Photovoltaikpflicht: Hier finden Handwerkerinnen und Handwerker Unterstützung

Mit der Photovoltaikpflicht will das Land Baden-Württemberg die Solarenergienutzung auf Gebäuden verstärken. Hierbei sind Sie – die Handwerkerinnen und Handwerker, Architektinnen und Architekten, Planerinnen und Planer sowie Energieberaterinnen und Energieberater – unverzichtbar. Sie sorgen dafür, dass Häuser, Neubauten, Wohn- und Nichtwohngebäude energetisch fit gemacht werden. Damit tragen Sie zum Erreichen der Ausbauziele für erneuerbare Energien des Landes wie auch seiner Klimaschutzziele bei. Wir wollen Sie bei Ihrer Arbeit tatkräftig unterstützen. Daher haben wir mit Blick auf die Photovoltaikpflicht einige wichtige Informationen und darüber hinaus Anlaufstellen sowie Links mit weitergehenden Informationen und Informationsmaterial zum Herunterladen für Sie gesammelt. 

Halle mit Photovolatikanlage auf dem Dach
Copyright: Umweltministerium / Björn Hänssler

Das Wichtigste zur Photovoltaikpflicht in Kürze

Die Photovoltaikpflicht ist seit Herbst 2021 in Baden-Württemberg beschlossene Sache. Mit ihr wird der Solarenergieausbau zum festen Bestandteil eines jeden Bauvorhabens im Land. Seit Beginn des Jahres gilt sie jedoch zunächst für neu geplante Nicht-Wohngebäude und freie Pkw-Parkflächen ab 35 Stellplätzen. Ab Mai 2022 schließt die Pflicht neu geplante Wohngebäude mit ein. Ab Januar 2023 betrifft sie auch grundlegende Dachsanierungen. Die rechtliche Grundlage bilden das Klimaschutzgesetz des Landes und die Photovoltaik-Pflicht-Verordnung des Umweltministeriums. 

Hier finden Sie die Photovoltaik-Pflicht-Verordnung des Umweltministeriums mit den genauen Vorgaben zur Photovoltaikpflicht als PDF-Dokument zum Herunterladen.   

Aktueller Stand des Photovoltaikausbaus in Baden-Württemberg

Bis zum Jahr 2040 will das Land Baden-Württemberg Klimaneutralität erlangen. Ein elementarer Bestandteil ist der Photovoltaikausbau: Weniger Treibhausgase im Land, dafür mehr sauberen Strom aus der Steckdose. Denn jede Kilowattstunde, die durch eine Photovoltaikanlage erzeugt wird, spart im Schnitt zwischen 560 und 640 Gramm Kohlenstoffdioxid ein. Summiert bedeutet es ab dem Jahr 2030 bis zu drei Millionen Tonnen weniger Kohlendioxidausstoß jährlich. 

Damit wäre ein großer Meilenstein für den Klimaschutz in Baden-Württemberg erreicht – mit Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus. Doch um das zu erreichen, müssten mindestens 20 Gigawatt Photovoltaikleistung bis zu dem Zeitpunkt installiert sein. Bislang sind laut Marktstammdatenregister über 400.000 Photovoltaikanlagen im Land installiert (Stand Februar 2022), die knapp 7 Gigawatt Photovoltaikleistung erzeugen. Es fehlen also noch rund 13 Gigawatt Photovoltaikleistung, die auf den Dächern und Freiflächen in Baden-Württemberg zu installieren sind. 

Einen aktuellen Statusbericht zur Energiewende in Baden-Württemberg finden Sie hier:

Die Rolle des Handwerks beim Photovoltaikausbau  

Ohne Sie, die zahlreichen Handwerksbetriebe im Land, lassen sich weder die Energiewende- noch Klimaschutzziele meistern. Vor allem der Photovoltaikausbau im Gebäudebereich braucht Ihre Mithilfe. Zu Ihnen kommen Kundinnen und Kunden, wenn sie Auskunft und Rat hinsichtlich der Photovoltaikpflicht suchen. Somit sind Ihre Handwerksbetriebe häufig erste Anlaufstelle, selbst wenn Ihr Betrieb nicht auf die Photovoltaik spezialisiert ist. 

Um auf Fragen in Bezug auf die Energiewende im Land allgemein und auf die Photovoltaikpflicht im Besonderen sachlich und kompetent Auskunft geben zu können, finden Sie hier für Ihre Kundinnen und Kunden: Informationsflyer, Links zu Anlaufstellen sowie weiteres Informationsmaterial zum Herunterladen.

Informationen für die Kommunikation mit Ihren Kundinnen und Kunden

Ein umfangreiches Informationsangebot stellt Ihnen das Umweltministerium Baden-Württemberg bereit. Hier finden Sie auch Beratungsstellen unter anderem zu Verbraucherzentralen, regionalen Energieagenturen, Energieeffizienz-Netzwerken sowie Verweise auf Förderangebote.  

Eine Energieberatung sollte herstellerunabhängig und so neutral wie möglich erfolgen. Eine Übersicht über mögliche Themenfelder einer Energieberatung sowie Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner im Land finden Sie hier. Weiteres Informationsmaterial zum Herunterladen finden Sie unter Publikationen von Zukunft Altbau.

Ein Tool zum Berechnen der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage finden Sie über das Solardachkataster. Die Karte informiert Sie über das „Solarpotenzial auf Dachflächen“. 

Mehr Informationen zu erneuerbaren Energien sowie zu Echtzeitdaten der Einspeiseleistung Windenergie und Photovoltaik finden Sie auf dem gemeinsam von der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und dem Umweltministerium betriebenen Internet-Portal.

Dieser Flyer erklärt alles Wissenswerte rund um die Photovoltaikpflicht. Er bietet Ihren Kundinne und Kunden einen Überblick zur Umsetzung, zu Ausnahmeregelungen und Beratungsmöglichkeiten sowie weiteren Anlaufstellen mit Informationen.  

Wirtschaftliche Potenziale des Solarausbaus in Baden-Württemberg 

Die Photovoltaikpflicht bereitet dem Handwerk in Baden-Württemberg den Boden. Die Photovoltaikanlage ist der wichtigste Bestandteil für eine dezentrale erneuerbare Energieversorgung in Gebäuden. Sie liefert sauberen Strom und auch Wärme vom Dach oder von der Fassade direkt ins Haus. Immer öfter wird sie mit Stromspeichern und Wallboxen zum Laden von Elektrofahrzeugen kombiniert. Für Quartiere sowie größere Wohn- und Nicht-Wohngebäude eignen sich Photovoltaikanlagen zur Umsetzung von Mieterstrommodellen

Auf größeren Parkplätzen können zudem Ladepunkte für Elektrofahrzeuge installiert werden. Das betrifft in Baden-Württemberg etwa 16.600 Parkplätze mit rund 2,1 Millionen Stellplätzen. Diese sind bislang nicht überdacht. Allein eine Überdachung der Hälfte der Stellplätze mit Solarmodulen könnten sechs Prozent des Solarpotenzials in Baden-Württemberg erschließen. Das Faktenpapier „Photovoltaik-Parkplätze – Solarüberdachungen von Park- & Stellplätzen“ gibt dazu Auskunft.    

In Verbindung mit digitalen Tools, Energiemanagementsystemen und sensorgestütztem Monitoring erschließen sich weitere Einsatzbereiche, bei denen Photovoltaikanlagen den Ausgangspunkt bilden. 

Handwerks-, Gewerbe- und Industriebetriebe nutzen die Solarenergie, um ihre Treibhausgasemissionen zu verringern und einen aktiven Beitrag zur Klimawende beizusteuern. Doch auch daraus ergeben sich neue Einsatzmöglichkeiten und Geschäftsmodelle mit Mehrfachnutzen. Einen Eindruck davon vermittelt der Leitfaden „Photovoltaik in Gewerbe und Industrie – Solarenergie erfolgreich einsetzen“ des Solar Clusters Baden-Württemberg. Sie finden ihn hier.

So sind zwar das Elektrohandwerk und das Dachdeckerhandwerk die Umsetzungspartner der Photovoltaikpflicht der ersten Stunde. Doch viele weitere Handwerksbetriebe und Serviceanbieter können im Anschluss folgen. Photovoltaikanlagen bilden somit den Ausgangspunkt für weitere Geschäftsmöglichkeiten und Aufträge. Damit ist die Photovoltaikpflicht auch ein Wirtschaftsantrieb im Land. 

Photovoltaik auf Freiflächen

Über den Einsatz von Photovoltaikanlagen im Gebäudebereich hinaus, können größere Solarparks auf Freiflächen installiert werden. Hier ergeben sich weitere wirtschaftliche Nutzungsoptionen. Zu diesen zählen beispielsweise die Agri-Photovoltaik oder die schwimmende Photovoltaik. Sie schaffen neue Misch-Nutzungsformen, bei denen ein landwirtschaftlicher Betrieb mit sauberer Energieerzeugung einhergeht. Einen Handlungsleitfaden für Freiflächensolaranlagen, bereitgestellt vom Umweltministerium, finden Sie hier und einen Leitfaden für die Agri-Photovoltaik, bereitgestellt vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE), hier.

Breiter Zuspruch zur Photovoltaikpflicht

Insgesamt erfährt die Photovoltaikpflicht in Baden-Württemberg breite Unterstützung. Ihren Beitrag zum Klimaschutz haben rund 50 Verbände, Behörden sowie Institutionen aus den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Wissenschaft, Handwerk, Kommunales, Verbraucherschutz, Sport und Kirche anerkannt. Vertreterinnen und Vertreter des Handwerks sowie Wirtschaftsverbände sprechen sich für einen starken Photovoltaikausbau aus. Zudem treiben sie selbst die Energiewende aktiv voran. Zu den aktiven Unterstützern zählen unter anderem:

  • Solar Cluster Baden-Württemberg e.V.
  • Architektenkammer Baden-Württemberg
  • Handwerkstag Baden-Württemberg
  • Fachverband Elektro- und Informationstechnik Baden-Württemberg
  • Landesinnungsverband Dachdecker
  • Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg

Kurzum 

Das Land arbeitet im Zuge des Photovoltaikausbaus noch enger mit dem baden-württembergischen Handwerk zusammen. Um Handwerksbetriebe bei der Umsetzung der Photovoltaikpflicht zu unterstützen, stellt Ihnen das Land vielfältige Informationsangebote bereit. Diese können Sie für die Kommunikation mit Ihren Kundinnen und Kunden nutzen. Zudem gibt es weitere Anlaufstellen, an die Sie sich mit Fragen zur Photovoltaikpflicht wenden können.  

Hier finden Sie einen Wegweiser für Ihre Kundinnen und Kunden mit einer Drei-Schritte-Anleitung zur Installation einer privat betriebenen Photovoltaikanlage.

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Weitere Informationen zum Thema Photovoltaikpflicht und was Sie dazu wissen müssen, finden Sie hier.

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