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Faktencheck Versorgungssicherheit

Faktencheck

Geht wegen der Energiewende bald das Licht aus?

  • Umspannwerk und Stromleitungen

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien und ihren schwankenden Stromerträgen wird von so manchem ein Zusammenbruch der Stromversorgung in Deutschland prognostiziert. Besonders für eine funktionierende Wirtschaft muss die lückenlose Stromversorgung jedoch sichergestellt werden. Und das wird sie – wenn wir das Energiesystem entsprechend modernisieren.

Die Behauptung:

Weil der Strom aus Sonne und Wind Schwankungen unterliegt, wird die Stromversorgung irgendwann zusammenbrechen. Dann gehen in Deutschland die Lichter aus.

Der Faktencheck:

1. Die Bundesnetzagentur bestätigt: Die Stromerzeugung in Deutschland ist ausreichend. Sogar in den Wintermonaten exportiert Deutschland Strom. Und zwar rechnerisch jeden Tag die Leistung eines Atomkraftwerkes. Zwar wird in der kalten Jahreszeit weniger Strom durch Photovoltaik produziert, die Winderträge hingegen sind dann mitunter am höchsten.

2. Allerdings kam es in der Vergangenheit in der Wintersaison an einzelnen Tagen schon zu Engpässen im Stromnetz, die durch die Netzbetreiber und die Bundesnetzagentur ausgeglichen werden mussten. Die hierbei jeweils gemachten Erfahrungen können auch in strengen Wintern dazu beitragen, das Netz stabil zu halten.

3. Damit der Strom da ankommt, wo er benötigt wird, müssen wir in neue Stromnetze investieren. Denn durch die Umstellung auf die erneuerbaren Energien verändern sich auch die Anforderungen an den Transport zum Beispiel von Strom aus Windkraftwerken im Norden an die Wirtschaftsstandorte im Süden.

4. Die Stromnetze müssen intelligent werden: „Smart Grids“, so der gängige Fachausdruck, sollen Lastschwankungen im Netz erkennen und mit steuernden Maßnahmen schnell und zielgerichtet ausgleichen. Der Ausgleich von Angebot und Nachfrage wird sozusagen technisch möglich.

5. Im Energiesystem der Zukunft werden Speichertechnologien eine wichtige Rolle spielen. Heute kann überschüssiger Strom kaum gespeichert werden. In Zukunft werden Pumpspeicherkraftwerke oder Power-to-Gas-Anlagen dazu beitragen, dass überschüssige Energie für Zeiten geringer Stromerzeugung zur Verfügung steht.

6. Neben den erneuerbaren Energien werden wir auch hocheffiziente und schnell reaktionsfähige Gaskraftwerke benötigen, die die Versorgungssicherheit auch bei ausbleibendem Wind und gleichzeitigem wolkenverhangenen Himmel gewährleisten. Kohlekraftwerke emittieren viel CO2 und können nur mit zeitlichen Aufwand zu- und abgeschaltet werden, so dass sie bei Versorgungslücken nicht schnell genug zur Verfügung stehen können.

7. Richtig ist: All dies kostet Kraft. Aber es gefährdet nicht die Stromversorgung im Land. Es kommt jetzt darauf an, die richtigen Weichen zu stellen und schnell die dazu gehörenden Investitionen zu tätigen.


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