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Klimawandel - Szenarien und Prognosen

Klimawandel

Für Baden-Württemberg ein heißes Thema

  • Planet Erde

Der Klimawandel schreitet voran. Die Veränderungen werden in Baden-Württemberg in Zukunft deutlicher zu spüren sein, wie eine Studie der LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Karlsruhe aus dem Jahr 2013 zeigt. Wir stellen die aktuellen Szenarien vor – und zeigen mit Blick auf verschiedene Lebensbereiche und Wirtschaftszweige auf, wie sich der mögliche Temperaturanstieg auch auf unseren Alltag auswirken könnte.

Mehr Sommer- und Hitzetage, mehr Tropennächte, sowie weniger Sommerniederschläge – und im Gegenzug nasse, milde Winter mit weniger Frost- und Eistagen. Ein allgemein wärmeres Klima also: Dieses Szenario sagt die Studie der LUBW für Baden-Württemberg voraus. Sie zeigt, dass Baden-Württemberg eines der Bundesländer ist, die am stärksten vom Klimawandel betroffen sein werden. Um zu plausiblen und belastbaren Annahmen über die künftige Entwicklung zu kommen, wurden als Grundlage der Studie insgesamt 29 anerkannte Klimamodelle kombiniert und ausgewertet. Zwei Zukunftzeiträume wurden betrachtet: Die „nahe Zukunft“ der Jahre 2021 bis 2050, zudem die „ferne Zukunft" für die Jahre 2070 bis 2100.

»Die Studie zeigt eindrucksvoll, dass über längere Zeiträume gesehen mit teils starken klimatischen Veränderungen zu rechnen ist.«

Franz Untersteller, Minister für Umwelt, Klimaschutz und Energiewirtschaft

Zwischen 1971 und 2000 lag die Jahresmitteltemperatur in Baden-Württemberg noch bei 8,4 Grad Celsius. In der „nahen Zukunft“ wird ein Anstieg auf circa 9,5 Grad erwartet. Für die „ferne Zukunft“ gehen die Klimamodelle im schlechtesten Fall sogar von einem Anstieg auf bis zu 12 Grad aus. Damit sinkt auch die Zahl der Heiztage – also Tagen, an denen die mittlere Temperatur unter 15 Grad liegt. Derzeit werden in Baden-Württemberg im Mittel 287 solcher Tage gezählt, in der „nahen Zukunft“ könnten es je nach Modell im günstigsten Fall nur noch 264 Heiztage sein, in „ferner Zukunft“ nach 2050 sogar nur bis zu 231.
Eine besondere Wärme- und Hitzebelastung steht dem Rheingraben und dem Raum Stuttgart bevor. Im Ballungsraum Karlsruhe könnte den Modellen zufolge die Zahl der Sommertage mit einer Höchsttemperatur von mindestens 25 Grad deutlich steigen. Zwischen 1971 und 2000 waren es im Schnitt 58 jährliche Sommertage, bald (2021 bis 2050) könnten es in der oberen Bandbreite 68 bis 75 sein. Für das  Ende des Jahrhunderts erwarten die Modelle sogar bis zu 102 Sommertage. Deren Anzahl hätte sich damit fast verdoppelt.

Die Studie bildet die Grundlage für die Anpassungsstrategie des Landes an die Folgen des Klimawandels, die nach vorangegangener breit angelegter Öffentlichkeitsbeteiligung am 28. Juli 2015 vom Ministerrat verabschiedet wurde. Die Anpassungsstrategie stellt landesweit Risiken und Chancen der Folgen des Klimawandels dar und leitet hieraus 76 Empfehlungen für mögliche Anpassungsmaßnahmen ab. Diese umfassen so unterschiedliche Handlungsfelder wie die Bereiche Gesundheit, Stadt- und Raumplanung, Wald- und Forstwirtschaft, Tourismus, Naturschutz und Biodiversität oder Wasserhaushalt.

Doch es geht nicht nur um Anpassung: Die Industrieregion Baden-Württemberg trägt selbst überdurchschnittlich zum Klimawandel bei - 0,3 Prozent der weltweiten Treibhausemissionen werden hier verursacht. Das ist mehr als dem Anteil des Landes an der weltweiten Bevölkerung entspricht. Um die Lebensgrundlagen zu schützen, hat die Landesregierung daher im Juli 2013 das Klimaschutzgesetz beschlossen, dessen oberstes Ziel die Treibhausgasreduzierung ist.

Klimawandel in Baden-Württemberg

Forstwirtschaft

  • Baumstämme im Wald

Baden-Württemberg ist das zweitwaldreichste Bundesland. Doch auch an unseren Bäumen und Wäldern geht der Klimawandel nicht spurlos vorbei. Die Vegetationsperiode wird länger, Bäume wachsen in feuchten Lagen schneller, einzelne Arten profitieren. Andere, etwa Fichten, werden nur noch in höheren Lagen gedeihen. Ob sich durch die höheren Temperaturen Schädlinge vermehrt ausbreiten, lässt sich anhand der wissenschaftlichen Modelle noch nicht voraussagen. Besonders im Schwarzwald dürften die Folgen des Klimawandels künftig ins Auge fallen: Hier könnte sich die Baumgrenze um 300 bis 500 Meter nach oben verschieben, so dass es auch auf 1.000 Metern Höhe kräftige Buchen- und Eichenwälder gäbe.


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