20.01.2022

Stichwort: Photovoltaikpflicht

„Wir befinden uns in einer entscheidenden Phase der Energiewende.“
- Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg -

Am 6. Oktober 2021 hat der Landtag eine Novellierung des baden-württembergischen Klimaschutzgesetzes beschlossen. Ihr Inhalt unter anderem: eine Erweiterung der sogenannten „Photovoltaikpflicht“. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema.

Was ist die Photovoltaikpflicht?         

Schon zuvor verpflichtete das Klimaschutzgesetz alle Bauleute, ab dem 1. Januar 2022 beim Neubau eines Nichtwohngebäudes oder eines großen, offenen Parkplatzes auf der zur Solarnutzung geeigneten Dach- beziehungsweise Stellplatzfläche eine Photovoltaikanlage zur installieren. Diese Pflicht kann bei Gebäuden ersatzweise auch durch die Installation einer Solarthermieanlage erfüllt werden. Die beschlossene Novelle des Klimaschutzgesetzes legt darüber hinaus eine Photovoltaikpflicht für den Neubau von Wohngebäuden und bei einer grundlegenden Dachsanierung fest.

Warum gibt es die Photovoltaikpflicht?

Mit der Photovoltaikpflicht soll ein wichtiger Beitrag für die Energiewende geleistet werden. Als Industriestandort mit großer Wirtschaftskraft und entsprechendem Stromverbrauch ist Baden-Württemberg auf ein breites Portfolio an Energiequellen angewiesen. Der Bedarf an erneuerbaren Energien soll daher zukünftig neben dem Ausbau von Windenergie und Freiflächenphotovoltaik vermehrt auch durch die dezentrale Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie im Gebäudesektor gedeckt werden. Ein neuer Leitfaden des Solarclusters zeigt wie Photovoltaikprojekte in Gewerbe und Industriebetrieben realisiert werden können.

Seit wann gibt es die Photovoltaikpflicht?

Die Photovoltaikpflicht wurde mit der Klimaschutzgesetz-Novelle auf alle Neubauten und Bestandsgebäude bei grundlegender Dachsanierung erweitert:

Für neue Nichtwohngebäude und Parkplätze greift sie seit dem 1. Januar 2022, wobei es auf den Eingang des Baugenehmigungsantrags bei der zuständigen Behörde ankommt. Darüber hinaus gilt sie ab dem 1. Mai 2022 auch für neue Wohngebäude; für grundlegende Dachsanierungen von Bestandsgebäuden mit einem Baubeginn ab dem 1. Januar 2023.

Was bedeutet das für Häuslesbauerinnen und Häuslesbauer?

Zunächst bedeutet eine verpflichtende Installation von Solarpanels natürlich zusätzliche Ausgaben. Diese rechnen sich jedoch durch die Möglichkeit, den entstandenen Solarstrom selbst zu nutzen oder ins Stromnetz einzuspeisen. Wie generell bei der Installation von Solaranlagen amortisiert sich die anfängliche Investition auf Dauer. So leisten Immobilienbesitzende gemeinsam einen Beitrag zur Energiewende – und profitieren mittelfristig sogar von der Einspeisung ihres selbst erzeugten Stroms.