17.05.2019

Stichwort: CO₂-Steuer

"CO₂ muss endlich einen Preis bekommen, der seine negativen Umweltwirkungen abbildet."
- Franz Untersteller -

Sie ist ein vieldiskutierter Weg, um den Klimaschutz weiter voranzutreiben: die CO₂-Steuer. Was versteht man darunter und wer müsste sie zahlen?

So würde eine CO₂-Steuer funktionieren 

Das Prinzip ist einfach: Zunächst legt der Staat den Preis fest, den eine Tonne CO₂ kosten soll. Zur Debatte steht z. B. ein Einstiegspreis von etwa 20 € pro Tonne. Dieser Preis würde dann als Steuer auf alle Energieträger draufgeschlagen, bei deren Nutzung CO₂ entsteht – bspw. auf Benzin, Heizöl, Erdgas und Kohle. Die Hoffnung, die dahintersteht: Sobald Verbraucherinnen, Verbraucher und Industrie zur Kasse gebeten werden, wenn sie dem Klima schaden, ändern sie auch ihr Verhalten. 

Wer müsste zahlen – und was passiert mit dem Geld?

Eine CO₂-Steuer würde vor allem diejenigen treffen, die große Mengen fossiler Energieträger verbrauchen – sei es in der Produktion, zum Heizen oder im Verkehrsbereich. So würden z. B. auch die Flugpreise steigen. Damit Geringverdienerinnen und Geringverdiener sich Heizen und Autofahren trotzdem leisten können, fordern viele Befürworter einen sozialen Ausgleich. Außerdem soll ein Teil der Steuereinnahmen an die Bürgerinnen und Bürger zurückgegeben werden. Wie das funktionieren könnte, zeigt die Schweiz, wo bereits 2008 die sogenannte Lenkungsabgabe eingeführt wurde. Ein Drittel der mit der CO₂-Steuer eingenommenen Gelder fließt hier in die Förderung von Gebäudesanierungen. Die übrigen zwei Drittel gehen als Pauschale über die Krankenversicherung zurück an die Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Neben der Schweiz haben auch viele andere Länder bereits Varianten der CO₂-Steuer eingeführt, z. B. Kanada, Schweden und Slowenien.

Wichtig für Baden-Württemberg

Umweltminister Franz Untersteller spricht sich für eine CO₂-Steuer aus. Seiner Meinung nach sollten die Bürger beim Strompreis entlastet werden, fossile Energieträger sollten dagegen teurer werden (Quelle: Süddeutsche Zeitung). „Es liegt auf der Hand, dass CO₂-arme Energieträger billiger, CO₂-intensive teurer werden müssen. Dann entsteht ein marktwirtschaftlicher Anreiz, damit erneuerbarer Strom fossile Energie ersetzen kann“, so Untersteller (Quelle: Handelsblatt).

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