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Energieeffizienz im Unternehmen

Energiewende im Unternehmen

Acht Tipps für mehr Energieeffizienz

  • Energieeffiziente Unternehmen - eine "eco" Fabrik

Jedes Unternehmen kann Energie sparen. Experten der IHK gehen sogar davon aus, dass Betriebe ganz ohne Investitionen rund zehn Prozent weniger Strom und Wärme verbrauchen könnten. Dabei schonen Energieeffizienzmaßnahmen nicht nur die Umwelt, sie zahlen sich auch aus. Für Unternehmen kann das einen wahren Wettbewerbsvorteil bedeuten, denn jeder eingesparte Euro steigert unmittelbar den Gewinn. Erfahren Sie hier, wo Einsparpotenziale schlummern.

Beleuchtung

  • Die Beleuchtung verursacht durchschnittlich 10 bis 20 Prozent der Energiekosten in Industrie und Gewerbe. In Büros und Geschäftsräumen lässt sich mit LED rund 80 Prozent dieses Stroms einsparen – ohne Verlust bei der Lichtqualität. Ähnliche Sparpotenziale bietet ein modernes Lichtmanagement für Produktionshallen und große Räume. Sie lassen sich wesentlich effizienter beleuchten, wenn zum Beispiel das vorhandene Tageslicht optimal genutzt wird, die Beleuchtung mit einem Bewegungsmelder gesteuert wird und die hocheffizienten Lampen optimal ausgerichtet sind. Elektronische Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen verringern, verglichen mit konventionellen Vorschaltgeräten, nicht nur den Energieverbrauch, sondern erhöhen auch die Lebensdauer. Die Wartungsintervalle werden länger, auch das spart Kosten. Verglichen mit einer Anlage aus den 1970er Jahren mit altem Leuchtensystem, Standard-Leuchtstofflampen und konventionellem Vorschaltgerät spart eine optimierte Neuanlage in großen Hallen bis zu 75 Prozent der Energie ein.

    Mehr Informationen finden Sie beim "Lotsen Innenbeleuchtung" der Initiative EnergieEffizienz.

Beratung

  • Bei einer Energieberatung bekommen Unternehmer einen systematischen Überblick über den Energieverbrauch ihres Betriebs. Spezielle Energieeffizienzberater für kleine und mittlere Unternehmen identifizieren Schwachstellen und erarbeiten gemeinsam mit ihnen Maßnahmen, um den Energieverbrauch zu senken. Sie beraten außerdem bei der späteren Umsetzung. Diese Dienstleistung wird vom Bund mit 80 Prozent und bis zu 8000 Euro bezuschusst. Die genauen Bedingungen des Programms „Energieberatung Mittelstand“ finden Sie hier.

Contracting

  • In vielen Unternehmen bekommen Energieeffizienzmaßnahmen nicht die Aufmerksamkeit, die sie verdienen, weil der Anteil der Energiekosten an den Gesamtaufwendungen scheinbar gering ist. Amortisationszeiten von mehr als fünf Jahren können ein weiteres Hindernis sein – gerade in Krisenzeiten sind langfristige Investitionen nicht einfach zu stemmen.
    Um dennoch mittelfristig Energiekosten einzusparen, stellt Contracting eine gute Alternative dar. Ähnlich wie beim Leasen eines Fuhrparks werden Investitionen in Energiesparmaßnahmen nicht vom Unternehmen selbst getätigt, sondern von einem externen Dienstleister übernommen. Dieser finanziert, errichtet und betreibt die Anlagen, das Unternehmen zahlt im Gegenzug für die tatsächlich genutzte Energie.
    Baden-Württemberg hat 2012 die Contracting-Offensive ins Leben gerufen. Ziel damals war, zusätzliche Investitionen in den Klimaschutz auszulösen, das Instrument bekannter zu machen, die Beteiligten zusammenzubringen und Erfahrungen zu bündeln. Als eine zentrale Maßnahme wurde ab Juli 2015 das Kompetenzzentrum Contracting bei der KEA eingerichtet. Wichtige Informationen zum Thema Contracting gibt es auch auf den Seiten des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg sowie vor allem hier.

Energiemanagement

  • Ein Energiemanagementsystem kann den Energieverbrauch eines Unternehmens systematisch erfassen und auf diesem Weg Einsparpotenziale identifizieren und die Betriebsweise optimieren. So können Unternehmen mit Energieeffizienzmaßnahmen dort ansetzen, wo diese den größten Nutzen versprechen. Die Einführung eines Energiemanagementsystems wird vom Bund attraktiv bezuschusst. Im Sommer 2015 wurde das Kompetenzzentrum Energiemanagement bei der KEA eingerichtet, das viele hilfreiche Informationen und Unterstützungsangebote bereit hält. Diese finden Sie hier.

Förderprogramm des Landes

  • Das Land Baden-Württemberg fördert Investitionen zur Verbesserung der Energie- und Ressourceneffizienz. Die ohnehin bereits attraktiven KfW-Konditionen werden weiter verbessert und ebenfalls über die Hausbank an kleine und mittlere Unternehmen ausgereicht.

    Näheres gibt es hier. 

Kraft-Wärme-Kopplung

  • Eine bessere Nutzung der Primärenergie ermöglicht die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Die Effizienzsteigerung wird möglich, weil neben dem Strom gleichzeitig auch die Abwärme zu Heizzwecken verwendet wird. Der Energieverbrauch sinkt, der CO2-Ausstoß ebenfalls.
    Das Land Baden-Württemberg hat im Sommer 2015 das Landeskonzept KWK beschlossen, um den zielgerichteten Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung zu forcieren. Es enthält einen Katalog von 17 Maßnahmen, zum Beispiel aus den Bereichen Förderung, Beratung, Information und Qualifizierung. Einige Maßnahmen gelangten bereits in die Umsetzung. Unter anderem besteht seit Mai 2016 im Rahmen von Klimaschutz-Plus-BW ein Zuschussprogramm für die BHKW-Begleitberatung. Außerdem hat im Sommer 2016 das Kompetenzzentrum Kraft-Wärme-Kopplung bei der KEA die Arbeit aufgenommen. Mehr gibt es hier. 
    Vielfältige Informationen und Tipps finden Sie auf den Internetseiten des Umweltministeriums.

Querschnittstechnologien

  • Branchenübergreifend kommen in der Industrie zahlreiche sogenannte Querschnittstechnologien zum Einsatz, die - häufig unbemerkt - relativ viel Energie verbrauchen. Doch der Energieverbrauch lässt sich meist durch Innovationen reduzieren. Manchmal reicht dazu schon eine kleine Investition. Übrigens werden Querschnittstechnologien speziell vom Bund bezuschusst.

    Mögliche Ansatzpunkte:

       

    Dämmung industrietechnischer Anlagen

    Die Wärmedämmung von Bauteilen und Rohrleitungen ist eine kostengünstige und effektive Maßnahme, um industrietechnische Anlagen energieeffizienter zu machen. Wärme wird so durch relativ geringen Aufwand eingespart.

    Druckluft

    Druckluftsysteme sind weit verbreitet und verbrauchen viel Energie. Durch Nutzung der Abwärme lässt sich ihre Energieeffizienz erhöhen. Dies gelingt auch schon durch die Vermeidung von Leckagen, Absenken des Druckniveaus oder sinnvolle Abschaltzeiten.

    Elektromotoren

    Elektromotoren sind für mehr als zwei Drittel des Stromverbrauchs in Industrie und produzierendem Gewerbe verantwortlich. Zur Verbesserung ihrer Energieeffizienz gelten neue Anforderungen der EU, deren Umsetzung sich rechnet. Das Potenzial lässt sich jedoch nur erschließen, wenn man die Verbräuche kennt.

    Fördertechnik

    Die Energieeffizienz von fördertechnischen Anlagen lässt sich vor allem bei einem Antrieb durch Elektromotoren merklich reduzieren. Ältere Systeme bieten oft große Einsparmöglichkeiten, die man aufspüren sollte.

    Lufttechnische Anlagen

    Investitionen in lufttechnische Anlagen sind wirtschaftlich besonders attraktiv. Viele Effizienzmaßnahmen zeichnen sich durch Amortisationszeiten von weniger als zwei Jahren und hohe Kapitalrenditen aus. Luftmengenreduzierung oder Wärmerückgewinnung zahlen sich doppelt aus, denn es muss weniger Luft transportiert und auch nicht erwärmt werden – und auch hier gilt: wenn möglich, ruhig mal abschalten.

    Wärme- und Kälteversorgung

    Wärme für technische Prozesse verbraucht in der Industrie die meiste Energie und ist für viele Unternehmen ein beachtlicher Kostenfaktor. Durch energetische Optimierungs- und Modernisierungsmaßnahmen lässt er sich allerdings reduzieren. Umfassende Informationen zu effizienten Technologien und deren Einsatzmöglichkeiten in Industrie und Gewerbe finden Sie im Online-Ratgeber der Deutschen Energie-Agentur zur Initiative EnergieEffizienz.


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