Energiegenossenschaften – die Energiewende für jedermann

Ob in Bürgergruppen, Stadt- und Gemeinderäten oder lokalen Wirtschaftsunternehmen: Tausende Menschen haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zusammengefunden, um Erneuerbare-Energien-Projekte gemeinschaftlich auf die Beine zu stellen.

Beinahe 27.000 Einzelmitglieder in Baden-Württemberg!
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Die Bürgerenergiegenossenschaft erfreut sich hierbei als Organisationsform großer Beliebtheit. Mehr als 900 solcher Energiegenossenschaften gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Die meisten davon sind unter dem Dach des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbands (DGRV) organisiert. Nach Stand Januar 2018 sind 150 Energiegenossenschaften Mitglied im Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband. Somit hat sich ihre Zahl seit 2010 verdoppelt.

Beinahe 27.000 Einzelmitglieder 

Mittlerweile stehen hinter den Energiegenossenschaften in Baden-Württemberg beinahe 27.000 Einzelmitglieder. Mehr als 80 % dieser Energiegenossenschaften erzeugen Solarstrom, es ist jedoch ein steigender Trend zur Diversifizierung der Erzeugungsformen zu beobachten. Inzwischen gibt es vier genossenschaftlich betriebene Windkraftanlagen im Land, plus weitere 25 Anlagen, die anteilig in genossenschaftlichem Besitz sind (Quelle: Netzwerk Energiewende jetzt). Auch immer mehr Wärmeprojekte werden von Genossenschaften umgesetzt, wie bspw. das Hackschnitzelwerk mit Nahwärmenetz in St. Peter im Schwarzwald. Zudem gibt es Genossenschaften, die sich mit den Themen Elektromobilität und Contracting befassen.

Energiegenossenschaften als wichtiger Teil der Bürgerbeteiligung

Die Energiewende geht alle an: Das müssen manche örtliche Energiegenossenschaften immer wieder erleben, wenn sie Anlagen planen, sich parallel dazu aber Bürgerinitiativen bilden, die mit dem geplanten Bauvorhaben überhaupt nicht einverstanden sind. Widerstände dieser Art verzögern den Bau und bedeuten zudem Mehrkosten für die Energiegenossenschaft. Die Energiekommune Leutkirch hat vorgemacht, wie es auch anders geht: Sie hat die Bürger in ihre Pläne miteinbezogen und beim Energieleitbild der Stadt ganz auf das Thema Bürgerbeteiligung gesetzt. 

Und das ist wichtig: Denn nur, wer die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig mitsprechen lässt, wer sie unterstützt und dazu ermutigt, Energiegenossenschaften aus der Taufe zu heben, der sichert sich die langfristige Unterstützung für das Jahrhundertprojekt Energiewende.

Die Zahl der Energiegenossenschaften in Deutschland ist in den letzten Jahren stetig gestiegen – gleichzeitig ist jedoch zu beobachten, dass die jährlichen Zuwachsraten zurückgehen. So wurden im Jahr 2013 noch 267 neue Energiegenossenschaften gegründet, 2016 waren es nur noch 95. Dass Energiegenossenschaften einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten, hat auch die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) in einer Blitzumfrage unter Energie-Kommunen herausgefunden. 80 % der Befragten gaben an: Energiegenossenschaften leisten einen großen bis sehr großen Beitrag für die Akzeptanz der Energiewende.

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