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Folge 4: Netzausbau

Serie Versorgungssicherheit (Folge 4)

Neue Netze braucht das Land

  • Strommast mit Hochspannungsleitung

Im Zeitalter erneuerbarer Energien müssen nicht nur konventionelle Kraftwerke  und Speicher die Versorgungssicherheit gewährleisten, sondern auch neue Stromnetze. Warum deren Ausbau notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Veränderungen im Energiesystem.

Unser bisheriges Energiesystem entstand zur Zeit der Industrialisierung: Fossile Großkraftwerke wurden in der Nähe von oder direkt in Ballungszentren gebaut, also da, wo am meisten Strom verbraucht wurde – beispielsweise im Ruhrgebiet. Kohlekraftwerke wurden an Flüsse gebaut. Beides hatte wirtschaftliche Gründe: Kurze Wege bedeuten geringe Transportkosten, und auf Flüssen lässt sich Kohle verhältnismäßig günstig und in große Mengen zu den Kraftwerken transportieren.

Die Rahmenbedingungen ändern sich

Fossile Großkraftwerke können immer Strom produzieren, insbesondere dann, wenn er am meisten benötigt wird („Lastspitzen"). Strom aus erneuerbaren Energien  hingegen fluktuiert: Wenn der Wind bläst, wird Strom produziert, ob der Bedarf da ist oder nicht. Das führt beispielsweise dazu, dass zu besonders windreichen Zeiten, wenn gleichzeitig wenig Strom vor Ort abgenommen werden kann, der von Windkraftanlagen erzeugte Strom die Netzkapazitäten überfordert. Dann ist das immer und ausnahmslos notwendige Gleichgewicht zwischen Einspeisung (Erzeugung) und Ausspeisung (Verbrauch) in Gefahr – und damit die Versorgungssicherheit. Derzeit fehlen notwendige Kapazitäten der Übertragungsnetze, die den Strom bei starkem Wind und geringem Verbrauch im Norden und Osten in ausreichendem Umfang in die wirtschaftlichen Ballungszentren im Süden und im Westen bringen.

Zentral oder dezentral? Beides!

Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa soll der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung steigen – bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent. Entsprechend müssen die Netze grenzüberschreitend miteinander verknüpft werden, um die Energieversorgung gesamteuropäisch zu sichern.

Ausbaubedarf gibt es auf allen Netzebenen. Die Übertragungsnetze der vier Betreiber 50Hertz Transmission, Amprion, Tennet TSO und TransnetBW (für Baden-Württemberg) transportieren den Strom mit der Höchstspannung von 220 bis 380 Kilovolt über weite Strecken zu den Verbrauchsschwerpunkten. Die Verteilnetzebene mit Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebenen gehört bundesweit rund 880 Netzbetreibern, davon rund 125 in Baden-Württemberg (Stand 05/2017). Sie verteilen den Strom immer feingliedriger bis zum Endverbraucher 

Netzausbau – der Bedarf

Wo, welche und wie viele Übertragungsnetze aus- und neugebaut werden, wird in einem zeitaufwändigen Planungsverfahren in mehreren Schritten unter Mitwirkung der Bevölkerung festgelegt. Das Ergebnis dieses Verfahrens ist der Netzentwicklungsplan, der die Optimierungs-, Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen der Übertragungsnetze für die nächsten zehn Jahre enthält und im zweijährigen Turnus fortgeschrieben wird.

Der Netzentwicklungsplan ist Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz. Das Gesetz, das im Juli 2013 in Kraft getreten ist, umfasst 36 energiewirtschaftlich notwendige Leitungsbauvorhaben, sieben davon zum Teil landesübergreifend in Baden-Württemberg. Sie sind die Basis für die Trassenkorridore, in denen die Leitungen einmal verlaufen sollen.

Länderübergreifende Trassen werden dabei in der sogenannten Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur genehmigt. Für Projekte innerhalb Baden-Württembergs findet ein Raumordnungsverfahren mit anschließendem Planfeststellungsverfahren bei den Regierungspräsidien statt.

Beteiligungsmöglichkeiten

Die Umsetzung der Energiewende und der damit verbundene Ausbau der Stromnetze ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt. Sie kann nur gelingen, wenn Politik, Wirtschaft, Verbände, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger sich gemeinsam einbringen. Deshalb spielt eine umfassende und frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit eine zentrale Rolle. Möglichkeiten sich zu beteiligen, gibt es dabei sowohl bei der Ausbaubedarfsermittlung im Rahmen der Netzentwicklungsplanung, im Genehmigungsprozess auf Bundesebene im Rahmen der Bundesfachplanung und im Genehmigungsverfahren der Länder mit Raumordnung und Planfeststellung. Darüber hinaus sucht das Land den intensiven Dialog mit den Kommunen und Kreisen, den Verbänden, den Netzbetreibern und der Öffentlichkeit bei konkreten Leitungsausbaumaßnahmen wie z. B. ganz aktuell im Rahmen der geplanten SuedLink-Trasse. Auf den Seiten des Umweltministeriums finden Sie ausführliche Informationen zu diesem, nun abgeschlossenen informellen SuedLink-Dialog, bei dem seit März 2015 fünf Fachdialoge, eine Fachkonferenz sowie fünf Bürgerdialoge stattfanden

Weitere Informationen zum Netzausbau finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

 

Auch intelligentes Lastmanagement wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Stromverbrauch und die fluktuierende Produktion aus erneuerbaren Energien in Einklang zu bringen. Lesen Sie mehr dazu im fünften Teil unserer Serie.

Netzebenen

  • Netzebenen: Übertragungsnetz

Unser Stromnetz hat verschiedene Ebenen: Zunächst das Übertragungsnetz (Höchstspannung) ...

Netzausbau – der Bedarf

Wo, welche und wie viele Übertragungsnetze aus- und neu gebaut werden, wird in einem zeitaufwändigen Planungsverfahren in mehreren Schritten unter Mitwirkung der Bevölkerung festgelegt. Das Ergebnis dieses Verfahrens ist der Netzentwicklungsplan, der die Optimierungs-, Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen der Übertragungsnetze für die nächsten zehn Jahre enthält und im zweijährigen Turnus fortgeschrieben wird.

Der Netzentwicklungsplan ist Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz. Das Gesetz, das im Juli 2013 in Kraft getreten ist. Es umfasst 36 energiewirtschaftlich notwendige Leitungsbauvorhaben, sieben davon zum Teil landesübergreifend in Baden-Württemberg. Sie sind die Basis für die Trassenkorridore, in denen die Leitungen einmal verlaufen sollen.   

Länderübergreifende Trassen werden dabei in der sogenannten Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur genehmigt. Für Projekte innerhalb Baden-Württembergs findet ein Raumordnungsverfahren mit anschließendem Planfeststellungsverfahren bei den Regierungspräsidien statt.

Der Ausbau und die Weiterentwicklung der Verteilnetze zu intelligenten Netzen spielen eine wichtige Rolle für die Versorgungssicherheit im Land. Zur Integration des aus erneuerbaren Energien erzeugten Stroms, sind die Netze auch auf den Nieder-, Mittel- und Hochspannungsebenen auszubauen. Nur so ist es möglich, die zukünftig weiter steigende Strommenge aus dezentralen Erzeugungsanlagen aufzunehmen.

Einen Überblick über den Ausbaubedarf der baden-württembergischen Verteilnetze gibt die vom Umweltministerium in Auftrag gegebeneVerteilnetzstudie [04/17; 3,2 MB].

Netzausbauvorhaben in Baden-Württemberg

Um das hohe Niveau der Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg weiter gewährleisten zu können, werden moderne und leistungsfähige Übertragungs- und Verteilnetze im Land benötigt.

Wo, welche und wie viele Übertragungs- und Verteilnetze geplant sind, können Sie den folgenden Grafiken entnehmen. Mit einem Klick in der Grafik auf das jeweilige Netzausbauvorhaben gelangen Sie auf die Seiten der Vorhabenträger. Dort stehen Ihnen weitere Informationen zur Verfügung.

Zu den Grafiken:
Vorhaben im Übertragungsnetz in Deutschland
Vorhaben in Baden-Württemberg
Verteilnetzausbauplanung der Netze BW GmbH

Beteiligungsmöglichkeiten

Die Umsetzung der Energiewende und der damit verbundene Ausbau der Stromnetze ist ein gesamtgesellschaftliches Projekt. Sie kann nur gelingen, wenn Politik, Wirtschaft, Verbände, Kommunen sowie Bürgerinnen und Bürger sich gemeinsam einbringen. Deshalb spielt eine umfassende und breite Beteiligung der Öffentlichkeit eine zentrale Rolle. Möglichkeiten sich zu beteiligen, gibt es dabei sowohl bei der Ausbaubedarfsermittlung im Rahmen der Netzentwicklungsplanung, im Genehmigungsprozess auf Bundesebene im Rahmen der Bundesfachplanung und im Genehmigungsverfahren der Länder mit Raumordnung und Planfeststellung. Darüber hinaus sucht das Land den intensiven Dialog mit den Kommunen und Kreisen, den Verbänden, den Netzbetreibern und der Öffentlichkeit bei konkreten Leitungsausbaumaßnahmen wie z.B. der geplanten SuedLink-Trasse. Auf den Seiten des Umweltministeriums finden Sie ausführliche Informationen zum initiierten SuedLink-Dialog.

Weitere Informationen zum Netzausbau finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

Auch intelligentes Lastmanagement wird eine entscheidende Rolle dabei spielen, den Stromverbrauch und die fluktuierende Produktion aus erneuerbaren Energien in Einklang zu bringen. Lesen Sie mehr dazu im fünften Teil unserer Serie.


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