04.10.2022

Zweitägiger f-cell-Kongress in Stuttgart

Beim diesjährigen f-cell-Kongress in Stuttgart hat Umwelt- und Energiestaatssekretär Andre Baumann die Potenziale der Wasserstoffwirtschaft für die Zukunft des Industrie- und Technologiestandorts Baden-Württemberg hervorgehoben. Das Land investiert 500 Millionen Euro in Wasserstoff- und Brennstofftechnologien.

Beim diesjährigen f-cell-Kongress in Stuttgart hat Umwelt- und Energiestaatssekretär Andre Baumann am 4.Oktober 2022 die Potenziale der Wasserstoffwirtschaft für die Zukunft des Industrie- und Technologiestandorts Baden-Württemberg hervorgehoben: „Die aktuelle geopolitische Weltlage hat uns schmerzlich vor Augen geführt, wie verletzlich wir durch unsere einseitige Abhängigkeit von fossilen Energieträgern geworden sind. Es ist deshalb umso dringlicher, dass wir nun mit aller Kraft die Wende hin zu einer klimaneutralen und resilienteren Wirtschaft und Energieversorgung antreiben und endgültig vollziehen.“ Grüner Wasserstoff sei dabei eine bedeutende Säule, um die Energieversorgung künftig breiter aufzustellen und auch das Klima besser zu schützen, sagte der Staatssekretär.

Land investiert 500 Millionen Euro in Wasserstoff- und Brennstofftechnologien

Seit Jahren unterstütze Baden-Württemberg die Schritte hin zum Hochlauf einer Wasserstoffwirtschaft intensiv. „Rund 500 Millionen Euro stellen wir als Land inzwischen zur Förderung innovativer Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologien – auch im Rahmen europäischer Projekte – zur Verfügung“, betonte Andre Baumann. Damit nehme Baden-Württemberg eine führende Position ein und gestalte den Strukturwandel, in dem sich die Wirtschaft im Südwesten befinde, aktiv mit. „Unser Land zu einem weltweit bedeutenden Standort für diese innovativen Technologien zu entwickeln, sichert den Wohlstand unserer Bürgerinnen und Bürger sowie die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und schafft neue Arbeitsplätze in einer klimaneutralen Zukunft“, führte der Energiestaatssekretär als wichtiges Ziel der Landregierung aus.

Damit aber dieser Strukturwandel gelingen könne, gelte es nun, die Wasserstoffinfrastruktur aufzubauen. „Erzeugung, Import sowie den Transport und die Speicherung von Wasserstoff sind die wichtigsten Aufgaben, die wir nun angehen müssen“, ergänzte Andre Baumann. Dafür setze sich die Landregierung nachdrücklich bei der Europäische Union und beim Bund ein.

f-cell Award für herausragende Entwicklungen und Innovationen

Neueste herausragende Entwicklungen und Innovationen bei den Brennstoff- und Wasserstofftechnologien würdigte der Energiestaatssekretär mit der Auszeichnung des f-cell Awards, der wie in den vergangenen Jahren im Rahmen des f-cell Kongresses verliehen wurde. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis konnte in diesem Jahr in insgesamt drei Kategorien vergeben werden.

In der Kategorie „Forschung und Entwicklung“ erhielten die „Electrochemical Energy Systems Junior Research Group” der baden-württembergischen Universität Freiburg und „The Electrochemical Energy, Catalysis and Materials Science Laboratory“ an der Technischen Universität Berlin für ihre Forschungsarbeit „Hocheffiziente Anionen-Austausch-Membran (AEM)-Wasserelektrolyse – Iridiumfrei und skalierbar“ die f-cell Auszeichnung. In einer Kooperation konnten die beiden Forschungsgruppen eine alkalische membranbasierte AEM-Elektrolyse entwickeln, die vergleichbar effizient wie eine Protonen-Austausch-Membran-Elektrolyse (kurz PEM-Elektrolyse) ist, aber dabei gänzlich auf den äußerst knappen und kostenintensiven Iridiumkatalysator verzichtet und erstmalig ausschließlich mit skalierbaren Methoden hergestellt wurde.

Das Unternehmen Rux Energy aus Australien konnte sich in der Kategorie „Produkte und Märkte“ bei der Fachjury durchsetzen. Rux Energy entwickelt poröse metallorganische Gerüst-Materialien (sogenannte MOF-Materialien), mit denen die Speicherung von Wasserstoff durch eine bessere volumetrische Aufnahme in komprimierten und kryokomprimierten Umgebungen wie zum Beispiel im Schwerlastverkehr oder der Luft- und Raumfahrt verbessert wird. Der zum ersten Mal ausgerufene f-cell Award in der Kategorie „Start-ups“ ging an das norwegische Start-up Hystar, das mit seiner Technologie die Produktion von Wasserstoff durch PEM-Elektrolyse mittels einer wesentlich dünneren Membran deutlich effizienter macht.

Der f-cell-Kongress findet zum 22. Mal statt

Die f-cell findet mittlerweile zum 22. Mal statt und wird dieses Jahr zum ersten Mal von der Landesmesse Stuttgart GmbH ausgerichtet. Die zweitägige Veranstaltung besteht aus einer Konferenz mit interaktiven Plenarvorträgen und Workshops sowie einer internationalen Fachmesse für die nationale und internationale Wasserstoff- und Brennstoffzellenbranche.

Den „f-cell-Award – Innovationspreis Brennstoffzelle“ stiftet das Land Baden-Württemberg für anwendungsnahe Entwicklungen rund um die Brennstoffzelle. Ausschreiber des Wettbewerbs sind das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH und die Messe Stuttgart. 

f-cell Stuttgart

Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft: Wasserstoffwirtschaft

Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg