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Energiegenossenschaften – die Energiewende für jedermann

Bürgerenergiegenossenschaften

Energiegenossenschaften – die Energiewende für jedermann

  • Energiewende gemeinsam vorantreiben

Ob in Bürgergruppen, Stadt- und Gemeinderäten oder lokalen Wirtschaftsunternehmen: Tausende Menschen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zusammengefunden, um Erneuerbare-Energien-Projekte gemeinschaftlich auf die Beine zu stellen.

Die Bürgerenergiegenossenschaft erfreut sich hierbei als Organisationsform großer Beliebtheit. Mehr als 900 solcher Energiegenossenschaften gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Die meisten davon sind unter dem Dach des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) organisiert. Baden-Württemberg ist als Flächenland die Nummer Eins, was die Dichte an Energiegenossenschaften angeht. Nach Stand August 2016 sind 150 Energiegenossenschaften Mitglied im Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband. Somit hat sich ihre Zahl seit 2010 verdoppelt. 

Beinahe 27.000 Einzelmitglieder

Mittlerweile stehen hinter den Energiegenossenschaften in Baden-Württemberg beinahe 27.000 Einzelmitglieder. Mehr als 80% dieser Energiegenossenschaften erzeugen Solarstrom, es ist jedoch ein steigender Trend zur Diversifizierung der Erzeugungsformen zu beobachten. Inzwischen gibt es drei genossenschaftlich betriebene Windkraftanlagen im Land, plus weitere 25 Anlagen, die anteilig in genossenschaftlichem Besitz sind. Auch immer mehr Wärmeprojekte werden von Genossenschaften umgesetzt, wie beispielsweise das Hackschnitzelwerk mit Nahwärmenetz in St. Peter im Schwarzwald. Zudem gibt es Genossenschaften, die sich mit den Themen Elektromobilität und Contracting befassen. 

Energiegenossenschaften als wichtiger Teil der Bürgerbeteiligung

Die Energiewende geht alle an: Das müssen manche örtliche Energiegenossenschaften immer wieder erleben, wenn sie Anlagen planen, sich parallel dazu aber Bürgerinitiativen bilden, die mit dem geplanten Bauvorhaben überhaupt nicht einverstanden sind. Widerstände dieser Art verzögern den Bau und bedeuten für zudem Mehrkosten für die Energiegenossenschaft. Die Energie-Kommune Leutkirch hat vorgemacht, wie es auch anders geht: Sie hat die Bürger in ihre Pläne miteinbezogen und beim Energieleitbild der Stadt ganz auf das Thema Bürgerbeteiligung gesetzt.

Und das ist wichtig: Denn nur, wer die Bürger frühzeitig mitsprechen lässt, wer sie unterstützt und dazu ermutigt, Energiegenossenschaften aus der Taufe zu heben, der sichert sich die langfristige Unterstützung für das Jahrhundertprojekt Energiewende.

Das reformierte EEG als Hemmschuh?

Die Zahl der Energiegenossenschaften in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen – gleichzeitig ist jedoch zu beobachten, dass die jährlichen Zuwachsraten stark zurückgehen. So wurden im Jahr 2013 noch 129 neue Energiegenossenschaften gegründet, 2015 waren es nur noch 40. Dies kann vor allem auf die sich ändernden Förderbedingungen über das EEG erklären. Mit der An-fang 2017 in Kraft getretenen EEG-Novelle erfolgt nun mit dem Umstieg von der fixen Einspeisevergütung auf wettbewerbliche Ausschreibungen eine einschneidende Änderung in den Rahmenbedingungen. Mit dem Ziel die so wichtige Akteursvielfalt beim Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland zu erhalten, wurden für Bürgerenergieprojekte erleichterte Teilnahmebedingungen festgelegt. Bei der ersten Ausschreibungsrunde für Windenergie an Land gingen beinahe alle Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften. Bei den bisherigen PV-Freiflächenausschreibungen waren Genossenschaften jedoch eher im Nachteil. Die langfristige Wirkung der Umstellung auf Ausschreibung für Energiegenossenschaften bleibt also abzuwarten. 

Dass Energiegenossenschaften einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leis-ten, hat die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in einer Blitzumfrage unter Energie-Kommunen herausgefunden. 80 Prozent der Befragten gaben an: Energiegenossenschaften leisten einen großen bis sehr großen Beitrag für die Akzeptanz der Energiewende. 

Doch ohne diese Akzeptanz dürfte der Ausbau von Erneuerbaren Energien ge-fährdet sein. Wer an einer erfolgreichen Energiewende in Baden-Württemberg und ganz Deutschland interessiert ist, sollte also möglichst rasch bei einer Ener-giegenossenschaft mitmachen, oder – noch besser – selbst eine gründen.


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