Eine Radtour mit bester Aussicht

Die letzten Monate haben wir ganz schön viel Zeit im Homeoffice verbracht. Wir, das sind mein bester Freund Thomas und ich, Julian. Für uns beide war es höchste Zeit, mal wieder aus dem „neuen Normal“ auszubrechen. Da die aktuelle Lage größere Reisen erschwert, haben wir entschlossen, in diesem Sommer Baden-Württemberg zu erkunden. Wir hatten uns ohnehin vorgenommen, unseren CO-Fußabdruck beim Reisen in diesem Jahr so klein wie möglich zu halten und Energie einzusparen. Demnach suchten wir zunächst einmal ein Ausflugsziel, das v. a. mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Rad erreichbar ist. 

Zwei Personen auf Mountainbikes im Wald
Unsere Challenge: So energieeffizient wie möglich unterwegs sein // Copyright: Shutterstock / Solis Images
Landschaft mit grünen Wiesen
Sattes Grün umgeben von dunklen Wäldern und den Limpurger Bergen // Copyright: Shutterstock / PRILL

In unserem Fall ist das der Landkreis Schwäbisch Hall. Auf unserem Plan: Die Limpurger Berge mit dem Mountainbike bezwingen. Was wir unterwegs erlebt haben und bei welchen Aspekten wir noch Energie und  CO₂ einsparen konnten, verraten wir hier!  

Karte
Die Limpurger Berge befinden sich im Nord-Osten Baden-Württembergs nahe der Landesgrenze zu Bayern

Die Limpurger Berge rufen!

Wir starten mit der Limpurg-Tour frühmorgens am Bahnhof in Gaildorf mit unseren Mountainbikes. Uns erwartet eine anspruchsvolle Fahrt durch wunderschöne Täler und die Limpurger Berge, einem über 500 m hohen Gebirgszug bei Schwäbisch Hall. Von Gaildorf führt uns die Route entlang des Kochers. Fährt man in den frühen Morgenstunden los, erblickt man eines der höchsten Windräder der Welt (246,5 m!) noch im Sonnenaufgang. In Kombination mit drei weiteren Windrädern und einem im Tal gelegenen Speicherbecken ergibt dies ein Pumpspeicherkraftwerk, das jährlich bis zu 40.000 Menschen mit klimaneutralem Strom versorgen kann – und Gaildorf hat gerade mal 12.000 Einwohner. Wir staunen nicht schlecht über so viel erneuerbare Energie. Klar, dass wir kurz Pause machen und versuchen, den energieerzeugenden Giganten auf einem Foto festzuhalten! Weiter geht die Fahrt nach Sulzbach-Laufen, von wo aus es steil bergauf in die schattigen Wälder der Limpurger Berge geht, bis ins Naturschutzgebiet Oberes Bühlertal. Hier begrüßt uns eine unberührte und natürliche Flusslandschaft in sattem Grün. Eine willkommene Erfrischung, besonders an einem so heißen Sommermorgen wie heute.  

Windräder
Gigantisch: Die Windräder überragen die umliegenden Bäume um Längen // Copyright: Naturspeicher GmbH

Erster Zwischenhalt: barocke Idylle  

Der Bühler-Pfad führt am mittelalterlichen Schloss in Obersontheim vorbei zurück ins Kochertal nach Schwäbisch Hall. Ein kleiner Rundgang um das barocke Schlösschen lohnt sich – mindestens für einen weiteren Schnappschuss vor idyllischer Kulisse. Bei einer örtlichen Handwerksbäckerei holen wir uns ein kleines Vesper für unsere spätere Rast. Die lokalen und regionalen Betriebe zu unterstützen, spart übrigens viel Energie und große Mengen CO2, da viel kürzere bis gar keine Wege bei Produktion und Transport der Waren zurückgelegt werden müssen. 

Innenstadt
Das barocke Schloss wurde im 16. Jahrhundert von Schenk Erasmus erbaut // Copyright: Shutterstock / cityfoto24

Rekordverdächtige Sehenswürdigkeiten 

Die Limpurg-Tour führt noch weiter, vorbei am Starkholzbacher See ins bildschöne Rottal. Doch wir entscheiden uns für eine Rast. Wohl verdient, nach so viel Beinarbeit! Wir machen uns auf den Weg zum Erlebnispfad „Weiterweg“ in Hohenlohe. Ein gemütlicher Fußmarsch liegt vor uns, der an einigen Kunstobjekten vorbeiführt. Darunter auch der „große Tisch des Friedens“, ein 16 m langer Holztisch, an dem bis zu 55 Menschen Platz finden. Gerade genug Platz für uns zwei, scherzen wir. An der vielleicht längsten Tafel der Welt genießen wir unser Vesper, bevor wir uns auf den Rückweg nach Schwäbisch Hall machen. Zum Abschluss der Tour kehren wir in einem rustikalen Restaurant in Schwäbisch Hall ein. Die Stadt am Kocher und acht weitere Kommunen des Landkreises werden zu 100 % mit Strom aus erneuerbaren Energien versorgt. Für den Heimweg nutzen wir den Zug und lassen auf der Fahrt den Tag Revue passieren – müde, aber auch ziemlich stolz – auf das Erlebte und das gesparte CO₂! 

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