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Teil 3: Impulse für die Wirtschaft

Serie: Mehrwert der Energiewende (Teil 3)

Impulsgeberin: Neue Jobs durch die Energiewende

  • Ingenieure vor einem Windrad

Zu Beginn gab es auch kritische Stimmen, was den Umbau der Energieversorgung und seine Folgen für unsere Ökonomie betraf. Doch mittlerweile sind die großen Chancen für die Wirtschaft immer deutlicher sichtbar. Mit ihr ist ein neuer und innovativer Wachstumsmarkt entstanden und weiterhin im Begriff zu entstehen, auch unter dem Stichwort smart energy. Mit dem tiefgreifenden Wandel in der bisherigen Energielandschaft kamen vor allem viele Jobs und eine Vielzahl neuer Berufsbilder.

In der Wirtschaft hat sich Energieeffizienz als positiver Wettbewerbsfaktor erwiesen. Denn mit neuen Technologien und optimierten Prozessen sinkt der Energieverbrauch merklich. Ob Lüftungsanlage, Pumpensysteme, Wärmeversorgung oder Beleuchtung: Die Einsparungen liegen bei mindestens 25 Prozent. Druckluft verbraucht um die Hälfte weniger Energie, Beleuchtung ist dank der LED auch in Fabrikhallen und Bürogebäuden um 70 Prozent effizienter. Auch durch die Nutzung von Prozessabwärme leisten Unternehmen ihren Beitrag zum Umweltschutz und verschaffen sich zudem wichtige Wettbewerbsvorteile. Die Energiewende kurbelt die Wirtschaft damit auch langfristig an, wobei Wachstum und Energieverbrauch entkoppelt werden. 

Motor für Innovationen

Wie stark die Innovationskraft der deutschen Industrie ist und wie sehr die Energiewende als Motor für Innovationen gesehen werden kann, zeigt auch die Zahl der Patente. Waren es 2005 noch etwa 400 Anmeldungen, wurden sie 2013 mit fast 2.000 beziffert, so der Bericht des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA). Auch angrenzende Bereiche wie die Entwicklung von Energiespeichern ziehen daraus Nutzen. Immer neue Geschäftsfelder und Absatzmärkte sind in den letzten Jahren entstanden. Kleine Start-ups profitieren hiervon ebenso wie große Traditionsunternehmen. Beim Siemens Konzern etwa ist das Geschäft mit Windkraft und Gleichstromleitungen inzwischen weit einträglicher als der klassische Handel mit Großelektrogeräten.

Exportschlager Energietechnologie

Produkte und Technologien aus den Bereichen Erneuerbare, Effizienz, intelligente Netze und Systemintegration sind inzwischen auf der ganzen Welt gefragt. Vielfach sind deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt führend. Dazu trägt auch die Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums bei, die Unternehmen dabei unterstützt, mit Energietechnologien neue Märkte zu erschließen. Für unser Bundesland hat es sich das Kompetenzzentrum Baden-Württemberg International (bw-i) zur Aufgabe gemacht, ausländische Märkte für hiesige Unternehmen zu erschließen. Ende Februar 2017 führte eine vom bw-i organisierte 40-köpfige Wirtschaftsdelegation unter Leitung des Umweltministeriums nach Mexiko. Das Land ist unter anderem durch Trockenheit in vielen Regionen massiv von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Hilfe verspricht man sich durch Technologien zum Ausbau der erneuerbaren Energien sowie der Energie- und Ressourceneffizienz, ebenso durch Anpassungsmaßnahmen an die Auswirkungen des Klimawandels. Know-how und gute Ideen aus Baden-Württemberg tragen zur Erschließung wichtiger neuer Märkte bei. 

Raus aus der Nische

Wie sehr aus einer ehemaligen Nischentechnologie inzwischen ein starker Wirtschaftszweig erwachsen ist, unterstreicht insbesondere die Zahl all derer, die in der Branche der Erneuerbaren Technologien beschäftigt sind. 2015 waren es in Deutschland 330.000 Menschen. Zum Vergleich: In der traditionell starken Automobilindustrie waren im selben Jahr rund 793.000 Beschäftigte tätig. Viele von ihnen arbeiten zudem in strukturschwächeren Regionen. Der Umbau der Energieversorgung sorgt aber auch in anderen Bereichen für steigende Nachfrage, etwa bei Baustoffen oder Ersatzteilen.

In Baden-Württemberg hängt inzwischen gut jeder 100. Arbeitsplatz mit der Energiewende zusammen, wie eine gemeinsame Studie des Umweltministeriums Baden-Württemberg und des DGBs von Ende 2016 zeigt. Eine besonders starke Beschäftigungswirkung geht dabei vom Ausbau der erneuerbaren Energien aus (37.000 Arbeitsplätze im Jahr 2014), gefolgt vom Bereich der Energieeffizienz von Gebäuden und in der Industrie (19.000) sowie dem Netzausbau (600).

Energiewende schaffen – mit neuen Berufen

Nicht zuletzt sorgt die Energiewende für eine Vielzahl spannender neuer Berufe, die vor allem für den Fachkräftenachwuchs interessant sind. Anlagenmechaniker im Solaranlagenbereich, Netzplanerin, Windenergie-Servicetechniker oder Energieberaterin sind nur eine Auswahl davon. Die Berufsorientierungsinitiative „Energiewende schaffen“ hat Dutzende von ihnen in einer Video-Galerie festgehalten. Diese dient dazu, jungen Menschen einen Überblick über Berufe der Energiewende zu verschaffen. Die Sammlung umfasst insgesamt über hundert Berufe, mit detaillierten Beschreibungen. Das gibt den Fachkräften von morgen die Möglichkeit, sich durch Aus- und Weiterbildung oder Studium gezielt auf eine Beschäftigung im Dienste von Klima und Umwelt vorzubereiten – und die Energiewende weiter voranzutreiben.

 

 


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