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Wärmewende als Teil der Energiewende

Gastkolumne

Wärmewende als Teil der Energiewende: Gebäude haben Schlüsselfunktion

Landesenergieagentur KEA betont Chancen von Energieeffizienz im Wärmebereich.

In der öffentlichen Wahrnehmung bleibt die Energiewende auf Wind, Sonne und die Frage des Strompreises beschränkt. Ein wesentlicher Hebel zur Sen-kung der CO2-Emissionen ist jedoch auch der Wärmesektor. Etwa 40 Prozent der Endenergie in Deutschland wird allein für die Beheizung von Gebäuden aufgewandt. Hier sind Techniken verfügbar, um den Energieverbrauch und damit den CO2-Ausstoß um bis zu 90 Prozent zu reduzieren.

Ein Beispiel: Wenn ein typisches Gebäude aus den 1960er Jahren umfassend saniert wird, kann der Heizenergieverbrauch von 150 bis 200 kWh/(m² a) auf unter 20 kWh/(m² a) sinken. Dazu muss zwar die gesamte Gebäudehülle und die Heizungsanlage angepackt werden, nicht zwingend jedoch in einem Schritt. Wichtig ist eine Gesamtstrategie, mit der das Ziel dann auch in Stufen erreich-bar ist. Dies soll mit einem sogenannten Sanierungsfahrplan erreicht werden, der mit der Novelle des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes Baden-Württemberg eine Erfüllungsoption darstellt. Heute schon müssen Eigentümer von Wohnge-bäuden, die ihre Heizungsanlage erneuern, zumindest zehn Prozent erneuerba-re Energien einsetzen – oder durch Gebäudedämmung entsprechende Einspa-rungen erzielen. Ab 1. Juli 2015 wird dieser Wert auf 15 Prozent steigen.

Noch zu wenig beachtet wird bisher die Dämmung als Erfüllungsoption. War-me Oberflächen und damit behaglicheres Raumklima, ein deutlich verringertes Schimmelrisiko und der Schutz der Bausubstanz vor Schäden sind die Vortei-le. Da richtig geplant und ordentlich verarbeitete Dämmungen eine sehr lange Lebensdauer haben, steigt gleichzeitig der Wert der Immobilie.

Die Energiewende wird also nicht nur mit Windrädern und PV-Anlagen umge-setzt, sondern genauso mit Dämmung, neuen Fenstern und effizienten Hei-zungsanlagen.

Die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH ist die Energieagentur des Landes. Aufgabe der KEA ist die aktive Mitwirkung an der Klimaschutzpolitik in Baden-Württemberg: Sie berät Ministerien, Kommunen, kleine und mittelständische Unternehmen sowie kirchliche Einrichtungen bei Energieeinsparung, rationeller Energieverwendung und der Nutzung erneuerbarer Energien. Mehrheitsgesellschafter ist das Land Baden-Württemberg. Der Sitz der KEA ist in Karlsruhe.

 

Der Autor Dr.-Ing. Volker Kienzlen ist Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

Erfahren Sie mehr über die KEA auf www.kea-bw.de

Kontakt:

Dr.-Ing. Volker Kienzlen
KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH
Kaiserstraße 94a, 76133 Karlsruhe
Tel. +49/721/984 71-0, Fax +49/721/984 71-20,
volker.kienzlen@kea-bw.de

* Die Beiträge unserer Serie "Gastkolumne" geben ausschließlich die Meinung des  namentlich genannten Autors wieder.


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