gehört somit auch die Kirchen-PV-Anlage zum Ortsbild von Sechselbach – zahlreiche Privat-gebäude bekamen nach und nach ebenfalls eigene PV-Anlagen. Wichtigste Erkenntnis des Kirchenpflegers und einer der Projektinitiatoren: Information und Beteiligung – das sind die Grundsteine für einen gemeinschaftlichen Erfolg.

Nachhaltigkeitstage Nussdorf

Seit 2012 gibt es jährlich die Nachhaltigkeitstage Nussdorf als gemeinsame Veranstaltung zahlreicher Akteure im Kirchenbezirk Vaihingen an der Enz. Die Nachhaltigkeitstage bieten sowohl an Werktagen als auch am Wochenende unterschiedliche Programmpunkte: Dazu gehören Ausstellungen in der Gemeindehalle, Veranstaltungen zur Energieeffizienz und zu biologischem und nachhaltigem Wirtschaften sowie auch Vorträge, u.a. von Journalist und Buchautor Franz Alt. Mehr Infos gibt es unter www.nussdorf-evangelische-kirchengemeinde.de/umweltinitiative-nussdorf.

http://energiewende.baden-wuerttemberg.de/de/e-in-stadt-und-kommune/best-practice/energiewende-in-der-kirche/