28.12.2018

Stichwort: Repowering

"137 Windturbinen wurden bis Herbst im Rahmen eines Repowering errichtet."
- Fachagentur Windenergie an Land, Deutschlandbilanz zum Meldestand 31.10.2018 -

Wenn über den Ausbau der Windkraft gesprochen wird, muss das nicht immer den Bau neuer Anlagen bedeuten. Auch der Austausch der in die Jahre gekommenen Technik durch effizientere, leistungsstarke Rotoren steigert den Energieertrag um ein Mehrfaches. Das Stichwort lautet Repowering

Wie Repowering funktioniert 

Der technologische Fortschritt macht’s möglich: Windenergieanlagen bringen heute deutlich mehr Leistung als noch vor 20 Jahren. Im Jahr 2000 lag die durchschnittliche Nennleistung einer neuen Anlage in Deutschland noch bei kaum mehr als 1 MW (Megawatt), mittlerweile beträgt sie das Dreifache, nämlich knapp 3 MW. Anlagen aus den 1990ern haben sogar lediglich eine Nennleistung von einigen 100 kW (Kilowatt). Gerade an bewährten, windreichen Standorten lohnt es sich daher, die ältere Technik zu ersetzen und Modelle der heutigen Generation zu installieren, so dass sich mit der gleichen Anzahl an Anlagen später mehr Strom einspeisen lässt. Dieses „Upgrade“ nennt man Repowering

Leistungsfähige Technik, mehr Ertrag

Die Effizienzsteigerungen sind auf leistungsstarke Generatoren und größere Rotoren mit weiterem Durchmesser zurückzuführen. Die 2018 in Deutschland neu errichteten Anlagen haben z. B. im Mittel einen Rotordurchmesser von 118 m, im Jahr 2000 waren es durchschnittlich 58 m (Quelle: Frauenhofer IEE). Ein weiterer Faktor ist die Nabenhöhe: Die betrug vor 20 Jahren noch durchschnittlich 50 m, bei neuen Anlagen liegt sie bundesweit zwischen durchschnittlich 91 und 145 m (Quelle: Fachagentur Windenergie an Land). In Baden-Württemberg werden seit einigen Jahren v.a. sogenannte Schwachwindanlagen errichtet, die für geringe mittlere Windgeschwindigkeiten optimiert sind und oft mehr als 160 m Höhe erreichen – in Gaildorf wurden zuletzt sogar Windenergieanlagen mit 178 m Nabenhöhe gebaut. In diesen Höhen weht der Wind mit höheren Geschwindigkeiten und konstanter, der Ertrag steigt. 

Wichtig für Baden-Württemberg

Weil Baden-Württemberg relativ spät in die Nutzung der Windenergie eingestiegen ist, gibt es hier vergleichsweise wenig leistungsschwache Anlagen, die vom Repowering profitieren. Erfolgreiche Beispiele gibt es trotzdem: So ersetzt auf der Hornisgrinde eine neue Anlage mit einer Gesamthöhe von 120 m drei kleinere Windräder – und erzeugt siebenmal mehr Strom. Auf dem Weißmoos im Schuttertal wurde ebenfalls eine Anlage aus den 1990ern durch eine neue 3-MW-Anlage ersetzt. Die Stromproduktion ist dadurch um das 5,5-fache gestiegen. 

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