Klimaschutz mitgestalten: Holen Sie sich die Energiewende ins Eigenheim

Der Schutz unseres Klimas ist ein riesiges Projekt von weltweiter Relevanz. Das sollte Sie aber nicht abschrecken. Denn Sie können die Energiewende auch zu sich nach Hause holen. Aufs Dach z. B. oder in den Keller. Mit Solarkollektoren oder Biomasseheizkesseln, Isolierfenstern oder einer konventionellen neuen Heizungsanlage. Erfahren Sie hier, wo Sie zuhause anpacken können – und wer Sie dabei wie fördert.

  • Von Sonnenenergie bis Erdwärme: Es gibt viele Möglichkeiten, Ihre persönliche Energiewende zu starten. 
  • Zahlreiche Förderprogramme helfen Ihnen bei der Umsetzung.
  • Mit einer energetischen Sanierung können Sie bis zu 80 % Energie sparen.

Ein Haus, viele Möglichkeiten: So holen Sie sich die Energiewende ins Eigenheim.

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Tipp 1:

Nutzen Sie Sonnenlicht-Strom – mit einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach.

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Tipp 2:

Heizen Sie mit Sonnenwärme: Eine Solarthermieanlage wärmt Ihre Räume und Ihr Badewasser.

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Tipp 3:

Unter Ihrem Garten liegt ein Wärmeschatz: Heben Sie ihn mit Sonden und einer Wärmepumpe und setzen Sie beim Heizen auf Geothermie.

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Tipp 4:

Ob Pellets oder Hackschnitzel: Wer mit Biomasse heizt, schont das Klima und nutzt einen traditionellen Energieträger.

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Tipp 5:

Sperren Sie Zugluft aus und verabschieden Sie sich von Ihrer alten Heizung: Mit einer energetischen Sanierung machen Sie Ihr Haus fit für die Energiewende.

Photovoltaik: Selbstversorger werden – mit Sonnenschein 

Machen Sie es wie Ihr Taschenrechner: Mit Hilfe einer Photovoltaikanlage können Sie die Energie der Sonne nutzen. Dafür brauchen Sie Solarmodule auf Ihrem Dach, die die Sonneneinstrahlung in elektrische Leistung umwandeln. Die Photovoltaikanlage muss von einem Elektriker installiert und angeschlossen werden. Der Preis variiert je nach Größe der Fläche. Die KfW-Bank bietet für Ihr Vorhaben einen vergünstigten Förderkredit an. Und wer zusätzlich zu seiner neuen, an das Verteilnetz angeschlossenen Photovoltaikanlage in einen Batteriespeicher investiert, kann bis zu 5.000 € Förderung vom Land Baden-Württemberg erhalten.

Über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördert außerdem der Staat diese Art von Energieerzeugung. Die Höhe der Förderung unterscheidet sich je nach Größe, Standort und Art der Photovoltaikanlage. Die Vergütungssätze werden für neu in Betrieb genommene Anlagen in Abhängigkeit vom Gesamtzubau monatlich angepasst. Ob sich die Investition lohnt, hängt u. a. von der Lage des Hauses ab und muss im Einzelfall geprüft werden. Grundsätzlich gilt: Je mehr Solarstrom selbst genutzt wird, desto höher ist die Rendite.

Einfamilienhaus mit Solaranlagen auf dem Dach
Copyright: Shutterstock/manfredxy

Solarthermie: In Sonne baden, Heizkosten sparen

Wird die Sonne zum Heizen genutzt, spricht man von „Solarthermie“. Dafür werden auf dem Dach, an der Hauswand oder im Garten Sonnenkollektoren installiert. Sie nutzen die Strahlen der Sonne, um Brauchwasser zu erwärmen und heißes Wasser für die Heizungsanlage bereitzustellen. Das funktioniert übrigens auch an sonnigen Wintertagen. Das erwärmte Wasser kann über Nahwärmenetze auch zu anderen Gebäuden geleitet werden. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Einbau von thermischen Solarkollektoranlagen zur kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung mit mindestens 2.000 €. Höhere Zuschüsse erhalten Sie z. B. dann, wenn Sie eine größere Anlage planen oder vorhaben, Ihre Solarthermieanlage mit bestimmten Heizungsanlagen zu kombinieren. Solarkollektoranlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung werden mit mindestens 500 € bezuschusst.

Geothermie: Holen Sie sich die Wärme aus der Tiefe

Erdwärme (oder Geothermie) ist unterhalb der Erdoberfläche gespeicherte Wärme. Mithilfe von Sonden können Sie diese Wärme entnehmen und in Ihren Haushalt transportieren. Eine Wärmepumpe nutzt die Wärme dann wiederum zum Heizen und zur Aufbereitung von Warmwasser. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert elektrische Wärmepumpen bei gleichzeitiger Erdsondenbohrung mit mind. 4.500 €.

Biomasse: Innovativ heizen – mit Tradition

Einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten schon heute Biomasse-Heizungen. Wer beispielsweise auf eine Holz-Heizung umsteigt, kann Treibhausgasemissionen reduzieren: Holz ist ein weitgehend CO₂-neutraler Brennstoff. Denn beim Verheizen wird annähernd nur so viel Kohlenstoff freigesetzt, wie die Bäume vorher gebunden haben. In einem Ofen im Wohnbereich oder einem Zentralheizungskessel im Keller können Sie bspw. Holzpellets verbrennen. Auch mit Hackschnitzeln und Scheitholz können sie Ihr Zuhause emissionsarm wärmen. Wichtig: Achten Sie auf trockenen Brennstoff und die korrekte Bedienung, um Schadstoffemissionen möglichst gering zu halten.

Auch beim Heizen mit Biomasse können Sie sich finanzielle Unterstützung sichern. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert u. a. Kessel zur Verfeuerung von Holzpellets und Holzhackschnitzeln. Tipps zum richtigen Heizen mit Holz stellen Ihnen die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz auf ihrem Themen-Portal und das Umweltbundesamt zur Verfügung.

Energetisch Sanieren: Effizient von Dach bis Keller

Wer die Bausubstanz der eigenen vier Wände auf Vordermann bringt oder die Heizungsanlage modernisiert, kann einen großen Beitrag zur Energiewende leisten. Je nach Gebäudetyp kann die Wärmedämmung an Dach, Wand, Keller und Fenster erneuert werden, damit die Gebäudehülle möglichst undurchlässig für Wärmeverluste wird. Energetisch ist auch bei einer Sanierung fast alles möglich – vom Niedrigenergiehaus bis hin zum Plusenergiehaus. Denn mit den richtigen Maßnahmen lassen sich bis zu 80 % Energie einsparen – eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass viele Häuser, die älter als 20 Jahre sind, einen jährlichen Energieverbrauch von etwa 200 kWh (Kilowattstunden) pro m2 haben, der sich allein durch die Modernisierung der Heizungsanlage immens senken lässt. 

Hausbesitzer müssen sich zunächst die entscheidenden Fragen stellen: Wie viel Energie will ich einsparen? Welche finanziellen Mittel stehen mir dafür zur Verfügung? Daneben spielen auch die technische Machbarkeit und eventuelle Denkmalschutz-Vorgaben eine Rolle. Dabei sollten Sie langfristig kalkulieren: Verringerte Betriebskosten, die Verbesserung der Bausubstanz und zahlreiche Förderprogramme machen eine Sanierung auch betriebswirtschaftlich lohnenswert. Die Telefonberatung von Zukunft Altbau, einer Initiative des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg, bietet firmenneutrale Informationen, gibt Hinweise auf Fördermöglichkeiten und vermittelt fachlichen Rat. Erreichbar ist sie unter 08000 123333.

Wenn es dann an die Umsetzung geht, unterstützen Sie z. B. die KfW und die L-Bank mit günstigen Krediten bei der Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen. Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern haben die Möglichkeit, über die KfW-Förderbank einen Zuschuss zu erhalten.

Ihr Beitrag zur Energiewende

Daumen hoch

Rund 90 % der Wohngebäude in Deutschland wurden vor 1977 gebaut. Mindestens ein Drittel der Heizkessel ist älter als 20 Jahre. Wer modernisiert und auf neue Technologien umrüstet, spart nicht nur Energie und schützt so das Klima – sondern erhöht auch seinen Wohnkomfort. 

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