Heidelberger Bahnstadt

Bahnstadt Heidelberg

Modell fürs urbane Leben der Zukunft

  • Luftaufnahme -  Bahnstadt Heidelberg Stadtentwicklung

    Luftaufnahme - Bahnstadt Heidelberg - Ein ehemaliger Güterbahnhof, jetzt ensteht hier ein Passivhaus Wohnquartier
    Quelle: Kay Sommer

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  • Ansicht des Stadttors Heidelberg

    Ansicht des Bürogebäudes "Stadttor Heidelberg"
    Quelle: Unmüssig GmbH

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  • Bahnstadt-Einkaufszentrum Heidelberg Czernyplatz

    So soll der Czernyplatz einmal aussehen: Hier entsteht das Einkaufszentrum Bahnstadt - die Eröffnung ist für 2015/2016 geplant.
    Quelle: Unmüssig GmbH

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  • Wohngebäude Langer Anger, Bahnstadt Heidelberg

    Zu sehen ist die Straße "Langer Anger", im Vordergrund eine Grünflache, im Hintergrund ein modernes Mehrfamilienhaus.
    Quelle: Christian Buck

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  • Kita Schwetzinger Terrassen, Heidelberg Bahnstadt

    Eine neue Kita im modernen Wohnviertel
    Quelle: Christian Buck

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Früher ein öder Güter- und Rangierbahnhof, künftig eine der größten Null-Emission-Siedlungen der Welt: Die Bahnstadt Heidelberg wächst zu einem ökologischen Vorzeigestadtteil heran. Auf einer Fläche von 116 Hektar, das ist mehr als die gesamte Heidelberger Altstadt, entsteht ein Wohn- und Wissensquartier, das durchgehend nach Passivhaus-Standards bebaut wird.

Wohnen, Arbeiten und Kultur auf engstem Raum vereint – diese Tradition europäischer Städte lebt in dem einzigartigen Entwicklungsprojekt wieder auf. 5.000 Menschen werden hier einmal wohnen, auf dem zentralen Campusgelände sollen 7.000 Arbeitsplätze entstehen. Zwei Kitas und eine Grundschule, Kultureinrichtungen und Einkaufszentren sorgen für einen Alltag der kurzen Wege. In dem barrierefreien Viertel fällt der Verzicht auf das Auto nicht schwer, schließlich liegt der Hauptbahnhof buchstäblich vor der Tür. Die Innenstadt ist mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln in wenigen Minuten erreichbar.

Flächendeckend Passivhaus-Standard

Ein Modell für Stadtentwicklung der Zukunft weit über Deutschland hinaus ist die Bahnstadt vor allem wegen ihres innovativen Energiekonzepts. Durch die Passivhaus-Standards wird der CO2-Ausstoß im Vergleich zur herkömmlichen Bauweisen um mehr als 50 Prozent verringert. Die Strom- und Wärmeversorgung der Bahnstadt erfolgt durch Fernwärme, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Darüber hinaus werden alle Bahnstadt-Haushalte mit intelligenten Stromzählern (Smart Meter) ausgestattet, die jederzeit einen Überblick zu Energieverbrauch und entstehenden Kosten erlauben.

Die Kooperation zwischen den Planern der Stadt Heidelberg und den diversen Bauträgern funktioniert seit dem Start der Arbeiten 2010 hervorragend. „Alle Investoren greifen das Thema Passivhaus aktiv auf“, sagt Ralf Bermich, Abteilungsleiter Energie im Heidelberger Umweltamt. Auf der Grundlage verbindlicher Ratsbeschlüsse begleiten und beraten die städtischen Fachleute die Investoren während der Bauphase und sichern die Qualitätsstandards. „Das Passivhaus-Konzept wird auch von den Bewohnern angenommen oder sogar bewusst nachgefragt.“

„Vorbildfunktion für viele Städte“

Nicht zuletzt in der Fachbranche sorgt die Bahnstadt international für Aufsehen. Teilnehmer der weltweit größten Passivhaustagung in Frankfurt verschafften sich im April 2013 während einer Exkursion einen Einblick in das Projekt. Und zeigten sich beeindruckt: „Das wird Vorbildfunktion haben für viele Städte – da muss es hingehen im städtebaulichen Bereich“, fasste eine Expertin ihre Impressionen zusammen.

Dank der hohen Nachfrage nach Wohnungen und Geschäftsräumen liegen die Bauarbeiten zwei Jahre vor Plan. Im Sommer 2012 zogen die ersten Bewohner der Bahnstadt in ihr neues Zuhause, pünktlich zum Ende der Ferienzeit nahm eine Kita vor Ort die ersten Kinder auf. Fast zeitgleich öffnete das architektonisch markante Skylab seine Türen, das größte Büro- und Laborgebäude auf dem Areal. Nach und nach kommt Leben in Heidelbergs neuen Stadtteil, der für nachhaltige Urbanität beispielhaft ist.

Mehr Informationen zur Heidelberger Bahnstadt finden Sie hier. 

Was ist eigentlich ein Passivhaus?

Bei der Energieeffizienz von Häusern werden vier Qualitätsklassen unterschieden:

  • In einem Niedrigenergiehaus wird der Heizwärmebedarf durch die Gebäudedämmung oder moderne Heiztechnik auf 40-80 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr gesenkt.
  • Beim Passivhaus erhalten Wände, Fenster und das Dach eine besonders effiziente Wärmedämmung. Zusätzlich wird die Abstrahlwärme von Bewohnern und technischen Geräten effektiv genutzt. Der Heizwärmebedarf darf 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr nicht überschreiten.
  • Im Nullenergiehaus gleicht die Eigengewinnung von Strom, etwa durch eine Solaranlage, den Stromverbrauch im Jahresmittel aus. Technische Grundlage hierfür ist oftmals ein Passivhaus.
  • Übersteigt die Stromgewinnung den Eigenbedarf, spricht man von einem Plusenergiehaus.

http://energiewende.baden-wuerttemberg.de/de/e-in-stadt-und-kommune/best-practice/heidelberger-bahnstadt/