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FAQ Energiepreise

FAQ

Fragen und Antworten zu Strom- und Energiepreisen

  • Strompreis, Energiepreis

Wie haben sich die Energiepreise in den vergangenen Jahren für Haushalte und Unternehmen entwickelt? Und welche Rolle spielt dabei die EEG-Umlage? In unseren FAQs finden Sie ausführliche Antworten. 

Wie haben sich Strom- und Energiepreise für private Haushalte entwickelt? Trend der Energiepreise für private Haushalte?

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    Anders als im Bereich der energieintensiven Industrie sind die Strompreise für private Haushalte in Deutschland und Baden-Württemberg in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen und liegen auch im europaweiten Vergleich über dem Durchschnitt. Bei einer inflationsbereinigten Berechnung ergibt sich eine Steigerung von durchschnittlich 2 Prozent im Jahr. Somit liegen die Strompreiserhöhungen über der allgemeinen Teuerungsrate.

    Auch wenn die Haushaltsstrompreise in Deutschland deutlich höher sind als in vielen anderen EU-Mitgliedstaaten, zeigen Daten der EU, dass der Preisanstieg zwischen 2008 und 2014 in Deutschland geringer ausgefallen ist als in den meisten anderen EU-Mitgliedstaaten. Die Preise in anderen EU-Mitgliedstaaten sind zum Teil auch deshalb geringer, weil sie dort staatlicher Regulierung unterliegen. Dies ist heute noch in 18 EU-Mitgliedstaaten der Fall, was im Hinblick auf den liberalisierten EU-Energiebinnenmarkt kritisch zu sehen ist.

    2014 betrug der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 29,3 Cent/kWh, wobei ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt einen Jahresverbrauch von 3.500 kWh aufweist. Dies bedeutet Stromkosten von ca. 1.000 EUR im Jahr bzw. 85 EUR im Monat.

    Der Gaspreis für Haushaltskunden betrug 2017 in Deutschland im Durchschnitt 6,56 Cent/kWh. Er ist zwischen 2013 und 2014 um 2,6 Prozent angestiegen. Im Gegensatz dazu sind die Gaspreise im EU-Durchschnitt in diesem Zeitraum gefallen.

    Im Preisvergleich der verschiedenen Heizkosten zeigt sich, dass sowohl beim Heizöl als auch bei Holzpellets die Kosten von 2013 auf 2014 weiter zurückgegangen sind. Bei Heizöl lag der Preis 2014 im Mittel bei 76,9 EUR pro Liter. Die Pelletspreise bewegten sich bei 264 EUR pro Tonne. Insgesamt zeigt sich, dass die Kosten für Wärme und Kraftstoff an den gesamten Energiekosten eines Haushalts einen größeren Anteil haben als die Stromkosten. Laut Energiepreisbericht Baden-Württemberg

    • betrugen die Wärmekosten eines durchschnittlichen Haushalts im Jahr 2014 je nach Heizungsträger zwischen 2,6 und 3,7 Prozent der Kaufkraft eines Haushalts.
    • nahmen die Kraftstoffkosten einen Anteil von 2,7 Prozent
    • die Stromkosten einen Anteil von 2,1 Prozent der Kaufkraft in Anspruch.

     

Wie setzt sich der Haushaltsstrompreis im Jahr zusammen? Strompreis pro Haushalt pro Jahr?

  • Der Haushaltsstrompreis setzt sich zusammen aus den Bereichen Erzeugung, Transport und Vertrieb (2014: 13,87 Cent/kWh) sowie aus den Steuern und Abgaben (2014: 15,26 Cent/kWh). In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Steuern und Abgaben gestiegen, wohingegen die Kosten im Bereich Stromerzeugung leicht gesunken sind. Bei den Steuern und Abgaben handelt es sich um die Posten Konzessionsabgabe, EEG-Umlage, KWK-Aufschlag, §19-Umlage, Offshore-Haftungsumlage sowie die Mehrwertsteuer und die Stromsteuer. Im Jahr 2014 kam die Umlage für abschaltbare Lasten hinzu.

    Bei der EEG-Umlage gibt es eine Besonderheit: Sinken die Erzeugungskosten (Beschaffungskosten an der Strombörse), steigt automatisch die EEG-Umlage. Da sich die Einspeisung erneuerbarer Energien nachweislich preissenkend auf den Börsenpreis auswirkt, ist es sinnvoll, die Erzeugungskosten und die EEG-Umlage gemeinsam zu betrachten, um einen Eindruck von den tatsächlichen Preisentwicklungen zu vermitteln: In den letzten Jahren ist die Summe aus Börsenpreis und EEG-Umlage etwa um 3 Prozent pro Jahr angestiegen.  

    Der Haushaltsstrompreis setzte sich 2014 wie folgt zusammen (Quelle: BDEW): 

    • 13,87 ct/kWh: Erzeugung, Transport, Vertrieb
    • 6,24 ct/kWh: EEG-Umlage
    • 4,65 ct/kWh: Mehrwertsteuer
    • 2,05 ct/kWh: Stromsteuer
    • 1,79 ct/kWh: Konzessionsabgabe
    • 0,09 ct/kWh: §19-Umlage
    • 0,25 ct/kWh: Offshore-Haftungsumlage
    • 0,18 ct/kWh: KWK-Aufschlag
    • 0,01 ct/kWh: Umlage für abschaltbare Lasten

     

     

Welche Einsparungsmöglichkeiten haben die Haushalte? Einsparungschancen für Haushalte?

  • Im liberalisierten EU-Energiebinnenmarkt hat jeder Privatkunde das Recht, seinen Energieversorger selbst zu wählen. Zunächst einmal greift die Grundversorgung. Sie stellt einerseits sicher, dass jeder Haushalt in Deutschland mit Strom versorgt wird. Aber andererseits ist dieser Grundversorgungstarif oftmals teurer als andere Tarife beim gleichen Anbieter oder die Angebote anderer Energieversorger. So lassen sich beispielsweise bei einem Stromverbrauch von 3.500 kWh (Dreipersonenhaushalt) in Stuttgart laut dem Energieportal Verivox bis zu 175 EUR pro Jahr sparen.

    Im europäischen Vergleich sind die Einsparmöglichkeiten durch den Anbieterwechsel in Deutschland wesentlich höher als in anderen Mitgliedstaaten. Dies ist ein Indikator dafür, dass der Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt besser funktioniert als in anderen EU-Staaten. Auf einschlägigen Internetportalen wie z.B. Verivox lässt sich leicht prüfen, ob und wie viel man durch einen Anbieterwechsel sparen kann.

    Außerdem kann eine anbieterunabhängige Energieberatung, z.B. über die regionalen Energieagenturen oder die Verbraucherzentralen, den Verbraucher dabei unterstützen, den Energieverbrauch zu reduzieren und damit Energiekosten zu senken.  

Wie haben sich Strom- und Energiepreise für Unternehmen entwickelt?

  • Die Strompreise für Unternehmen unterscheiden sich je nach der Höhe ihres Stromverbrauchs. Die meisten Industriebetriebe sind in den Eurostat-Verbrauchsgruppen IB (Verbrauch zwischen 20 und 500 MWh pro Jahr) bis zur Verbrauchsgruppe IE (Verbrauch zwischen 20.000 und 70.000 MWh pro Jahr) zu finden. Aufgrund der teilweisen Befreiungen von Steuern und Umlagen sowie der günstigeren Tarife der Versorger (z.B. aufgrund höherer oder gleichmäßiger Abnahmemengen) sind die Industriestrompreise geringer als die Haushaltsstrompreise. Je höher der Energieverbrauch, desto niedriger fallen die Strompreise aus. In der Verbrauchsgruppe IB betrug der Strompreis inklusive Abgaben und Steuern (ohne Mwst.) im Jahr 2014 18,70 Cent/kWh und in der Verbrauchsgruppe IE 11,58 Cent/kWh. Für die besonders energieintensiven Unternehmen mit einem Verbrauch zwischen 70.000 und 150.000 MWh betrug der durchschnittliche Strompreis im Jahr 2014 sogar nur 10,63 Cent/kWh.

    Aufgrund der unterschiedlichen Befreiungstatbestände für die energieintensive Industrie, wie z.B. der im EEG normierten Besonderen Ausgleichsregelung (siehe auch Frage 8), ist für diese Verbrauchsgruppe auch künftig ein weitgehend stabiler Strompreis zu erwarten, welcher sich an dem Großhandelsstrompreis orientiert. Auf diese Weise wird eine Abwanderung dieser energieintensiven Unternehmen ins Ausland vermieden.

    Im Bereich der Kosten für Erdgas zeichneten sich 2014 wie auch im Haushaltsbereich preisdämpfende Tendenzen ab.

    Grundsätzlich ist im Kontext der Diskussion über die Energiekosten für Industrieunternehmen in Deutschland zu berücksichtigen, dass neben den Energiekosten wichtige andere Standortfaktoren wie Lohnkosten, politische Stabilität, räumliche Nähe zu Lieferanten, Versorgungssicherheit und Infrastruktur eine entscheidende Rolle spielen, wenn es um die Frage von Produktionsverlagerungen geht. Darüber hinaus hängt die Rolle des Energiepreises auch stark davon ab, wie hoch der Anteil der Energiekosten an der Bruttowertschöpfung ist. Für bestimmte Grundstoffindustrien ist dieser Anteil wesentlich höher als im Bereich des Maschinen- und Fahrzeugbaus. So haben z.B. die Industriezweige Papier, Zement, Metallerzeugung/-bearbeitung oder chemische Erzeugnisse einen Anteil der Energiekosten an der Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Prozent. Im Maschinenbau oder Fahrzeugbau sind es ca. 3 bis 4 Prozent.

    Auch wenn die Strompreise in Deutschland im europäischen Vergleich höher sind, so befindet sich auf der anderen Seite die Stromversorgung in Deutschland auf einem sehr hohen qualitativen Niveau. Der sogenannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index) gibt die durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrechungen an. In Deutschland betrug dieser Wert in 2014 12,3 Minuten. In anderen EU-Mitgliedstaaten sind diese Werte um ein Vielfaches höher. In Frankreich betrug der SAIDI-Index beispielsweise in 2013 68 Minuten, in Portugal 89 Minuten und in Polen sogar 255 Minuten.    

Wie haben sich die Energiekosten in Deutschland entwickelt? Energiekosten in Deutschland?

  • In einer Stellungnahme zum vierten Monitoringbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Energiewende, die von einer vom BMWi ernannten Expertenkommission erarbeitet worden ist, wurde untersucht, in welchem Zusammenhang die Strom- und Energiepreisentwicklung zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland steht. Die Experten haben dafür die Energiekosten aller Verbraucher in Deutschland (sowohl privat als auch gewerblich) zusammengerechnet und in Bezug zur Wirtschaftsentwicklung gesetzt.

    Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lagen die Letztverbraucherausgaben für Strom in 2014 bei 2,4 Prozent. Dieser Wert liegt auf dem Vorjahresniveau. Insgesamt lag der Anteil dieser aggregierten Stromkosten an der Bruttowertschöpfung in den vergangenen 20 Jahren immer unter drei Prozent. Im Vergleich dazu stärker gestiegen sind die Erdgaskosten, was vor allem auf die internationale Preisentwicklung zurückzuführen ist.

    Eine solche Gesamtbetrachtung sagt allerdings noch nichts über Verteilungswirkungen aus. So kann es einzelne gesellschaftliche Gruppen oder Unternehmen geben, die einen größeren oder geringeren Anteil bezogen auf ihre Einkommen bzw. ihren Umsatz ausgeben. Die Expertenkommission weist auch auf das Thema der Energiearmut hin. So können ihren Berechnungen nach ca. 10 bis 12 Prozent der Haushalte als von Energiearmut gefährdet angesehen werden. Sie weist auch darauf hin, dass diese Problematik allerdings nicht allein auf die Energiewende zurückzuführen ist.   

Welche Rolle spielt die EEG-Umlage? Rolle der EEG-Umlage?

  • 2014 und 2015 betrug die EEG-Umlage mit 6,24 bzw. 6,17 Cent/kWh jeweils etwas mehr als ein Drittel im Kostenblock der Steuern und Abgaben. Die aktuelle EEG-Umlage des Jahres 2016 beträgt 6,354 Cent/kWh. Für die EEG-Umlage wendete ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt im Jahr 2014 mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh insgesamt monatlich 18 EUR auf.

    Der zu beobachtende Anstieg der EEG-Umlage in den vergangenen Jahren geht auf verschiedene Faktoren zurück.

    Zum einen errechnet sich die EEG-Umlage aus den sogenannten Differenzkosten. Die Erzeuger von erneuerbaren Energien erhalten von den Übertragungsnetzbetreibern die gesetzlich vereinbarte Einspeisevergütung. Der erneuerbar erzeugte Strom wird von den Übertragungsnetzbetreibern an der Strombörse verkauft. In den vergangenen Jahren sind die Erlöse an der Strombörse aus verschiedenen Gründen gesunken. Somit wird die Lücke zwischen der zu zahlenden Einspeisevergütung und den Einnahmen aus der Vermarktung an der Strombörse immer größer. Diese Differenzkosten werden auf die Stromkunden umgelegt. Wenn der Strompreis an der Börse weiter sinkt, so geht die Schere zwischen Einspeisevergütung und Erlösen an der Strombörse weiter auf und die EEG-Umlage steigt.

    Die sinkenden Börsenstrompreise sind neben dem zunehmenden Anteil der erneuerbaren Energien auch auf die derzeit niedrigen Kosten für CO2-Zertifikate von unter 5 Euro zurückzuführen. Eine Reform des europäischen Emissionshandels und damit eine Stärkung seiner Anreizfunktion würde für steigende Zertifikatspreise sorgen und damit den Börsenstrompreis stabilisieren. So würden die Differenzkosten sinken, was eine dämpfende Wirkung auf die EEG-Umlage zur Folge hätte. Folglich war es höchste Zeit für die im Juli 2015 beschlossene Reform des Emissionshandels durch das EU-Parlament, deren Neuerungen ab 2019 greifen sollen.

    Zum anderen zahlen nicht alle Stromkunden den vollen Anteil der errechneten Differenzkosten. So wurden in den vergangenen Jahren die Ausnahmen für die energieintensiven Industrien ausgeweitet (siehe Frage 7). Als Folge müssen immer weniger Schultern eine immer höhere Summe an Differenzkosten tragen. Die Konsequenz: Ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage.

    Außerdem gab es in den vergangenen Jahren einen starken Ausbau der vergleichsweise stark geförderten Photovoltaik. Die Photovoltaik erhält noch immer die höchsten Fördersätze, wenngleich diese in der Vergangenheit schon deutlich reduziert worden sind und mittlerweile den tatsächlichen Kosten angeglichen wurden. Die Tatsache, dass die Vergütung für erneuerbar erzeugten Strom für 20 Jahre zugesagt wird, um die notwendige Investitions- und Planungssicherheit für erneuerbare Energien sicherzustellen, führt gleichzeitig dazu, dass die EEG-Umlage in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach nicht oder jedenfalls nicht wesentlich sinken wird. Die aktuell angestoßene Reform des EEG soll einen weiteren Anstieg der Kosten begrenzen.

    Grundsätzlich ist die Höhe der EEG-Umlage kein geeigneter Indikator für die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien: Nur 40 Prozent des Anstiegs der EEG-Umlage zwischen 2013 und 2014 sind direkt auf den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung zurückführbar. Der Anstieg der EEG-Umlage kann daher nicht mit den Kosten der erneuerbaren Energien oder der Energiewende gleichgesetzt werden.  

Wie haben sich die Ausnahmen für energieintensive Industrie entwickelt? Ausnahmen für energieintensive Industrie?

  • Ein wichtiger Einflussfaktor auf die EEG-Umlage stellt die Privilegierung energieintensiver Unternehmen dar. Diese Privilegierung wird im EEG aus dem Jahre 2012 geregelt (so genannte „Besondere Ausgleichsregelung“) und führt bisher für Eisenbahnunternehmen sowie für energieintensive Unternehmen zu einer auf bis zu 0,05 Cent/kWh reduzierten EEG-Umlage im Vergleich zu 6,24 Cent/kWh für die nicht privilegierten Unternehmen sowie die privaten Haushalte im Jahr 2014. Wesentliche Voraussetzung für die Unternehmen ist ein jährlicher Stromverbrauch an einem Standort von mindestens 1 GWh. Für die maximale Reduzierung auf 0,05 Cent/kWh für den Gesamtverbrauch sind eine Mindestabnahme von 100 GWh/Jahr am Standort sowie ein Anteil der Stromkosten von 20 Prozent an der Bruttowertschöpfung notwendig. Durch die Ausweitung der Möglichkeiten zur Privilegierung sowie das bei steigender EEG-Umlage wachsende Interesse der Unternehmen an der Privilegierung ist die Anzahl dieser Unternehmen in den letzten Jahren stetig angestiegen – allein in Baden-Württemberg von 83 Unternehmen im Jahr 2010 auf 292 Unternehmen im Jahr 2014. In Deutschland stieg die Zahl der Unternehmen, die unter die Besondere Ausgleichsregelung fallen von 688 im Jahr 2010 auf  2.779 im Jahr 2014.

    Die Strommenge, die aufgrund der Besonderen Ausgleichsregelung von der Zahlung der EEG-Umlage befreit ist, ist bundesweit seit 2011 stetig angestiegen. Waren es 2011 noch 76 TWh (knapp 16 Prozent des deutschen Stromabsatzes), so stieg die privilegierte Menge 2012 auf 85 TWh (knapp 18 Prozent des Stromabsatzes) und 2013 auf 95 TWh (ca. 20 Prozent des Stromabsatzes) an. Nach Auskunft des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) betrug die privilegierte Energiemenge, die 2013 auf Abnahmestellen in Baden-Württemberg entfiel, 6.701 GWh und damit 7 Prozent der bundesweit privilegierten Strommenge. Dieser - im Vergleich zu der Anzahl der Abnahmestellen niedrigere - Anteil zeigt, dass die privilegierten Abnahmestellen in Baden-Württemberg durchschnittlich weniger Strom pro Jahr abnehmen als im Mittel der übrigen Bundesländer.   

    Im Mai 2014 hat die Bundesregierung einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der zu einer europarechtskonformen Überarbeitung der Besonderen Ausgleichsregelung führen soll. Die bisherigen Kriterien sollen leicht abgewandelt werden. So soll zusätzlich das Kriterium der Handelsintensität mit dem außereuropäischen Ausland aufgenommen werden. Diese Reform der Besonderen Ausgleichsregelung wird voraussichtlich dazu führen, dass einige Unternehmen künftig nicht mehr entlastet werden. Für diese Unternehmen ist jedoch eine Härtefallregelung vorgesehen. Berechnungen der Bundesregierung zufolge wird sich die Höhe der finanziellen Entlastung für die privilegierten Unternehmen nicht wesentlich ändern und wie in 2013 ungefähr 5 Mrd. Euro betragen. 

Ist die Energiewende für den Strompreisanstieg verantwortlich?

  • Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der notwendigen Energieinfrastruktur fallen bereits jetzt und auch zukünftig erhebliche Kosten an. Allerdings ist es wichtig, zwischen den Strompreisen bzw. Energiepreisen einerseits und den Kosten der Energiewende andererseits zu unterscheiden. Wie bei Frage 6 dargestellt wurde, ist zum Beispiel der Anstieg der EEG-Umlage nur zum Teil auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurückzuführen. Zum anderen ist in die Betrachtung einzustellen, dass der Umstieg auf eine klimafreundliche Energieerzeugung auch einen erheblichen gesamtgesellschaftlichen sowie volkswirtschaftlichen Nutzen hat.

    Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass auch eine Energieerzeugung auf der Basis fossiler Energieträger mit Kosten verbunden und in der Vergangenheit durch den Staat unterstützt worden ist. Ein Großteil des deutschen Kraftwerksparks ist älteren Baujahres und müsste in den kommenden Jahren erneuert werden. Wenn die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung umgesetzt werden sollen, müsste man künftig auf Kraftwerke mit CO2-Abscheidung und –Speicherung (CCS-Technologie) setzen. Diese Technologie ist vergleichsweise teuer.

    Bereits seit längerem zeichnet sich der Trend ab, dass die Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien vergleichbar mit den Kosten der Stromerzeugung aus konventionellen Kraftwerken werden. Verschiedene Studien untersuchen diese sogenannten Stromgestehungskosten. Dabei handelt es sich um die Kosten, die für die Erzeugung von Strom notwendig sind – also sowohl um die Kosten für die Investition in die neue Anlage als auch um die Kosten für den Betrieb. Einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme aus dem Jahr 2013 zufolge waren die Stromgestehungskosten von Windenergieanlagen an Land bereits damals vergleichbar mit jenen konventioneller Kraftwerke (vor allem Steinkohle- und Gaskraftwerken, an besonders guten Standorten sogar mit den vergleichsweise günstigen Braunkohlekraftwerken).


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