13.01.2015

Stichwort: Kapazitätsmarkt

"Der Strommarkt wird komplizierter, deshalb benötigen wir neue Instrumente, um die Versorgung gewohnt zuverlässig zu gewährleisten."
- Franz Untersteller (Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg) -

Sonne und Wind statt Kernenergie und Kohle: Weil unsere gesamte Stromversorgung sich verändert, müssen wir auch den Strommarkt, also die Vergütungsregeln, umgestalten. Eine der möglichen Alternativen zum aktuellen Energy-only-Markt heißt „Kapazitätsmarkt“. 

An der europäischen Strombörse EPEX wird Strom nach dem Energy-only-Modell gehandelt: Es wird nur tatsächlich gelieferte Energie bezahlt. Die Preise orientieren sich an Angebot und Nachfrage. Bis zur Deckung der Nachfrage erhalten die günstigsten Angebote den Zuschlag. Aufgrund der zunehmenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien reduziert sich die Wirtschaftlichkeit konventioneller Anlagen, weil sie seltener gebraucht werden. Als Konsequenz kann es zur Stilllegung von konventionellen Kraftwerken kommen.

Versorgungslücken gezielt füllen

Auf einem Kapazitätsmarkt ist das anders: Dort lässt sich mit dem Vorhalten von sicheren Erzeugungskapazitäten Geld verdienen. Dann ist nicht nur die Produktion von Strom ein Erlösmodell, sondern auch die Vorhaltung von betriebsbereiten Kraftwerken. Diese können dann in Hochlastphasen Versorgungslücken füllen. Investitionen in moderne Technologien lassen sich durch diese Einnahmen besser finanzieren. Auch Stromspeicher und abschaltbare bzw. steuerbare Lasten können von einem Kapazitätsmarkt profitieren, auf dem nicht mehr nur tatsächliche Stromlieferungen, sondern auch verfügbare Leistungen gehandelt werden. Der gewählte Marktmechanismus muss dabei Transparenz und Wettbewerb sicherstellen. So können Kapazitäten ausgeschrieben werden und der Betreiber, der bestimmte Kriterien wie Preis, Effizienz oder Klimafreundlichkeit am besten erfüllt, bekommt den Zuschlag.

 

Quelle Zitat:
Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg

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