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Stichwort zur Energiewende: EEG-Umlage

Aktuelles Stichwort

Was ist eigentlich ... die EEG-Umlage?

  • Windpark

    Quelle: JiSIGN

Deutschland ist das Silicon Valley des Ökostroms. Nirgendwo auf der Welt wird die Umstellung auf erneuerbare Energien einfallsreicher und energischer vollzogen. Doch Pioniere haben es nicht leicht. Technologien zur Förderung und Speicherung von Ökostrom müssen entwickelt und finanzielle Anreize zu dessen Einspeisung geschaffen werden. Was sich langfristig für alle rechnet, verursacht deshalb erst einmal Mehrkosten. Wer diese Kosten trägt, regelt seit dem Jahr 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz, kurz EEG.
Klima- und Umweltschutz stehen nicht erst seit Fukushima auf der politischen Agenda Deutschlands. Damit untrennbar verbunden ist seit vielen Jahren der Ausbau erneuerbarer Energien. Der ist bis heute sehr erfolgreich verlaufen – auch, dank der Einspeisevergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), die die Anschubfinanzierung sicherstellte. Dieses Gesetz hat die Bundesregierung bereits im April 2000 verabschiedet. Das Regelwerk heißt mit vollem Namen „Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien“ und ordnet seither in verschiedenen Neufassungen die Einspeisung von nachhaltig erzeugter Energie ins Stromnetz. Das Gesetz funktioniert im Prinzip wie die Vorfahrtsregel: Erneuerbares vor Fossilem. Um für Unternehmen zusätzliche Anreize zur Einspeisung erneuerbarer Energien ins Stromnetz zu schaffen, erhalten Erzeuger seit 2012 zusätzlich zu den Erlösen an der Strombörse eine Vergütung in Form einer Marktprämie für jede Kilowattstunde Ökostrom. Das festgeschriebene Ziel des EEG in seiner aktuellen Fassung: Der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch soll bis 2025 auf 40-45 Prozent, bis 2035 auf 55-60 Prozent und bis 2050 schließlich auf 80 Prozent erhöht werden.
Ein zentraler Teil des Gesetzes ist die so genannte EEG-Umlage. Mit Hilfe dieser Umlage werden die Mehrkosten für die Vergütung von Ökostrom an den Endverbraucher weitergegeben. Die Höhe der EEG-Umlage wird seit der Ersterhebung 2003 jedes Jahr am 15. Oktober von den vier deutschen Stromnetzbetreibern zusammen mit Forschungsinstituten für das Folgejahr festgeschrieben. Die EEG-Umlage setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen und spiegelt nicht nur die Kosten für den Ausbau der erneuerbaren Energien wider. Ihre Höhe wird auch durch den Strompreis an der Börse, durch Prognoseungenauigkeiten oder die Privilegierung der energieintensiven Industrie, die teilweise von der Zahlung der EEG-Umlage befreit ist, bestimmt. Beispielsweise betrug die EEG-Umlage in 2014 6,24 Cent/ Kilowattstunde, wobei Berechnungen des Öko-Instituts zufolge  3,68 Cent auf die Förderkosten, 1,35 Cent auf die Industrieprivilegien und 1,21 Cent auf sonstige Faktoren zurück gingen.         

Mehr verbrauchen, weniger bezahlen?
Obwohl die EEG-Umlage ein notwendiges Element der Energiewende darstellt, bleibt ihre sozialverträgliche Überarbeitung eine zentrale Aufgabe künftiger Umweltpolitik. Kontrovers diskutiert werden die im EEG fixierten Sonderregelungen für stromintensive Unternehmen und die Betreiber von Schienenbahnen. Mit Blick auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit werden Unternehmen, die für ihre Produktion besonders viel Strom benötigen, von einem Großteil der EEG-Umlage befreit. Im Jahr 2015 profitierten deutschlandweit 2.180 stromintensive Unternehmen von solchen Umlagevergünstigungen. Kritiker der EEG-Umlage sehen hierin eine ungleichmäßige Verteilung der Energiewendekosten zu Lasten kleiner und mittelständischer Betriebe und Privathaushalten.
Eine detaillierte Analyse der EEG-Umlage finden Sie in einer Studie des Öko-Instituts.  Das am 1. August 2014 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz können Sie in vollständiger Fassung hier einsehen.


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