Mehr als heiße Luft: Wie Unternehmen mit effizienter Wärme- und Kältetechnik sparen

Über die Hälfte des Endenergieverbrauchs in deutschen Unternehmen entfällt auf die Erzeugung von Wärme, davon wiederum ein großer Teil auf Raumwärme und Klimatisierung. Hier liegt ein enormes Potenzial: Lesen Sie hier, wie Sie effizienter heizen und kühlen – und damit Kosten senken und CO einsparen.

  • Wärmeerzeugung verursacht über 50 Prozent des Endenergieverbrauchs in deutschen Unternehmen
  • Alte Anlagegen sind oft ineffizient und verursachen hohe Kosten
  • Moderne Technik senkt Energieverbrauch und CO₂-Ausstoß
  • Zahlreiche Beratungs- und Förderangebote erleichtern Unternehmen die Modernisierung

Wärme im Winter, Kälte im Sommer: Für die Produktivität und auch die Gesundheit spielt das richtige Raumklima eine entscheidende Rolle. Dabei hat Wärme den mit Abstand größten Anteil am Energieverbrauch in Unternehmen. Im Vergleich dazu scheint der Anteil von Kälte mit 2 Prozent eher gering. Für Unternehmen, die auf Prozess- oder Klimakälte angewiesen sind, 
wie es beim Lebensmittel-Einzelhandel der Fall ist, stellt sich dies natürlich anders dar. Hier liegen vor allem bei der Kälteerzeugung riesige Einsparpotenziale. Baulich und technisch können sich Maßnahmen für effizientere Wärme- und Kältenutzung hervorragend ergänzen.

Heizkosten „fressen“ den Gewinn

Vom baulichen Wärmeschutz über heizungstechnische Maßnahmen bis hin zum verantwortungsvollen Verhalten von Mitarbeitenden: Es gibt viele Möglichkeiten, unerwünschten Luftaustausch zu verhindern. So bleibt im Sommer die warme Luft draußen, im Winter hingegen die kalte.

Beispiel Autowerkstätten: Hier belaufen sich die Energiekosten durchschnittlich auf 3 Prozent des Umsatzes, der größte Posten ist die Raumwärme. Die gute Nachricht: Davon lassen sich mit den richtigen Maßnahmen bis zu 20 Prozent einsparen. Eine Reduktion der Transmissionswärmeverluste, also Energieabgaben an die Umgebung, ist zwar kostenintensiv, birgt allerdings den größten Effekt. Lüftungswärmeverluste lassen sich schon kostengünstiger beseitigen: Neben einer Wärmerückgewinnung bei automatischen Lüftungssystemen können auch Automatiktüren, Dichtungen, Wärmeschleier und Windfänge helfen.

Wollen Sie erfahren, wie Sie Kosten für die Wärmeversorgung oder Klimatisierung in Ihrem Betrieb sparen? Vereinbaren Sie hier einen kostenlosen KEFF-Check mit der Moderatorin oder dem Moderator für Ihre Region.

Falsch dimensionierte Heizungspumpen gehen ins Geld

Nach Ansicht von Experten und Expertinnen sind 70 bis 80 Prozent aller Heizungsumwälzpumpen überdimensioniert und ungeregelt und somit unterschätzte Stromverbraucher: Die ausgelegte Maximalleistung wird nur während 6 Prozent der Heizperiode benötigt. Moderne, energieeffiziente Pumpen mit bedarfsgerechter Ausrichtung berücksichtigen das und reduzieren den Strombedarf um bis zu 80 Prozent. Entscheidend ist, dass die Anlage im Zuge dessen hydraulisch gut abgeglichen wird.

In vielen Unternehmen arbeiten häufig unbemerkt zahlreiche Pumpen mit sehr langen Laufzeiten. Viele scheuen einen Austausch der Pumpen. Das müssen Sie nicht! In der Regel amortisiert sich eine Neuanschaffung schnell. Zusätzlich gibt es das Förderprogramm zur Heizungsoptimierung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Es fördert einen Austausch mit 30 Prozent des Nettorechnungsbetrags der Umrüstungskosten.

Thermostat
Ob warm oder kalt: Effizienzmaßnahmen schonen die Umwelt – und die Kasse. © Adobe Stock / Sashkin

Alte Raumlufttechnik als Kostenfalle

In vielen Betrieben sind die raumlufttechnischen Anlagen älter als zehn Jahre und entsprechen nicht mehr aktuellen technischen Standards – wer hier ansetzt, kann 15 bis 30 Prozent Energie sparen. Oft rechnet es sich schon, die tatsächlich notwendige Frischluftzufuhr für Ihre verschiedenen Produktionsstätten, Gebäude oder Gebäudezonen ermitteln zu lassen und Einstellwerte der Anlagen entsprechend anzupassen. Dabei hilft Ihnen ebenfalls der kostenlose Check der Regionalen Kompetenzstellen des Netzwerks Energieeffizienz (KEFF).

Manchmal hilft es auch schon, die Luftauslässe der Lüftungsanlage so umzuformen, dass die frische Luft direkt zu den Arbeitsplätzen geleitet wird, statt sich einfach nur im Raum zu verteilen, beispielsweise mittels sogenannter Quellluftströmung. Fenster, Hallentore und auch Entrauchungsklappen können zusätzlich ohne mechanische Kälteerzeugung natürlich belüften.

Mehr Informationen zu effizienter Raumlufttechnik und viele erfolgreiche Beispiele finden Sie hier.  

Abwärme sinnvoll nutzen

Bis zu 60 Prozent der Energiekosten für die Wärmeerzeugung lassen sich durch die Nutzung prozessbedingter Abwärme einsparen, insgesamt wird das Einsparpotenzial in Deutschland auf rund 5 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt.

Abwärme eignet sich zum Heizen, Wasser zu erwärmen oder Prozesswärme zu erzeugen. Auch eine Umwandlung in Kälte oder Strom ist möglich. Überschüssige Wärme heizt an Nah- oder Fernwärmenetzwerke angeschlossene Gebäude.

Haben Sie überschüssige Abwärme in Ihrem Unternehmen? Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt Sie mit Förderangeboten. Mit dem Förderkredit „Energieeffizienz und Prozesswärme aus Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ gibt es beispielsweise einen zinsgünstigen Kredit mit einem Tilgungszuschuss von bis zu 55 Prozent. Mehr dazu finden Sie auf der Internetseite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Sie benötigen keinen Kredit? Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz stellt alternativ zu gleichen Förderbedingungen einen Investitionszuschuss zur Verfügung. Den Antrag stellen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Warm und kalt gut gekoppelt

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) als Ersatz Ihrer alten Heizanlage macht Sie unabhängig vom Strompreis. Es kann zur Produktion von Strom, Wärme und sogar zur Kälteerzeugung genutzt werden. Dabei können unterschiedliche Brennstoffe zum Einsatz kommen, beispielsweise Bio-Gas oder Hackschnitzel. Die Investitionen für ein Blockheizkraftwerk sind relativ hoch, allerdings ist das Potenzial, Kosten einzusparen und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, enorm. Deswegen gibt es unter anderem das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz oder das Förderprogramm für sogenannte Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen
Weitere Informationen zu Blockheizkraftwerken und deren Fördermöglichkeiten finden Sie online beim Kompetenzzentrum Wärmewende bei der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg.

Nutzen Sie eigene Potenziale!

Sie sehen: Wenn es um Wärme oder Kälte geht, gibt es viele Möglichkeiten zur effizienteren Energienutzung. Wenn auch Sie Potenziale in Ihrem Unternehmen finden und nutzen wollen, dann ist der kostenfreie KEFF-Check Ihr idealer Einstieg. Die KEFF-Effizienzmoderatorinnen und Effizienzmoderatoren unterstützen und begleiten Sie gezielt bei Effizienzmaßnahmen, vom ersten Gespräch über die Identifikation von Potenzialen bis hin zur Umsetzung und Feststellung der konkreten Effizienzerfolge.

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Wärme- und Kälteerzeugung verbrauchen über die Hälfte der Endenergie in deutschen Unternehmen. Wenn Sie hier mit Effizienzmaßnahmen ansetzen, sparen Sie Kosten, reduzieren CO₂-Emissionen – und machen Ihr Unternehmen zukunftssicher und wettbewerbsfähiger .

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