Viele Wege führen zur Wärmewende - Nichtwohngebäude

So können Nichtwohngebäude die Anforderungen des Erneuerbare-Wärme Gesetzes erfüllen.
Verschaffen Sie sich schnell einen Überblick: Ein interaktive Web-Tool zeigt, welche Möglichkeiten Ihnen bei der Anforderungserfüllung offenstehen. Klicken Sie sich durch die verschiedenen Erfüllungsoptionen, um die für Sie beste Kombination herauszufinden.

Nähere Informationen zum Tool und weiterführende Kontaktdaten finden Sie in unseren FAQ.

Darstellung: Nicht-Wohngebäude - allgemein
Darstellung: Nicht-Wohngebäude - allgemein - mobil
Darstellung: Thermische Solaranlage im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Wärmenetz im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Holzzentralheizung im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Biogas im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Bioöl im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Dachdämmung eines Nicht-Wohngebäudes Darstellung: Fassadendämmung eines Nicht-Wohngebäudes Darstellung: Kellerdämmung eines Nicht-Wohngebäudes Darstellung: Senkung des Wärmeenergiebedarfs durch bauliche Maßnahmen Darstelllung: Sanierungsfahrplan für ein Nicht-Wohngebäude Darstellung: Wärmepumpe im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Photovoltaikanlage im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Kraft-Wärme-Kopplung eines Nicht-Wohngebäudes Darstellung: Wärmerückgewinnung im Nicht-Wohngebäude Darstellung: Abwärmenutzung im Nicht-Wohngebäude
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Alle Erfüllungsoptionen für Nichtwohngebäude auf einen Blick

Nach EWärmeG sind Wohngebäude Gebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dienen, einschließlich Wohn-, Alten- und Pflegeheimen sowie ähnliche Einrichtungen. Als Nichtwohngebäude gelten alle Gebäude, die nicht Wohngebäude sind. Hierzu gehören z.B. Büro- und Verwaltungsgebäude Läden und Kaufhäuser, Kliniken und Krankenhäuser, Schulen und Lehrgebäude, Gewerbebauten etc. Nichtwohngebäude haben im Gegensatz zu Wohngebäuden häufig einen zusätzlichen Energiebedarf, der teilweise deutlich über den Wärmeenergiebedarf hinausgeht. Hierzu gehören z.B. die Energie für die Beleuchtung, die Lüftung und Klimatisierung, die technischen Geräte, Maschinen etc. In §2 Abs. 2 EWärmeG sind die Gebäude definiert, die nicht unter das EWärmeG fallen. Diese Ausnahmen entsprechen weitgehend denen der EnEV.

Thermische Solaranlage

Mit einer Solaranlage kann im Sommerhalbjahr Warmwasser erzeugt werden und die Heizung in der Übergangszeit unterstützt werden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist eine Solaranlage mit 7 m² je 100 m² Wohnfläche erforderlich, für Mehrfamilienhäuser reichen 6 m² je 100 m² Wohnfläche aus. Werden Vakuumröhrenkollektoren eingesetzt, darf die Fläche um 20 % kleiner werden. Eine steil aufgestellte Solaranlage (also über 45°) beispielsweise an der Balkonbrüstung liefert in der Übergangszeit Wärme zur Heizungsunterstützung. Je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizsystem ist, desto mehr Wärme kann die Solaranlage beisteuern. Auch ältere Anlagen können – ggf. anteilig – angerechnet werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Wärmenetz

Mit dem Anschluss an ein Wärmenetz sind die Anforderungen des Gesetzes vollständig erfüllt, wenn dieses in Kraft-Wärme- Kopplung oder mit mindestens 15 % erneuerbaren Energien betrieben wird. Dies ist in fast allen Wärmenetzen der Fall. Sofern ein Wärmenetz vorhanden ist, ist ein Anschluss eine sichere, kostengünstige und bequeme Sache.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Heizkessel für feste Biomasse
(Holzzentralheizung)

Mit einem Scheitholz-, Pellets- oder Holzhackschnitzelkessel können die Anforderungen vollständig erfüllt werden. Werden in einem größeren Gebäude zwei Kessel eingebaut, muss der Holzkessel zumindest 15 % der Gesamtleistung der Anlage haben.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Biogas

Für einen Gaskessel mit bis zu 50 kW darf bis zu 10% Biomethan angerechnet werden. Dabei muss ein Brennwertkessel eingebaut werden – was inzwischen Standard sein sollte. Biomethan bietet der Gasversorger gegen Aufpreis an. Er kauft die entsprechende Menge von einem Landwirt, der das Biogas seiner Anlage aufbereitet und ins Gasnetz einspeist. Damit ein Brennwertkessel effizient arbeitet, sollte vom Heizungsbauer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Grafik Skala: bis 10 Prozentpunkte möglich

Bioöl

Für einen Ölkessel mit bis zu 50 kW darf bis zu 10% Bioöl angerechnet werden. Dabei muss ein Brennwertkessel eingebaut werden – was inzwischen Standard sein sollte. Heizöl mit 10% Bioanteil bieten Heizölhändler im ganzen Land an. Damit ein Brennwertkessel effizient arbeitet, sollte vom Heizungsbauer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Grafik Skala: bis 10 Prozentpunkte möglich

Dachdämmung

mit einer sehr guten Dachdämmung sinken nicht nur die Wärmeverluste, die Anforderungen des EWärmeG können sogar vollständig erfüllt werden.

Dazu müssen die Anforderungen der EnEV um 20 % unterschritten werden. Bei Gebäuden bis zu vier Vollgeschossen ist dies eine vollständige Erfüllung, wenn alle Dachflächen entsprechend gedämmt sind. Bei Gebäuden mit bis zu acht Vollgeschossen ist dies noch eine Erfüllung zu zwei Dritteln, bei noch höheren Gebäuden zu einem Drittel. Bei der Dämmung von Dach, Dachschrägen und oberster Geschossdecke muss ein U-Wert von 0,192 W/m²K erreicht werden, bei Flachdächern 0,16 W/m²K. Dies entspricht jeweils einer Dämmung in einer Größenordnung von 18 bis 24 cm - abhängig vom Aufbau und vom Dämmstoff.

Grafik: volle Erfüllung möglich

Fassadendämmung

Gut gedämmte, warme Wände sparen Energie, bieten behagliche Raumkonditionen – und sind eine Erfüllungsoption.

Der U-Wert dieser Flächen muss 20 % besser sein als die EnEV dies für bestehende Gebäude fordert, muss also weniger als 0,192 W/m²K betragen. Dies entspricht bei einem typischen Dämmstoff je nach Qualität der bestehenden Wand einer Dämmdicke von 16 bis 18 cm. In dieser Qualität gedämmte Teilflächen dürfen angerechnet werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Kellerdeckendämmung

Die Kellerdeckendämmung sorgt für warme Füße und ist eine Teilerfüllungsoption.

Wird die gesamte Kellerdecke in einem Gebäude mit maximal zwei Vollgeschossen so gedämmt, dass die Anforderungen der EnEV um 20 % unterschritten werden, sind die Anforderungen des Gesetzes zu zwei Dritteln erfüllt. Teilflächen können dabei nicht angerechnet werden. Bei Gebäuden mit drei oder vier Vollgeschossen ist eine Erfüllung zu einem Drittel möglich. Eine Dämmung mit 14 cm eines guten Dämmstoffes erfüllt in der Regel die Anforderungen.

Grafik: Teilerfüllung möglich

Senkung des Wärmeenergiebedarfs durch bauliche Maßnahmen

Energetische Sanierungen können angerechnet werden, wenn der Wärmeenergiebedarf dadurch um zumindest 15 % sinkt.

Dabei gilt als Basiswert der Bedarf beim Austausch des Wärmeerzeugers. Alle geeigneten baulichen Maßnahmen dürfen angerechnet werden.

Sanierungsfahrplan

Ein Sanierungsfahrplan zeigt auf, welche Sanierungsschritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Für Nichtwohngebäude werden damit die Anforderungen des EWärmeG vollständig erfüllt.

Ein erfahrener Energieberater erfasst vor Ort alle Bauteile und die Heizungsanlage und entwickelt daraus eine Sanierungsstrategie, die er dann erläutert. Dies ist eine wichtige Grundlage für künftige Sanierungsschritte, die dann gut zusammenpassen. Bei Nichtwohngebäuden muss neben Gebäudehülle und Heizungsanlage die Lüftung, Kühlung, Klimatisierung und Beleuchtung mit berücksichtigt und bewertet werden.

Grafik Skala: Anforderungen werden voll erfüllt

Wärmepumpe

Eine elektrisch betriebene Wärmepumpe, die das gesamte Gebäude versorgt, muss aus einer Kilowattstunde Strom mindestens 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugen.

Wird die Wärmepumpe mit Brennstoffen betrieben, muss das Gerät aus einer Kilowattstunde Brennstoff zumindest 1,2 Kilowattstunden Wärme bereitstellen. Das ist im Grunde nur mit Fußboden- oder Wandheizungen erreichbar, die mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Falls die Wärmepumpe noch effizienter ist, muss sie nur einen Anteil des Gesamtwärmebedarfs decken.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Photovoltaikanlage

Eine PV-Anlage mit einer Spitzenleistung von 2 kWp je 100 m² Nettogrundfläche erfüllt die Anforderungen vollständig.

Es spielt keine Rolle, ob der Strom eingespeist oder im Gebäude selbst verbraucht wird. Auch ältere Anlagen können – abhängig von der Leistung auch anteilig – angerechnet werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Für größere Gebäude oder Gebäude mit hohem Warmwasserbedarf ist die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom interessant.

Blockheizkraftwerke sind eine sehr geeignete und oft wirtschaftliche Erfüllungsoption, sofern auch im Sommer Wärmebedarf besteht. Je nach Größe des Gerätes sind unterschiedliche Wege zum Nachweis vorgesehen: bis 20 kWel. müssen mindestens 15 Kilowattstunden elektrische Arbeit pro m² Nettogrundfläche und Jahr erzeugt werden, bei größeren Geräten muss der Wärmeenergiebedarf überwiegend durch dieses Gerät gedeckt werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Wärmerückgewinnung

Der Einbau einer hocheffizienten Wärmerückgewinnung ist immer dann eine günstige Erfüllungsoption, wenn in einem Nichtwohngebäude eine größere Lüftungsanlage betrieben wird.

Die rückgewonnene Wärmemenge abzüglich des dreifachen Stromaufwands zum Betrieb der Wärmerückgewinnungsanlage muss mindestens 15 Prozent des jährlichen Wärmeenergiebedarfs decken. Der Wärmerückgewinnungsgrad der Anlage muss außerdem mindestens 70 Prozent betragen und das Verhältnis von der aus der Wärmerückgewinnung stammenden und genutzten Wärme und Stromeinsatz für den Betrieb der Wärmerückgewinnungsanlage muss mindestens 10:1 betragen.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Abwärmenutzung

Wird bisher nicht genutzte Abwärme aus Prozessen nutzbar gemacht und deckt diese mindestens 15 % des Wärmeenergiebedarfs, ist dies eine Erfüllungsoption.

Wie bei Lüftungsanlagen muss der dreifache Stromaufwand zum Betrieb der Abwärmenutzungsanlage von der rückgewonnenen Wärmemenge abgezogen werden, um die anrechenbare genutzte Abwärmemenge zu errechnen.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich
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