Stichwort zur Energiewende: Repowering

Aktuelles Stichwort

Was ist eigentlich ... Repowering?

  • Repowering von Windenergieanlagen erhöht den Energieertrag

Wenn über den Ausbau der Windkraft gesprochen wird, muss das nicht immer die Errichtung neuer Anlagen bedeuten. Auch der Austausch der in die Jahre gekommenen Technik durch effizientere, leistungsstarke Anlagen steigert den Energieertrag um ein Mehrfaches. Das Stichwort lautet Repowering.

Wie Repowering funktioniert

Der technologische Fortschritt macht’s möglich: Windenergieanlagen können heute deutlich mehr Windenergie ernten als noch vor 20 Jahren. Lag die durchschnittliche Nennleistung einer Anlage 1990 noch bei 165 Kilowatt (KW), sind es – mit steigender Tendenz – im Bundesschnitt heute schon 2.976 KW (Zahlen: WindGuard, Juli 2017) eine Steigerung um den Faktor 18. Gerade an bewährten, windreichen Standorten lohnt es sich daher, die ältere Technik zu ersetzen und Windenergieanlagen der heutigen Generation zu installieren. Durch diesen Austausch – der Repowering genannt wird – ist es möglich, die gesetzten energiepolitischen Zielsetzungen mit einer geringeren Anzahl an Anlagen zu erreichen als es früher möglich gewesen wäre.

Durch Repowering kann also mit weniger Anlagen mehr Strom erzeugt und in das Stromnetz eingespeist werden. Diese Effizienzsteigerungen sind auf leistungsstarke Generatoren und auf größere Rotoren mit weiterem Durchmesser zurückzuführen. Ein weiterer Faktor ist die Nabenhöhe: Die betrug vor 20 Jahren noch durchschnittlich 50 Meter, bei neuen Anlagen liegt sie im Binnenland üblicherweise zwischen 120 und 150 Metern. In diesen Höhen weht der Wind mit höheren Geschwindigkeiten und konstanter, der Ertrag steigt. Eine weitere sichtbare Veränderung: Neue Anlagen drehen sich deutlich langsamer – die Drehzahl moderner Rotoren liegt bei 20 Umdrehungen pro Minute, ältere drehen sich dreimal so oft.

Repowering: ein Konzept für Baden-Württemberg?

Obwohl ihr Potenzial im Südwesten hoch ist, hat die Windenergie in Baden-Württemberg zurzeit nur einen Anteil von etwas mehr als einem Prozent an der Stromerzeugung. Die Ausbauzahlen der Jahre 2015 bis 2017 zeigen jedoch, dass das Land hier auf einen guten Weg ist, diesen Anteil in den nächsten Jahren zu erhöhen.

 

Weil Baden-Württemberg erst relativ spät in die Nutzung der Windenergie eingestiegen ist, gibt es hier vergleichsweise wenig leistungsschwache Anlagen, die vom Repowering profitieren könnten. Gleichwohl wurde bspw. Ende Oktober 2015 auf der Hornisgrinde im Schwarzwald eine Anlage mit einer Gesamthöhe von 120 m in Betrieb genommen, die drei alte kleinere Windräder ersetzt und sich dadurch auszeichnet, dass sie siebenmal mehr Strom produziert, deutlich mehr CO2 einspart, leiser und weniger wartungsanfällig ist und sich die Rotoren langsamer drehen. Das Thema ist also auch für Baden-Württemberg aktuell.

Weiterführende Links

Wie eine Windenergieanlage funktioniert, zeigt die Themenseite der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg. Dort können Sie auch den Windatlas nutzen, in dem das Windenergiepotenzial im Südwesten kartografisch aufbereitet ist. Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Nutzung der Windkraft finden Sie in den FAQ. 


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