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Altbau-Sanierung

aktuelle Debatte

„Würden Sie für den Klimaschutz in die Altbau-Sanierung investieren?"


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Es gibt gute Gründe für eine Altbausanierung. Für viele Hausbesitzer sind die baulichen Veränderungen eine nachhaltige Investition. Auch wenn sie sich vielleicht erst nach Jahren amortisieren, so sind die Maßnahmen schon heute ein wichtiger Beitrag, um Wärme wirksam zu nutzen und das Klima zu schonen. Im Altbaubestand steckt eine Menge Effizienzpotenzial – vor allem aber verbessern die Maßnahmen den Wohnkomfort spürbar. Jedoch: Viele Altbau-Eigentümer zögern, die Sanierungsrate sinkt. Es überwiegen offenbar noch immer die Vorbehalte. Und das, obwohl Deutschland zum Erreichen der Energie- und Klimaziele keine Zeit mehr zu verlieren hat. Was denken Sie? Sind die Argumente der Skeptiker für Sie nachvollziehbar? Oder würden Sie sich in jedem Fall (wieder) zu einer Sanierung entschließen?

Wer schon einmal die Bilder einer Wärmebildkamera von Wohngebäuden, insbesondere von älteren, gesehen hat, kommt ins Grübeln: Die vielen roten Flächen machen deutlich, dass dort eine Menge Energie ungenutzt entweicht. Das sind – mit Blick auf den relativ engen Zeitplan, um die Ziele der Energiewende in den nächsten drei Jahrzehnten noch zu erreichen – alarmierende Zustände.

Tatsächlich wird der Gebäudesektor zunehmend zum Sorgenkind: Haben die Deutschen 2010 noch gute 40 Milliarden Euro in die Hand genommen, um Häuser energetisch zu sanieren oder den Heizkessel auszutauschen, waren es 2014 laut einer Erhebung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) nur noch knapp 35 Milliarden – ein Rückgang um 15 Prozent. Damit ist und bleibt der Gebäudesektor für rund ein Drittel aller Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Investitionen wären hier dringend nötig. Die Sanierungsrate lag Ende 2014 bei einem Prozent des Gebäudebestands. Damit Deutschland die Klimaziele aber sicher erreicht, so Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, wäre eine Verdopplung auf zwei Prozent nötig.

Woran liegt es aber, dass sich offenbar auch viele Gebäudeeigentümer in Baden-Württemberg noch immer eher abwartend verhalten? Aufschluss gibt ein Blick auf ihre häufigsten Argumente. Es beginnt nachvollziehbarerweise oft beim Thema Geld. Vielfach werden von Sanierungsskeptikern die hohen Kosten für eine Maßnahme angeführt. Auch würden die Investitionen sich, gerechnet an den Einsparungen bei Strom- und Wärmekosten, nicht schnell genug amortisieren. Aber, so die Gegenfrage, rechnet sich die Sanierung nicht trotzdem – selbst wenn es Jahre oder auch Jahrzehnte dauern mag? Viele Hausbesitzer haben aus ihrem Altbau inzwischen ein modernes Eigenheim gemacht, das obendrein den Test mit der Wärmebildkamera locker bestehen würde. Anschaulich zeigt das Beispiel der Stuttgarter Familie Nusser, wie aus einem 60 Jahre alten Nachkriegsbau sogar ein komfortables Energieeffizienzhaus Plus werden kann. 

Es muss gar nicht immer gleich eine Komplettsanierung wie in dem genannten Beispiel sein: Neue Fenster, ein neuer Heizkessel oder die Dämmung der Kellerdecke sind ein guter Anfang. Das Dach oder die oberste Geschossdecke lassen sich ebenfalls dämmen – und sorgen für mehr Effizienz und Behaglichkeit zugleich. Zusätzlich lassen sich noch Energiekosten sparen, indem man erneuerbare Energien verstärkt im Eigenverbrauch nutzt. Hierbei hilft beispielsweise der Einbau von Stromspeichern. Weitere Informationen hierzu finden Sie z. B. auf dieser Serviceseite.

Ohne die Aufnahme eines Kredits, so ein oft vorgebrachtes Argument der Sanierungskritiker, sei es vielen Hausbesitzern ohnehin nicht möglich, ihr Heim energetisch auf Vordermann zu bringen. Dies stimme nur bedingt, heißt es von den Befürwortern. Denn bevor man für eine oder mehrere Baumaßnahmen vorschnell einen Kredit aufnimmt, sollte man Fördermöglichkeiten, wie sie zum Beispiel die KfW in Aussicht stellt, prüfen. Der Bund, das Land Baden-Württemberg, aber auch viele Kommunen und Energieversorger unterstützen Sanierungswillige zusätzlich mit Fördermitteln, Zuschüssen und vergeben zinsverbilligte Darlehen. Wer mehr über die passende Förderung erfahren will, findet im Netz Informationen, z. B. bei der Beratungseinrichtung „Zukunft Altbau“, bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden Württemberg oder bei regionalen Energieagenturen.

Beratungsstellen gibt es mittlerweile jede Menge. Womöglich zu viele, monieren diejenigen, die eine energetische Sanierung skeptisch sehen. Sie bemängeln die fehlende Übersicht auf dem Markt. Selbst wenn man sich zu einer konkreten Maßnahme entschlossen habe – man wisse gar nicht, wie und wo man denn loslegen solle.

Fest steht: So richtig etwas falsch machen kann man als Altbau-Eigentümer eigentlich nicht, weil im Grunde alle Beteiligten ein gemeinsames Ziel haben: mehr Energieeffizienz. Der Weg dorthin erfordert je nach Umfang mitunter zwar einen langen Atem und kann sich bei schlechter Planung hinziehen. Aber damit es gar nicht erst soweit kommt, bieten Energieberater und andere Planungsprofis ihre Unterstützung an. Mehr dazu und zur Sanierung Schritt für Schritt gibt es in einem Leitfaden von „Zukunft Altbau“. Einen zusätzlichen Schritt für Hauseigentümer in Baden-Württemberg bietet der Sanierungsfahrplan: Ein Energieberater checkt bei einem Besuch eine Immobilie auf Herz und Nieren und findet heraus, was sich verbessern lässt. Diesen Fahrplan zur Energieeffizienz kann man dann freiwillig und Stück für Stück ganz ohne Zeitdruck umsetzen. Außerdem ist der Sanierungsfahrplan hierzulande ebenfalls eine Erfüllungsoption des EWärmeG: Er reduziert bei Wohngebäuden z. B. den Pflichtanteil erneuerbarer Energie von 15 auf 10 Prozent. 

Bliebe abschließend noch ein schlagkräftiges Argument, das eher für eine Modernisierung spricht: viele positive Erfahrungen anderer Hauseigentümer, die sich zu Baumaßnahmen entschlossen haben. Über drei Viertel derjenigen, die eine Sanierung ihres Altbaus bereits realisiert haben, möchten nie wieder in einem unsanierten Gebäude leben (77 Prozent). Fast alle Befragten würden Freunden, Angehörigen oder Nachbarn außerdem zu einer Sanierung raten (98 Prozent). Auch das scheint vor allem an der neuen Wohnqualität liegen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung, ein Haus könne nach der energetischen Sanierung nicht mehr richtig „atmen“, sind modernisierte Gebäude zudem viel weniger schimmelanfällig als gedacht. Das bestätigt ebenfalls eine Umfrage unter Hausbesitzern. Somit lässt sich als wichtiger Erfahrungswert aus der Praxis festhalten: In energetisch modernisierten Häusern stimmt das Klima.

 

Was denken Sie?

Lohnt sich Ihrer Meinung nach eine Altbau-Sanierung, vor allem mit Blick auf den Klimaschutz? Oder gibt es für Sie persönlich immer noch mehr Argumente, die gegen eine Modernisierung sprechen?

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„Würden Sie für den Klimaschutz in die Altbau-Sanierung investieren?“


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Ihr Kommentar zu „Altbau-Sanierung”

Kommentare zu „Altbau-Sanierung”

    • 1.
    • von ohne Name 411
    • 16.02.2017 11:22

    Mit unseren steinzeitlichen Energiequellen wird uns die Energiewende nie gelingen

    Also nur für den Klimaschutz eigentlich nicht. Die Umweltverschmutzung, ein Teil davon ist die Luftverschmutzung, die Wasserverschmutzung der Ressourcen Verbrauch, sowie den dadurch entstehenden Klimawandel betrachte ich als ein weltweites Problem.

    Die Hausbesitzer dürfen dabei nicht als die Verursacher hingestellt werden. Schließlich wurde auch [...]

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