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Solarstrom auf städtischen Dächern

BEST PRACTICE

Solarstrom auf Stuttgarter Dächern

Wie kann man mehr Stadtbewohner für Solarstrom begeistern? Einen innovativen Weg gehen die Stadtwerke Stuttgart: Sie bieten Stuttgarter Bürgern an, eine Solarstromanlage zu pachten und den produzierten Sonnenstrom selbst zu nutzen. Dabei geht es für die Stadtwerke insbesondere darum, brachliegendes Potenzial zu entdecken und zu nutzen. Gemeint sind die vielen „freien“ Dächer in Stuttgart, die sich für eine Solarstromanlage eignen.

Das Pachtmodell der Stadtwerke Stuttgart ist ein Komplett-Paket für die Bürgerinnen und Bürger: Nach Vertragsabschluss bekommen diese eine „schlüsselfertige“ Solarstromanlage. Die Stadtwerke sprechen vor allem Eigentümer von Ein- bis Zweifamilienhäusern in Stuttgart an, die in ihrem eigenen Haus wohnen.

Mehr Solaranlagen für die Energiewende

In Stuttgart haben derzeit nur rund fünf Prozent dieser Gebäude, die eine potenzielle, sehr gute oder gute solare Eignung haben, tatsächlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. In Zahlen ausgedrückt sind das rund 28.500 Ein- und Zweifamilienhäuser, deren gutes oder sehr gutes Solarpotenzial bisher noch nicht genutzt wird. Doch wenn die Energiewende gelingen soll, dann müssen mehr Menschen für die Nutzung und Erzeugung von erneuerbaren Energien begeistert werden. Ein Lösungsweg ist die dezentrale Stromproduktion. Das heißt, erneuerbarer Strom wird dort erzeugt, wo er auch verbraucht wird. Ein Vorteil der dezentralen Erzeugung ist, dass kaum neue Stromleitungen benötigt werden. Außerdem geht kein Strom bei der Übertragung durch Hochspannungsleitungen und bei der Transformation auf andere Spannungsebenen verloren. Denn der dezentral erzeugte Strom wird meist nur in das Mittel- und Niederspannungsnetz eingespeist.

Das Pachtmodell einfach erklärt

Mit dem Pachtmodell der Stadtwerke Stuttgart wird der Hausbesitzer rundum betreut. Denn die Stadtwerke übernehmen zusammen mit ihrem technischen Partner, der BayWa renewable energy aus Tübingen, die komplette Abwicklung: Angefangen von der Finanzierung über die Installation durch einen örtlichen Handwerker bis zu möglichen Reparaturen während der Laufzeit. Der große Vorteil liegt im individuellen Verbrauchsverhalten des Hausbesitzers: Je mehr selbst erzeugten Strom dieser verbraucht, desto weniger Strom muss er aus dem Netz beziehen und umso höher ist sein Ertrag. Der erzeugte Überschuss an Strom wird ins Netz eingespeist und vergütet (anhand der im Erneuerbaren-Energien-Gesetz für die Dauer von 20 Jahren festgelegten Förderung). Im Gegenzug zahlt der Pächter eine für die Laufzeit von 18 Jahren festgelegte Pacht an die Stadtwerke Stuttgart.

Welche Bürger erreicht man mit einem Pachtmodell?

Interessant ist das Pachtmodell vor allem für Hausbesitzer, die den hohen Investitionsbetrag für eine Solarstromanlage nicht selbst zahlen wollen oder können. Aber auch für Bürger, die sich nicht selbst um Angebotevergleich, Handwerker, Errichtung der Anlage kümmern wollen, ist ein Pachtmodell als Komplettangebot attraktiv.

Im Solaratlas Eignung des Dachs prüfen

Alle Stuttgarter, die wissen wollen, ob ihr Dach für eine Solarstromanlage geeignet ist, können online im Solaratlas der Stadtwerke Stuttgart nachsehen. Dort erhalten sie detaillierte Infos beispielsweise zur Sonneneinstrahlung oder der Dachneigung. Darüber hinaus können die Nutzer mithilfe eines Solarrechners auf dem Portal errechnen, wie viel Energie sie mit Sonnenkollektoren auf ihrem Dach sparen können.

Potenzial der regenerativen Energien entdecken

Auch in anderen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg kann man prüfen, ob das eigene Dach für eine Photovoltaik-Anlage geeignet ist. Der Potenzialatlas für erneuerbare Energien der LUBW (Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg) zeigt mit nur wenigen Klicks, ob sich eine Photovoltaik-Anlage anbietet. Und wer sich für Windkraft im eigenen Ort interessiert: Auch hier gibt der Potenzialatlas mit aktuellen Daten genau Auskunft.  

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