10.08.2021

Stichwort: Photovoltaikpflicht

„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase der Energiewende.“
- Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg -

Im Oktober will der Landtag eine Novellierung des baden-württembergischen Klimaschutzgesetzes beschließen. Darin ist unter anderem geplant: eine Erweiterung der sogenannten „Photovoltaikpflicht“. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema.

Was ist die Photovoltaikpflicht?            

Bereits jetzt verpflichtet das baden-württembergische Klimaschutzgesetz ab dem 1. Januar 2022 alle Bauleute, beim Neubau eines Nichtwohngebäudes oder eines großen, offenen Parkplatzes auf der zur Solarnutzung geeigneten Dach- beziehungsweise Stellplatzfläche eine Photovoltaikanlage zur installieren. Diese Pflicht kann bei Gebäuden ersatzweise auch durch die Installation einer Solarthermieanlage erfüllt werden. Aktuell berät der Landtag, ob die Photovoltaikpflicht zukünftig auf den Neubau von Wohngebäuden und auf bestehende Wohn- und Nichtwohngebäude bei einer grundlegenden Dachsanierung erweitert werden soll.

Warum gibt es die Photovoltaikpflicht?

Mit der Photovoltaikpflicht soll ein wichtiger Beitrag für die Energiewende geleistet werden. Als Industriestandort mit großer Wirtschaftskraft und entsprechendem Stromverbrauch ist Baden-Württemberg auf ein breites Portfolio an Energiequellen angewiesen. Der Bedarf an erneuerbaren Energien soll daher zukünftig neben dem Ausbau von Windenergie und Freiflächenphotovoltaik vermehrt auch durch die dezentrale Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie im Gebäudesektor gedeckt werden.

Wann kommt die Photovoltaikpflicht?

Die Photovoltaikpflicht soll im Zuge der laufenden Klimaschutzgesetz-Novelle auf alle Neubauten und Bestandsgebäude bei grundlegender Dachsanierung erweitert werden:

Für neue Nichtwohngebäude und Parkplätze wird sie ab dem 1. Januar 2022 greifen, wobei es auf den Eingang des Baugenehmigungsantrags bei der zuständigen Behörde ankommt. Darüber hinaus soll sie laut dem Gesetzesentwurf zur Änderung des Klimaschutzgesetzes ab dem 1. Mai 2022 auch für neue Wohngebäude gelten; für grundlegende Dachsanierungen von Bestandsgebäuden mit einem Baubeginn ab dem 1. Januar 2023.

Was bedeutet das für Häuslesbauerinnen und Häuslesbauer?

Zunächst bedeutet eine verpflichtende Installation von Solarpanels natürlich zusätzliche Ausgaben. Diese rechnen sich jedoch durch die Möglichkeit, den entstandenen Solarstrom selbst zu nutzen oder ins Stromnetz einzuspeisen. Wie generell bei der Installation von Solaranlagen amortisiert sich die anfängliche Investition auf Dauer. So leisten Immobilienbesitzende gemeinsam einen Beitrag zur Energiewende — und profitieren mittelfristig sogar von der Einspeisung ihres selbst erzeugten Stroms.