FAQ Energiepreise

FAQ

Fragen und Antworten zu Strom- und Energiepreisen

  • Strompreis, Energiepreis

Wie haben sich die Energiepreise in den vergangenen Jahren für Haushalte und Unternehmen entwickelt? Und welche Rolle spielt dabei die EEG-Umlage? In unseren FAQs finden Sie ausführliche Antworten. 

Wie haben sich Strom- und Energiepreise für private Haushalte entwickelt? Trend der Energiepreise für private Haushalte?

  • Die Strompreise für private Haushalte in Deutschland und Baden-Württemberg sind bis 2013 kontinuierlich gestiegen und liegen auch im europaweiten Vergleich über dem Durchschnitt. Seit 2013 sind die Haushaltsstrompreise im Land jedoch weitgehend stabil geblieben. Bei einer inflationsbereinigten Berechnung ergibt sich eine Steigerung von rund 13% zwischen den Jahren 2010 und 2016. Somit liegen die Strompreiserhöhungen über der allgemeinen Teuerungsrate. Im europäischen Vergleich hat nur Dänemark trotz geringerer Beschaffungskosten höhere Strompreise für private Haushalte als Deutschland.

    2017 betrug der durchschnittliche Haushaltsstrompreis in Deutschland 29,2 Cent/kWh. Somit belaufen sich die Stromkosten eines durchschnittlichen Dreipersonenhaushalts mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh  auf ca. 1.000 EUR im Jahr bzw. 85 EUR im Monat.

    Der Gaspreis für Haushaltskunden (Jahresverbrauch von 20.000 kWh) betrug 2017 in Deutschland im Durchschnitt 5,73 Cent/kWh. Er ist seit 2012 um 15 Prozent gefallen. Dabei liegen die Gaspreise für deutsche Haushaltskunden geringfügig über dem Durchschnitt der Eurozone.

    Der Energiepreisbericht für Baden-Württemberg für 2016 gibt Informationen zur Belastung der Haushalte mit Energiekosten. Bezogen auf das verfügbare Einkommen nehmen die gesamten Energiekosten im Jahr 2016 einen Anteil von 5-7% ein. Seit 2013 ist die Kostenbelastung bezogen auf das verfügbare Einkommen deutlich zurückgegangen und lag 2016 etwa auf dem Niveau von 2006. Infolge des Rückgangs der Kraftstoffpreise liegen die Transportkosten eines privaten Haushalts 2016 in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2009 und sind gegenüber 2012 deutlich zurückgegangen. Bezüglich der Wärmebereitstellung sind die Kosten mit Heizöl und Erdgas seit 2006 um bis zu 17% zurückgegangen, während sie im Fall von Pellets, Fernwärme und Heizstrom unterschiedlich stark gestiegen sind. Bei den Stromkosten liegt zwischen 2006 und 2013 ein deutlicher Anstieg vor, gefolgt von einer Periode vergleichsweise stabiler Preise.

Wie setzt sich der Haushaltsstrompreis im Jahr zusammen? Strompreis pro Haushalt pro Jahr?

  • Der Haushaltsstrompreis setzt sich zusammen aus den Bereichen Beschaffung und Vertrieb (2017: 5,67 Cent/kWh), Netzentgelt inkl. Messung, Abrechnung, Messstellenbetrieb (2017: 7,50 Cent/kWh) sowie aus den Steuern, Abgaben und Umlagen (2017: 16,06 Cent/kWh). In den vergangenen Jahren ist der Anteil der Steuern, Abgaben und Umlagen sowie das Netzentgelt gestiegen, wohingegen die Kosten im Bereich Stromerzeugung kontinuierlich gesunken sind. Bei den Steuern und Abgaben handelt es sich um die Posten Konzessionsabgabe, EEG-Umlage, KWKG-Umlage, §19 StromNEV-Umlage, Offshore-Haftungsumlage, Umlage für abschaltbare Lasten sowie die Mehrwertsteuer und die Stromsteuer.

    Bei der EEG-Umlage gibt es eine Besonderheit: Sinken die Erzeugungskosten (Beschaffungskosten an der Strombörse), steigt automatisch die EEG-Umlage. Da sich die Einspeisung erneuerbarer Energien nachweislich preissenkend auf den Börsenpreis auswirkt, ist es sinnvoll, die Erzeugungskosten und die EEG-Umlage gemeinsam zu betrachten, um einen Eindruck von den tatsächlichen Preisentwicklungen zu vermitteln: In den letzten Jahren ist die Summe aus Börsenpreis und EEG-Umlage aufgrund des starken Rückgangs der Börsenstrompreise sogar leicht gesunken.  

    Der Haushaltsstrompreis setzte sich 2017 wie folgt zusammen (Quelle: BDEW): 

    • 5,67 ct/kWh: Beschaffung, Vertrieb
    • 7,50 ct/kWh: Netzentgelt inkl. Messung, Abrechnung, Messstellenbetrieb
    • 6,88 ct/kWh: EEG-Umlage
    • 4,67 ct/kWh: Mehrwertsteuer
    • 2,05 ct/kWh: Stromsteuer
    • 1,66 ct/kWh: Konzessionsabgabe
    • 0,388 ct/kWh: §19 StromNEV-Umlage
    • -0,028 ct/kWh: Offshore-Haftungsumlage
    • 0,438 ct/kWh: KWKG-Umlage
    • 0,006 ct/kWh: Umlage für abschaltbare Lasten

     

     

Welche Einsparungsmöglichkeiten haben die Haushalte? Einsparungschancen für Haushalte?

  • Im liberalisierten EU-Energiebinnenmarkt hat jeder Privatkunde das Recht, seinen Energieversorger selbst zu wählen. Zunächst einmal greift die Grundversorgung. Sie stellt einerseits sicher, dass jeder Haushalt in Deutschland mit Strom versorgt wird. Aber andererseits ist dieser Grundversorgungstarif oftmals teurer als andere Tarife beim gleichen Anbieter oder die Angebote anderer Energieversorger. Auf einschlägigen Internetportalen lässt sich leicht prüfen, ob und wie viel man durch einen Anbieterwechsel sparen kann.

    Außerdem kann eine anbieterunabhängige Energieberatung, z.B. über die regionalen Energieagenturen oder die Verbraucherzentralen, den Verbraucher dabei unterstützen, den Energieverbrauch zu reduzieren und damit Energiekosten zu senken. 

Wie haben sich Strom- und Energiepreise für Unternehmen entwickelt?

  • Die Strompreise für Unternehmen unterscheiden sich je nach der Höhe ihres Stromverbrauchs. Die meisten Industriebetriebe sind in den Eurostat-Verbrauchsgruppen IB (Verbrauch zwischen 20 und 500 MWh pro Jahr) bis zur Verbrauchsgruppe IE (Verbrauch zwischen 20.000 und 70.000 MWh pro Jahr) zu finden. Aufgrund der teilweisen Befreiungen von Steuern und Umlagen sowie der günstigeren Tarife der Versorger (z.B. aufgrund höherer oder gleichmäßiger Abnahmemengen) sind die Industriestrompreise geringer als die Haushaltsstrompreise. Je höher der Energieverbrauch, desto niedriger fallen die Strompreise aus. In der Verbrauchsgruppe IB betrug der Strompreis inklusive Abgaben und Steuern (ohne Mwst.) im Jahr 2016 17,2 Cent/kWh und in der Verbrauchsgruppe IE 9,7 Cent/kWh. Für die besonders energieintensiven Unternehmen mit einem Verbrauch zwischen 70.000 und 150.000 MWh betrug der durchschnittliche Strompreis im Jahr 2016 sogar nur 8,8 Cent/kWh (Quelle: Eurostat).

    Aufgrund der unterschiedlichen Befreiungstatbestände für die energieintensive Industrie, wie z.B. der im EEG normierten Besonderen Ausgleichsregelung (siehe auch Frage 8), haben einige Unternehmen der energieintensiven Industrie, die weitgehend von allen staatlich induzierten Preisbestandteilen befreit sind, in den letzten Jahren von fallenden Strompreisen profitiert. Und auch für die Zukunft ist für diese Verbrauchsgruppe ein weitgehend stabiler Strompreis zu erwarten, welcher sich an dem Großhandelsstrompreis orientiert. Auf diese Weise wird eine Abwanderung dieser energieintensiven Unternehmen ins Ausland vermieden.

    Die Erdgaspreise für die Industrie sind seit 2013 deutlich zurückgegangen, seit Anfang 2017 zeichnet sich eine Stabilisierung ab.

    Grundsätzlich ist im Kontext der Diskussion über die Energiekosten für Industrieunternehmen in Deutschland zu berücksichtigen, dass neben den Energiekosten wichtige andere Standortfaktoren wie Lohnkosten, politische Stabilität, räumliche Nähe zu Lieferanten, Versorgungssicherheit und Infrastruktur eine entscheidende Rolle spielen, wenn es um die Frage von Produktionsverlagerungen geht. Darüber hinaus hängt die Rolle des Energiepreises auch stark davon ab, wie hoch der Anteil der Energiekosten an der Bruttowertschöpfung ist. Für bestimmte Grundstoffindustrien ist dieser Anteil wesentlich höher als im Bereich des Maschinen- und Fahrzeugbaus. So haben z.B. die Industriezweige Papier, Zement, Metallerzeugung/-bearbeitung oder chemische Erzeugnisse einen durchschnittlichen Anteil der Energiekosten an der Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Prozent. Im Maschinenbau oder Fahrzeugbau sind es ca. 3 bis 4 Prozent.

    Auch wenn die Strompreise in Deutschland im europäischen Vergleich höher sind, so befindet sich auf der anderen Seite die Stromversorgung in Deutschland auf einem sehr hohen qualitativen Niveau. Der sogenannte SAIDI-Wert (System Average Interruption Duration Index) gibt die durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrechungen an. In Deutschland betrug dieser Wert in 2016 12,8 Minuten. In anderen EU-Mitgliedstaaten sind diese Werte teilweise um ein Vielfaches höher. In Frankreich betrug der SAIDI-Index beispielsweise in 2014 50 Minuten, in Portugal 75 Minuten und in Polen sogar 192 Minuten. 

Wie haben sich die Energiekosten in Deutschland entwickelt? Energiekosten in Deutschland?

  • In ihrer Stellungnahme zum fünften Monitoringbericht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) zur Energiewende, untersuchte die vom BMWi ernannte Expertenkommission erneut, in welchem Zusammenhang die Strom- und Energiepreisentwicklung zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland steht. Die Experten haben dafür die Energiekosten aller Verbraucher in Deutschland (sowohl privat als auch gewerblich) zusammengerechnet und in Bezug zur Wirtschaftsentwicklung gesetzt.

    Bezogen auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lagen die Letztverbraucherausgaben für Strom in 2015 bei 2,3 Prozent und liegen damit wieder auf dem Niveau von 2009. Insgesamt lag der Anteil dieser aggregierten Stromkosten an der Bruttowertschöpfung in den vergangenen 20 Jahren immer unter drei Prozent. Aufgrund der gesunkenen Kraftstoffpreise ist der Anteil der Letztverbraucherausgaben im Verkehr am BIP von 2,8 % im Jahr 2014 auf 2,4 % im Jahr 2015 deutlich gesunken. Die Letztverbraucherausgaben für Wärmedienstleistungen blieben 2015 nach den Berechnungen der Expertenkommission im Vergleich zum Vorjahr fast unverändert bei einem relativen Anteil von 3,0 % am Bruttoinlandsprodukt.

    Eine solche Gesamtbetrachtung sagt allerdings noch nichts über Verteilungswirkungen aus. So kann es einzelne gesellschaftliche Gruppen oder Unternehmen geben, die einen größeren oder geringeren Anteil bezogen auf ihre Einkommen bzw. ihren Umsatz ausgeben. Die Expertenkommission weist in ihren Stellungnahmen zu den Monitoringberichten des BMWi zur Energiewende auch auf das Thema der Energiearmut hin. So können ihren Berechnungen nach ca. 10 bis 12 Prozent der Haushalte als von Energiearmut gefährdet angesehen werden. Sie weist auch darauf hin, dass diese Problematik allerdings nicht allein auf die Energiewende zurückzuführen ist. 

Welche Rolle spielt die EEG-Umlage? Rolle der EEG-Umlage?

  • 2017 betrug die EEG-Umlage mit 6,88 Cent/kWh mehr als 40 % im Kostenblock der Steuern, Abgaben und Umlagen. Im Jahr 2018 geht die EEG-Umlage geringfügig auf 6,79 Cent/kWh zurück. Für die EEG-Umlage wendete ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt im Jahr 2017 mit einem Jahresverbrauch von 3.500 kWh monatlich 20 EUR auf.

    Der zu beobachtende Anstieg der EEG-Umlage in den vergangenen Jahren geht auf verschiedene Faktoren zurück.

    Zum einen errechnet sich die EEG-Umlage aus den sogenannten Differenzkosten. Die Erzeuger von erneuerbaren Energien erhalten von den Übertragungsnetzbetreibern die Einspeisevergütung. Der erneuerbar erzeugte Strom wird an der Strombörse verkauft. In den vergangenen Jahren sind die Erlöse an der Strombörse aus verschiedenen Gründen deutlich gesunken. Somit wird die Lücke zwischen der zu zahlenden Einspeisevergütung und den Einnahmen aus der Vermarktung an der Strombörse immer größer. Diese Differenzkosten werden auf die Stromkunden umgelegt.

    Die sinkenden Börsenstrompreise sind neben dem zunehmenden Anteil der erneuerbaren Energien auch auf die derzeit niedrigen Kosten für CO2-Zertifikate im europäischen Emissionshandel von rund 7 Euro/t CO2 zurückzuführen. Eine Reform des europäischen Emissionshandels und damit eine Stärkung seiner Anreizfunktion würde für steigende Zertifikatspreise sorgen und damit den Börsenstrompreis stabilisieren. So würden die Differenzkosten sinken, was eine dämpfende Wirkung auf die EEG-Umlage zur Folge hätte.

    Zum anderen zahlen nicht alle Stromkunden den vollen Anteil der errechneten Differenzkosten. So wurden insbesondere bis 2014 die Ausnahmen für die energieintensiven Industrien ausgeweitet (siehe Frage 7). Als Folge müssen immer weniger Schultern eine immer höhere Summe an Differenzkosten tragen. Die Konsequenz: Ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage.

    Außerdem gab es vor allem in den Jahren 2009 bis 2012 einen starken Ausbau der vergleichsweise stark geförderten Photovoltaik. Die Photovoltaik erhielt in diesem Zeitraum noch sehr hohe Fördersätze, die inzwischen jedoch drastisch reduziert worden sind. Die Tatsache, dass die Vergütung für erneuerbar erzeugten Strom für 20 Jahre zugesagt wird, um die notwendige Investitions- und Planungssicherheit für erneuerbare Energien sicherzustellen, führt gleichzeitig dazu, dass die EEG-Umlage in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach nicht oder jedenfalls nicht wesentlich sinken wird. Die deutliche Reduktion der Fördersätze sowie der Umstieg auf ein wettbewerbliches Ausschreibungssystem führen jedoch dazu, dass der weitere Zubau der erneuerbaren Energien nicht zum einem zusätzlichen Kostentreiber wird.

    Grundsätzlich ist die Höhe der EEG-Umlage kein geeigneter Indikator für die Kosten des Ausbaus der erneuerbaren Energien: so sind beispielsweise nur 40 Prozent des deutlichen Anstiegs der EEG-Umlage zwischen 2013 und 2014 direkt auf den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung zurückführbar. Der Anstieg der EEG-Umlage kann daher nicht mit den Kosten der erneuerbaren Energien oder der Energiewende gleichgesetzt werden.

Wie haben sich die Ausnahmen für energieintensive Industrie entwickelt? Ausnahmen für energieintensive Industrie?

  • Ein wichtiger Einflussfaktor auf die EEG-Umlage stellt die Privilegierung stromintensiver Unternehmen und Eisenbahnunternehmen dar. Diese Privilegierung (so genannte „Besondere Ausgleichsregelung“) wurde im EEG im Jahr 2003 eingeführt und seither mehrmals überarbeitet. Nach den Vorgaben des EEG 2017 zahlen privilegierte Unternehmen bis zu einem Verbrauch von 1 GWh die volle EEG-Umlage (Selbstbehalt). Die Privilegierung für jede weitere Kilowattstunde ist abhängig von der Stromkostenintensität (Verhältnis von Stromkosten zur Bruttowertschöpfung) des Unternehmens. Liegt die Stromkostenintensität bei mindestens 17%, wird die EEG-Umlage auf in der Regel 15 % der regulären Umlage beschränkt. Für besonders strom- und handelsintensive Branchen gilt ein reduzierter Schwellenwert von 14 %, bei dem die Unternehmen grundsätzlich 20 % der vollen Umlage zahlen. Darüber hinaus gelten Höchstgrenzen für die Belastung: ab einer Stromkostenintensität von 20 % darf der zu zahlende Umlagebetrag maximal 0,5 % der durchschnittlichen Bruttowertschöpfung betragen, bei weniger als 20 % Stromkostenintensität max. 4 %.

    Durch die Ausweitung der Möglichkeiten zur Privilegierung seit der Einführung in 2003 sowie das bei steigender EEG-Umlage wachsende Interesse der Unternehmen an der Privilegierung ist die Anzahl dieser Unternehmen in den letzten Jahren stetig angestiegen – allein in Baden-Württemberg von 83 Unternehmen im Jahr 2010 auf 283 Unternehmen im Jahr 2016. In Deutschland stieg die Zahl der Unternehmen, die unter die Besondere Ausgleichsregelung fallen von 688 im Jahr 2010 auf  2.092 im Jahr 2017.

    Auch die Strommenge, die aufgrund der Besonderen Ausgleichsregelung von der Zahlung der EEG-Umlage befreit ist, ist bundesweit seit 2011 stetig angestiegen. Waren es 2011 noch 76 TWh (knapp 16 Prozent des deutschen Stromabsatzes), so stieg die privilegierte Menge 2012 auf 85 TWh (knapp 18 Prozent des Stromabsatzes) und  auf 106 TWh im Jahr 2017 (ca. 20 Prozent des Stromabsatzes) an. Nach Auskunft des zuständigen Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) betrug die privilegierte Energiemenge, die 2016 auf Abnahmestellen in Baden-Württemberg entfiel, 6.625 GWh und damit 6,2 Prozent der bundesweit privilegierten Strommenge. Dieser - im Vergleich zu der Anzahl der Abnahmestellen niedrigere - Anteil zeigt, dass die privilegierten Abnahmestellen in Baden-Württemberg durchschnittlich weniger Strom pro Jahr abnehmen als im Mittel der übrigen Bundesländer. 

Ist die Energiewende für den Strompreisanstieg verantwortlich?

  • Die Energiewende ist nicht zum Nulltarif zu haben. Für den Ausbau der erneuerbaren Energien und der notwendigen Energieinfrastruktur fallen erhebliche Kosten an. Allerdings ist es wichtig, zwischen den Strompreisen bzw. Energiepreisen einerseits und den Kosten der Energiewende andererseits zu unterscheiden. Wie bei Frage 6 dargestellt wurde, ist zum Beispiel der Anstieg der EEG-Umlage nur zum Teil auf den Ausbau der erneuerbaren Energien zurückzuführen. Zum anderen ist in die Betrachtung einzustellen, dass der Umstieg auf eine klimafreundliche Energieerzeugung auch einen erheblichen gesamtgesellschaftlichen sowie volkswirtschaftlichen Nutzen hat und dadurch erhebliche Belastungen für die Gesellschaft vermieden werden (etwa die Kosten der Folgeschäden des Klimawandels).

    Darüber hinaus sollte nicht vergessen werden, dass auch eine Energieerzeugung auf der Basis fossiler Energieträger mit Kosten verbunden und in der Vergangenheit durch den Staat unterstützt worden ist. Ein Großteil des deutschen Kraftwerksparks ist älteren Baujahres und müsste in den kommenden Jahren erneuert werden. Wenn die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung mit konventionellen Kraftwerkstechnologien umgesetzt werden sollten, müsste man künftig auf Kraftwerke mit CO2-Abscheidung und –Speicherung (CCS-Technologie) setzen. Diese Technologie ist vergleichsweise teuer.

    Bereits seit längerem zeichnet sich der Trend ab, dass die Kosten der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit den Kosten der Stromerzeugung aus neuen konventionellen Kraftwerken gleichziehen oder diese sogar unterschreiten. Verschiedene Studien untersuchen diese sogenannten Stromgestehungskosten. Dabei handelt es sich um die Kosten, die für die Erzeugung von Strom notwendig sind – also sowohl um die Kosten für die Investition in die neue Anlage als auch um die Kosten für den Betrieb.  Auch der deutliche Rückgang der Zuschlagspreise für Photovoltaik- und Windkraftanlagen (sowohl an Land als auch auf See) im Rahmen der EEG-Ausschreibungsrunden zeigt, dass die erneuerbare Erzeugung immer wettbewerbsfähiger wird.


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