Viele Wege führen zur Wärmewende – Wohngebäude

So erfüllen Sie als Hauseigentümerin oder -eigentümer die Anforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetzes
Seit 2015 gilt in Baden-Württemberg das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG). Hauseigentümerinnen und –eigentümer haben eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Bestimmungen in die Tat umzusetzen. Unsere interaktive Grafik zeigt Ihnen alle Erfüllungsoptionen für Wohngebäude in der Übersicht. Klicken Sie sich durch!

Nähere Informationen zum Web-Tool und Ansprechpartner für weitere Fragen finden Sie in unseren FAQ.

Alt-Titel
Alt-Titel
Darstellung: Thermische Solaranlage im Wohngebäude Darstellung: Wärmepumpe im Wohngebäude Darstellung: Holzzentralheizung im Wohngebäude Darstellung: Holzeinzelofen im Wohngebäude Darstellung: Biogas im Wohngebäude Darstellung: Bioöl im Wohngebäude Darstellung: Dachdämmung im Wohngebäude Darstellung: Fassadendämmung im Wohngebäude Darstellung: Kellerdämmung im Wohngebäude Darstellung: Ganzheiltliche Sanierung eines Wohngebäudes Darstellung: Ein Sanierungsfahrplan für ein Wohngebäude Darstellung: Photovoltaikanlage im Wohngebäude Darstellung: Anschluss an ein Wärmenetz Darstellung: Kraft-Wärmekopplung für ein Wohngebäude
Symbol F.A.Q. (häufig gestellte Fragen)

Alle Erfüllungsoptionen für Wohngebäude auf einen Blick

Nach EWärmeG sind Wohngebäude Gebäude, die nach ihrer Zweckbestimmung überwiegend dem Wohnen dienen, einschließlich Wohn-, Alten- und Pflegeheimen sowie ähnliche Einrichtungen.

Thermische Solaranlage

Mit einer Solaranlage kann im Sommerhalbjahr Warmwasser erzeugt werden und die Heizung in der Übergangszeit unterstützt werden. Für Ein- und Zweifamilienhäuser ist eine Solaranlage mit 7 Quadratmeter je 100 Quadratmeter Wohnfläche erforderlich, für Mehrfamilienhäuser reichen 6 Quadratmeter je 100 Quadratmeter Wohnfläche aus. Werden Vakuumröhrenkollektoren eingesetzt, darf die Fläche um 20 Prozent kleiner werden. Eine steil aufgestellte Solaranlage (also über 45 Grad Celsius) beispielsweise an der Balkonbrüstung liefert in der Übergangszeit Wärme zur Heizungsunterstützung. Je niedriger die Vorlauftemperatur im Heizsystem ist, desto mehr Wärme kann die Solaranlage beisteuern. Auch ältere Anlagen können – gegebenenfalls anteilig – angerechnet werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Wärmepumpe

Eine elektrisch betriebene Wärmepumpe, die das gesamte Gebäude versorgt, muss aus einer Kilowattstunde Strom mindestens 3,5 Kilowattstunden Wärme erzeugen. Das ist eigentlich nur mit Fußboden- oder Wandheizungen erreichbar, die mit sehr niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen. Falls die Wärmepumpe noch effizienter ist, muss sie nur einen Anteil des Gesamtwärmebedarfs decken. Wird die Wärmepumpe mit Brennstoffen betrieben, muss das Gerät aus einer Kilowattstunde Brennstoff zumindest 1,2 Kilowattstunden Wärme bereitstellen.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Heizkessel für feste Biomasse
(Holzzentralheizung)

Mit einem Scheitholz-, Pellets- oder Holzhackschnitzelkessel haben Sie die Anforderungen vollständig erfüllt. Werden in einem größeren Gebäude zwei Kessel eingebaut, muss der Holzkessel zumindest 15 Prozent der Gesamtleistung der Anlage haben.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Einzelraumfeuerung für feste Biomasse
(Holzeinzelofen)

Kachelöfen oder Pelletöfen aber auch Grundöfen, die 30 Prozent der Wohnfläche überwiegend beheizen oder die mit einer Wassertasche Wärme ans Zentralheizungssystem abgeben, erfüllen die Anforderungen. Alle Geräte müssen zumindest 80 Prozent Wirkungsgrad haben, Pelletöfen sogar 90 Prozent. Werden vor dem 1.7.2015 Geräte eingebaut, die nur 25 Prozent der Wohnfläche beheizen, sind die Anforderungen zu zwei Dritteln erfüllt.

Grafik Skala: 10 Prozentpunkte erfüllt, bis 15 Prozentpunkte möglich

Biogas

Für einen Gaskessel mit bis zu 50 Kilowatt darf bis zu 10 Prozent Biomethan angerechnet werden. Dabei muss ein Brennwertkessel eingebaut werden – was inzwischen Standard sein sollte. Biomethan bietet der Gasversorger gegen Aufpreis an. Er kauft die entsprechende Menge beispielsweise von einem Landwirt, der das Biogas seiner Anlage auf Erdgasqualität aufbereitet und ins Gasnetz einspeist. Damit ein Brennwertkessel effizient arbeitet, sollte vom Heizungsbauer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden. Beträgt die thermische Leistung der Anlage mehr als 50 Kilowatt, ist eine Erfüllung nicht möglich.

Grafik Skala: bis 10 Prozentpunkte möglich

Bioöl

Für einen Ölkessel darf bis zu 10 Prozent Bioöl angerechnet werden. Dabei muss ein Brennwertkessel eingebaut werden – was inzwischen Standard sein sollte. Heizöl mit 10 Kilowatt Bioanteil bieten Heizölhändler im ganzen Land an. Damit ein Brennwertkessel effizient arbeitet, sollte vom Heizungsbauer ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Grafik Skala: bis 10 Prozentpunkte möglich

Dachdämmung

Mit einer sehr guten Dachdämmung sinken nicht nur die Wärmeverluste, die Anforderungen des Erneuerbare-Wärme-Gesetztes können sogar vollständig erfüllt werden. Dazu müssen die Anforderungen der Energieeinsparverordnung für bestehende Gebäude um 20 Prozent unterschritten werden. Bei Gebäuden bis zu vier Vollgeschossen ist die Dachdämmung eine vollständige Erfüllung, wenn alle Dachflächen entsprechend gedämmt sind. Bei Gebäuden mit bis zu acht Vollgeschossen ist dies noch eine Erfüllung zu zwei Dritteln, bei noch höheren Gebäuden zu einem Drittel. Bei der Dämmung von Dach, Dachschrägen und oberster Geschossdecke muss ein U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) von 0,192 W/m²K erreicht werden (wie viel Wärme {W} entweicht pro Quadratmeter gedämmter Wand {m2} bei einer Temperaturdifferenz (K) von 1 Grad Celsius), bei Flachdächern 0,16 W/m²K. Dies entspricht jeweils einer Dämmung in einer Größenordnung von 18 bis 24 Zentimeter – abhängig vom Aufbau und vom Dämmstoff.

Grafik: volle Erfüllung möglich

Fassadendämmung

Gut gedämmte, warme Wände sparen Energie, schimmeln nicht, sind sommers und winters sehr behaglich – und sind eine Erfüllungsoption. Der U-Wert dieser Flächen muss 20 Prozent besser sein als die Energieeinsparverordnung dies für bestehende Gebäude fordert, muss also weniger als 0,192 W/m²K betragen. Dies entspricht bei einem typischen Dämmstoff – je nach Qualität der bestehenden Wand – einer Dämmdicke von 16 bis 18 Zentimeter. In dieser Qualität gedämmte Teilflächen dürfen angerechnet werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Kellerdeckendämmung

Die Kellerdeckendämmung sorgt für warme Füße und ist eine neue Teilerfüllungsoption. Wird die gesamte Kellerdecke in einem Gebäude mit maximal zwei Vollgeschossen so gedämmt, dass die Anforderungen der Energieeinsparverordnung um 20 Prozent unterschritten werden, sind die Anforderungen des Gesetzes zu zwei Dritteln erfüllt. Teilflächen können dabei nicht angerechnet werden. Bei Gebäuden mit drei oder vier Vollgeschossen ist eine Erfüllung zu einem Drittel möglich. Eine Dämmung mit 14 Zentimeter eines guten Dämmstoffes erfüllt in der Regel die Anforderungen.

Grafik: Teilerfüllung möglich

Ganzheitliche Sanierung

Energetische Sanierungen können angerechnet werden, wenn die Gebäudehülle insgesamt bestimmte Mindestanforderungen erreicht. Die erforderlichen Werte hängen vom Alter des Gebäudes ab und orientieren sich an den Anforderungen der Energieeinsparverordnung für bestehende Gebäude.

Sprechen Sie mit Ihrer Energieberaterin oder Ihrem Energieberater, ob das für Sie eine Option ist. Denkbar ist, dass bisher schon durchgeführte Teilsanierungen in der Summe die Qualität der Gebäudehülle bereits deutlich verbessern.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an eine Energieberaterin oder einen Energieberater Ihres Vertrauens.

Sanierungsfahrplan

Ein Sanierungsfahrplan zeigt auf, welche Sanierungsschritte in welcher Reihenfolge sinnvoll sind. Erfahrene Energieberaterinnen oder Energieberater erfassen vor Ort alle Bauteile und die Heizungsanlage und entwickeln daraus eine Sanierungsstrategie, die sie dann erläutern. Dies ist eine prima Grundlage für künftige Sanierungsschritte, die dann gut zusammenpassen. Eine Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle-geförderte „Vor-Ort-Beratung“ gilt als gleichwertig. Der Sanierungsfahrplan erfüllt in einem Wohngebäude die Anforderungen zu einem Drittel.

Grafik Skala: bis 5 Prozentpunkte möglich

Photovoltaikanlage

Eine Photovoltaikanlage mit einer Spitzenleistung von 2 Kilowatt Peak je 100 Quadratmeter Wohnfläche erfüllt die Anforderungen vollständig. Es spielt keine Rolle, ob der Strom eingespeist oder im Haus selbst verbraucht wird. Auch ältere Anlagen können – entsprechend der Leistung gegebenenfalls anteilig – angerechnet werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Wärmenetz

Mit dem Anschluss an ein Wärmenetz sind die Anforderungen des Gesetzes vollständig erfüllt, wenn dieses in Kraft-Wärme-Kopplung oder mit mindestens 15 Prozent erneuerbaren Energien betrieben wird. Dies ist in fast allen Wärmenetzen der Fall. Sofern ein Wärmenetz vorhanden ist, ist ein Anschluss eine sichere, kostengünstige und bequeme Sache.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich

Kraft-Wärme-Kopplung

Für größere Gebäude ist die gleichzeitige Erzeugung von Wärme und Strom interessant. Blockheizkraftwerke sind eine für Mehrfamilienhäuser sehr geeignete und oft wirtschaftliche Erfüllungsoption. Je nach Größe des Gerätes sind unterschiedliche Wege zum Nachweis vorgesehen: bis 20 Kilowatt elektrisch, müssen mindestens 15 Kilowattstunden elektrische Arbeit pro Quadratmeter Wohnfläche und Jahr erzeugt werden, bei größeren Geräten muss der Wärmeenergiebedarf überwiegend (mehr als 50 Prozent) durch dieses Gerät gedeckt werden.

Grafik Skala: bis 15 Prozentpunkte möglich