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Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien

Gastkolumne

Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien

Von Sebastian Zahn, Pressesprecher der Energieheld GmbH *

Die Energiewende in Deutschland als Einzelner voranzubringen ist im Grunde ganz einfach. Es bedarf nur ein wenig Mut. Den Mut sich zu entscheiden, das heißt auf erneuerbare Energien z. B. bei der Modernisierung der Heizungsanlage zu setzen. Sich bei der Wärmeversorgung für Solarthermie, Pelletheizung, (wassergeführte) Kaminöfen oder Erdwärme zu entscheiden, bedeutet die Energiewende erlebbar zu machen. Es herrscht viel Unsicherheit in der Bevölkerung, doch das Energiesparpotential ist groß. Was es bei der privaten Wärmeversorgung mit erneuerbaren Energien zu beachten gilt, will ich im Folgenden erläutern.

Wärmeversorgung in Deutschland: nur 9 % aus erneuerbaren Energien

Bei der Wärmeversorgung in Deutschland durch erneuerbare Energien muss etwas getan werden. Nach Zahlen des Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE) tragen erneuerbare Energien zurzeit nur neun Prozent zur Wärmeversorgung bei. Das Potential ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Die Möglichkeiten Ressourcenunabhängigkeit und Klimaschutz zu fördern sind gerade im Wärmesektor sehr hoch

Gesetzliche Rahmenbedingungen zur Wärmeversorgung: Seit 2009 besteht das EEWärmeG

Der Anteil den erneuerbaren Energien an der Wärmeerzeugung beitrugen lag 2007 bei gerade einmal sechs Prozent. Dabei macht die Wärmeerzeugung in Deutschland die Hälfte des Energieverbrauchs aus.  Aus diesem Zusammenhang heraus wurde beschlossen, eine Verpflichtung für erneuerbare Energien in Neubauten einzuführen. Einen entsprechenden gesetzlichen Rahmen bildete das am 01.01.2009 in Kraft getretene Bundesgesetz, das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG).

Novellierung EWärmeG in Baden-Württemberg

Das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) wird novelliert, d. h. die Vorschriften werden bereinigt und an die Vorgaben des Bundesgesetzes angepasst und das Gesetz, das seit 1.1.2010 für Wohngebäude im Bestand gilt, wird weiterentwickelt. Das Gesetz soll voraussichtliche im Juli 2015 in Kraft treten. Baden Württemberg kommt hierbei eine Vorreiterrolle zu, bei der bundesweiten Sanierung von Bestandsgebäuden. Gerade für Hausbesitzer wird es interessant, wenn sie sich eine neue Heizung einbauen lassen wollen.  Denn voraussichtlich erhöht sich der Pflichtanteil an erneuerbaren Energien. Der Anteil soll von derzeit zehn auf 15 Prozent steigen.

Ein entsprechender gebäudeindividueller energetischer Sanierungsfahrplan, soll bei der Erfüllung des Pflichtanteils helfen. Dieser Fahrplan ist  eine detaillierte Energieberatung, mit Empfehlungen für den Hauseigentümer, welche Sanierungsmaßnahmen, in welcher Reihenfolge sinnvoll sind.

Die Novelle ist vor allem Anlass, die bisherigen Erfahrungswerte zu nutzen und die Regelungen dadurch flexibler gestalten zu können. Die Flexibilität richtet sich dabei verstärkt auf die Kombinationsmöglichkeiten. Das bedeutet, welche Möglichkeiten bestehen, den Pflichtanteil von 15 Prozent an erneuerbaren Energien zu erfüllen.

Regelungen für Altbauten nach EWärmeG

Besonders die energetische Sanierung von Altbauten ist im Fokus des EWärmeG 2015. So richtet sich der oben angesprochene Sanierungsfahrplan an folgende Elemente einer energieeffizienten Modernisierung.

  • Erneuerbare Energien
  • Dach
  • Fenster
  • Gebäudehülle
  • Gebäudetechnik.

Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung sind angelegt, die langfristigen Ziele eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 zu erfüllen. Die für die Altbauten angedachten Maßnahmen werden individuell im Hinblick auf Kosten, Energieeinsparungspotential, Fördermöglichkeiten sowie technische, physikalische und baukulturelle Vorgabengeprüft.

Kritik

Kritik gibt es an den bestehenden Regelungen natürlich auch. Diese sollen auf keinen Fall verschwiegen werden. Besonders die fehlende Differenzierung zwischen emissionsfreien und emissionsbehafteten erneuerbaren Energien wird häufig kritisiert. Ein Beispiel dafür ist Strom, der als erneuerbar gilt, jedoch auch in Kraftwerken erzeugt wird welche den Strom durch Fossile Brennstoffe erzeugen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist,  dass der Strom aus erneuerbaren Energien bisher nur wenig bis kaum Berücksichtigung fand.

Gemeinsam für die Energiewende

Wir von energieheld sind überzeugt von der Energiewende und davon, dass diese mit genügend Engagement auf Seiten der BürgerInnen und der Unternehmen auch gelingen kann. Dabei ist es uns immer wieder ein Anliegen, wie auch in diesem Artikel, auf die Bedeutung der energetischen Gebäudesanierung hinzuweisen. Schon mit relativ geringen Investitionen kann die Energieeffizienz von Gebäuden gesteigert und der CO2-Ausstoß vermindert werden. Ein besonders wichtiges Element hierbei ist der kontinuierliche Ausbau der Speichertechnologie von Energie.

Es kommt auf die Einstellung des Einzelnen an, etwas zu tun, für ein nachhaltiges Miteinander. Denn es geht beim Thema Wärmeversorgung nicht um Regularien und Gesetze,  sondern um einen ressourcenschonenden Alltag. Die Energiewende wird weniger durch die Politik gemacht, sondern durch die Bürgerinnen und Bürger.

Der Autor Sebastian Zahn ist Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Energieheld GmbH. Die Energieheld GmbH ist ein Dienstleistungsunternehmen aus Hannover und berät Interessierte unabhängig und kostenlos zu Themen der energetischen Gebäudesanierung. 

Erfahren Sie mehr über die Energieheld GmbH: www.energieheld.de 

* Die Beiträge unserer Serie "Gastkolumne" geben ausschließlich die Meinung des  namentlich genannten Autors wieder.


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