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Klinikum Tübingen

Best Practice

Operation Energieeffizienz

  • Ansicht Klinikum Tübingen

Das Klinikum in Tübingen geht mit gutem Beispiel voran und zeigt: Gesundheitseinrichtungen haben zwar einen hohen Energieverbrauch, aber auch jede Menge Einsparpotenzial. Nach erfolgreichen Pilotprojekten werden in der Einrichtung nun gleich mehrere Maßnahmen für mehr Energieeffizienz umgesetzt.

Es begann 2009: Seinerzeit überlegten die Verantwortlichen des Technischen Betriebsamts, in welchem das Energiemanagement des Tübinger Klinikums angesiedelt ist, wo sie mithilfe von LED-Beleuchtung am besten Strom sparen könnten. Obendrein sollte die Einsparung gut messbar sein. Eines der drei Parkhäuser auf dem weitläufigen Gelände mit rund 180 Gebäuden eignete sich bestens für eine Umrüstung samt Datenerfassung. Mit teilweise 80 bis 90 Prozent Energieeinsparung galten LED-Leuchtmittel als besonders effiziente Maßnahme – und haben die Erwartungen auch in der Praxis nicht enttäuscht.

Längst sind alle drei Parkhäuser vor Ort mit LEDs ausgestattet, sukzessive soll nun die Beleuchtung auch in allen Nutzbauten des Universitätsklinikums umgerüstet werden. Über 12.000 Leuchtmittel kamen bereits zum Einsatz. Damit ist der Standort nicht nur eines der großen Zentren der deutschen Hochschulmedizin, sondern auch in Sachen Energieeffizienz weit vorn. „Tübingen hat ohne Frage eine führende Stellung in Baden-Württemberg“, erklärt Jörg Lichtenberger vom Energiemanagement der Einrichtung. „Und wir sind die ersten im Land, die die Beleuchtung im gesamten Parkhausbereich umgerüstet haben.“

Neue Geräte machen sich bezahlt

Elektrogeräte sind ein weiterer Effizienzfaktor für die Tübinger Energiemanager. Insbesondere Kühl- und Gefrierschränke werden in den Forschungsbereichen stark in Anspruch genommen, über 1.000 von ihnen sind auf dem medizinischen Campus in Betrieb. Auch hier sollte ein Pilotprojekt vorab die Frage nach realer Einsparung bzw. Effizienz klären helfen. Dafür wurden 23 – teils mehrere Jahrzehnte alte – Kühlgeräte gegen neue der Effizienzklasse A+ und besser ausgetauscht. Die Untersuchungsergebnisse übertrafen sogar die Vorhersagen: Hatten die Verantwortlichen zuvor berechnet, dass sich ein Neukauf nach etwa acht bis neun Jahren amortisiert haben würde, so belegte die Stromrechnung, dass ein neues Kühlgerät sich bereits nach sechs Jahren bezahlt macht.

Auch im Bereich der Klima- und Lüftungstechnik darf das Management des Klinikums in Zukunft mit Einsparungen rechnen. Gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg wird die rund 30 Jahre alte Lüftungsanlage der beiden Hauptgebäude auf den allerneuesten Stand gebracht. Hier sorgen Wärmetauscher für eine Wärmerückgewinnung. Abluftwärme wird der Zuluft zugeführt und senkt die Energiekosten – um nicht weniger als 420.000 Euro pro Jahr. Auch beim Thema Wärme arbeiten die Verantwortlichen in Tübingen an Verbesserungen. So bieten außentemperaturabhängige Steuerungssysteme insbesondere in der Übergangszeit in Herbst und Frühjahr Vorteile gegenüber Systemen mit Zeitsteuerung, die mitunter für eine Überheizung sorgen. Zusätzlich führt eine optimierte Nachtabsenkung zu klaren Verbesserungen beim Verbrauch und eignet sich zum Beispiel für Forschungs- und Büroräume, die nur tagsüber und unter der Woche genutzt werden.

Doch das Universitätsklinikum hat noch einen weiteren Trumpf im Ärmel, wenn es um Energieeffizienz geht. Und das sind die eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Im Jahr 2010 entwickelte das Klinikum in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen die Kampagne „Kluge Köpfe für den Klimaschutz“. Ziel der Aktion ist es, Energie am Arbeitsplatz zu sparen. Alle Beschäftigten können dazu auch jederzeit Verbesserungsvorschläge machen. Das ließen diese sich nicht zwei Mal sagen. „Wir haben inzwischen so viele Vorschläge“, berichtet Energiemanager Armin Biesinger, „dass wir mit der Umsetzung kaum hinterherkommen.“


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