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Mieterstrom: Wann er sich für Sie lohnt!

Strom vom eigenen Hausdach anzubieten, kann sich durch den 2017 eingeführten Mieterstromzuschlag auch für Eigentümer von Mehrfamilienhäusern lohnen. Wir geben Ihnen einen Überblick, wann Mieterstrom für Sie rentabel ist, welche Möglichkeiten Sie für die praktische Umsetzung haben und wo Sie weitere Informationen finden.

Was ist der Mieterstromzuschlag und wie hoch ist er?

Neben den Erlösen aus verkauftem Mieterstrom erhält der Anlagenbetreiber die übliche Einspeisevergütung für überschüssigen Strom, den er ins öffentliche Netz einspeist. Mieterstrom wird zudem indirekt gefördert, da Kostenbestandteile wie Netzentgelte, netzseitige Umlagen, die Stromsteuer und die Konzessionsabgabe entfallen.

Erfüllt der Anlagenbetreiber die Voraussetzungen, kann er zusätzlich den sogenannten Mieterzuschlag erhalten. 

Der Mieterstromzuschlag selbst errechnet sich durch einen einheitlichen Abschlag in Höhe von 8,5 ct/kWh (Kilowattstunde) auf die Sätze der Einspeisevergütung für Solarstrom. Damit hängt er u. a. von der Größe der Solaranlage ab. 

Beispiel zur Berechnung des Mieterstromzuschlags: 

Eine 40 KW-Anlage hat derzeit (Stand: August 2018) einen Vergütungsanspruch von 11,92 ct/kWh. Der Anlagenteil bis 10 KW geht mit 25 % in die Berechnung mit ein; der Anlagenteil von 10 KW bis 40 KW mit 75 %: 0,25 x 12,08 ct/kWh + 0,75 x 11,87 ct/kWh = 11,92 ct/kWh

Wird hiervon nun der Abschlag in Höhe von 8,5 ct/kWh abgezogen, so ergibt sich für eine 40 KW-Mieterstromanlage aktuell ein Mieterstromzuschlag in Höhe von 3,42 ct/kWh für den Strom aus der Photovoltaikanlage, der an Mieter geliefert wird.

Anlagenbetreiber wird zum Stromlieferant 

Grundsätzlich kann ein Hauseigentümer selbst aktiv werden und seinen Mietern Mieterstrom anbieten. Voraussetzung dafür: Er übernimmt als Mieterstrom-Anbieter die Verantwortung für die gesamte Stromversorgung seiner Mieter. Reicht der Strom aus der eigenen Solaranlage nicht aus, um den Bedarf der Mieter zu decken, muss er sich um die Bereitstellung des zusätzlichen Stroms, z. B. aus dem Netz, kümmern. Der Anlagenbetreiber wird somit zum Energieversorgungsunternehmer im Sinne des Energiewirtschaftsgesetzes und des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Damit verbunden sind verschiedene energierechtliche Pflichten, die z. B. die Vertrags- und Rechnungsgestaltung sowie Registrierungs- und Mitteilungspflichten betreffen. 

Wer hilft bei Fragen?

Ob sich ein Mieterstrom-Projekt lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab – z. B. von der Lage der Immobilie, der Anlagengröße, der Anzahl der teilnehmenden Mietparteien und dem Anteil des Direktverbrauchs. Darüber hinaus ist der organisatorische und bürokratische Aufwand für Vermieter sehr hoch. Deshalb werden für die Umsetzung von Mieterstrommodellen in der Regel professionelle Dienstleister eingebunden, die ein unverbindliches Angebot erstellen können. Das können z. B. Stadtwerke oder Energiedienstleister sein. Diese können entweder die gesamte Stromlieferung und Abwicklung des Mieterstrom-Projekts oder nur Teilbereiche übernehmen. Der Vermieter profitiert trotzdem finanziell aus den Mehreinnahmen, z. B. aus der Dachverpachtung. Gleichzeitig steigert er den Wert seiner Immobilie.

Ein kostenloses Tool, mit dem Anlagenbetreiber die Wirtschaftlichkeit und den ökologischen Nutzen von Mieterstromprojekten berechnen können, hat das Institut für Solarenergieforschung entwickelt. 

Nicht-monetäre Vorteile für Eigentümer

Neben den finanziellen Aspekten gibt es aber natürlich auch nicht-monetäre Gesichtspunkte, die für eine Mieterstromanlage sprechen. Indem Eigentümer ein Mieterstrom-Projekt initiieren, leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und treiben die urbane Energiewende voran. Gleichzeitig können sie ihre Mieter an sich binden, indem sie ihnen einen günstigen Stromtarif anbieten und sich als verantwortungsbewusster wegweisender Vermieter präsentieren. 

In Baden-Württemberg gibt es bereits verschiedene erfolgreiche Mieterstrom-Projekte. Informationen dazu finden Sie hier.


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