Heizung kaputt – und nun?

Woran Eigentümerinnen und Eigentümer denken sollten, wenn sie zu Hause umrüsten
Ihre Heizung ist alt und ein regelrechter Energiefresser? Oder sie gluckert, dröhnt und droht, den nächsten Winter nicht mehr durchzuhalten? Dann erfahren Sie hier, wie Sie einen Heizungstausch am besten angehen und worauf es sich zu achten lohnt. 

  • Ein Heizungstausch lohnt sich oft, wenn die alte Anlage noch läuft
  • Erneuerbare müssen sein – Sie können aber wählen, welche 
  • Fürs Heizen mit Erneuerbaren gibt es Zuschüsse und günstige Kredite
Monteur schaut sich die Heizungsanlage an
Wissen Sie, was Ihre Heizung eigentlich verbraucht? Oft lohnt es sich, den Austausch der Anlage vorzuziehen. // Copyright: Adobe Stock/caifas

Rechnen Sie nach: Wie effizient ist Ihre Heizung?

Plötzlich kommt kein heißes Wasser mehr aus der Leitung, das Wohnzimmer bleibt kalt. Klarer Fall: Heizung kaputt. Ist die Technologie schon in die Jahre gekommen und eine Reparatur teuer, steht spätestens jetzt eine Modernisierung an. Die lohnt sich oft schon früher: Viele der Kessel in deutschen Heizkellern sind 20 Jahre oder älter und haben einen entsprechend hohen Energiebedarf – auf Kosten der Umwelt und des Geldbeutels. Der Gebäudeenergieausweis und das Heizungslabel zeigen, wie Ihre Heizung im Vergleich abschneidet. 

Die gesetzliche Lage: Ü 30? Raus damit! 

Das GEG, kurz für Gebäudeenergiegesetz, schreibt vor, dass alte Heizungen ausgetauscht werden müssen. Konkret heißt das: Wurde ein Konstanttemperaturkessel am 01.01.1991 verbaut, so muss dieser 2021 ausgetauscht werden. Ausnahmen sind z. B. dann vorgesehen, wenn die Eigentümer selbst seit 2002 oder länger im Haus wohnen. Sie wissen nicht, wie alt Ihre Anlage eigentlich ist? Auf dem Gerät ist ein Typenschild – oft eine kleine Metallplakette – mit dieser Info angebracht. Oder Sie schauen im letzten Schornsteinfeger-Protokoll nach.

Erneuerbar muss sein – wie, ist Ihre Sache

Haben Sie sich für den Heizungstausch entschieden, greift das EWärmeG, das Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg. Es soll den Klimaschutz vorantreiben und sieht vor, dass nach einer Sanierung mind. 15 % des Wärmeverbrauchs aus Erneuerbaren stammen, z. B. aus Solarthermie. Alternativen und Kombinationen sind möglich: Ein Sanierungsfahrplan, der Optionen zur Verbesserung der Energieeffizienz für Ihre konkrete Wohnsituation durchrechnet, wird z. B. mit 5 % angerechnet. 2020 lag der der Erneuerbaren-Anteil beim Energieverbrauch zur Wärmebereitstellung im Südwesten bei knapp 15,7 %.  Insgesamt ist der Beitrag der erneuerbaren Energien im Wärmesektor gegenüber dem Vorjahr um 0,4 % leicht gestiegen.

Kalkulieren Sie die Förderung mit ein

Heizen mit Biomasse, eine neue Wärmedämmung und Wärmepumpen: Das sind beliebte Einzelmaßnahmen, um die Anforderungen des EWärmeG zu erfüllen. Möchten Sie prüfen, welche Option für Sie in Frage kommt? Dann hilft eine Energieberatung: Die Expertinnen und Experten kalkulieren nicht nur, wie sich welche Investition amortisiert, sondern kennen sich auch mit der Förderung aus. Hauseigentümerinnen und -eigentümer, die auf eine Heizungsanlage mit erneuerbaren Energien umsteigen, erhalten staatliche Zuschüsse im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, wie z. B. Wärmepumpen, innovative Heizanlagen auf Basis erneuerbarer Energien und Biomasse-Anlagen, werden mit einem Zuschuss von bis zu 35 % gefördert. Wird eine alte Ölheizung ausgetauscht, kann sich der Fördersatz auf 45 % erhöhen. Bei Einhaltung eines Emissionsgrenzwertes für Feinstaub von max. 2,5 mg/m3 ist ein zusätzlicher Förderbonus von 5 % bei Biomasse-Anlagen möglich. Ist die Maßnahme Teil eines im Förderprogramm „Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude“ geförderten individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhöht sich der für diese Maßnahme vorgesehene Fördersatz um fünf Prozentpunkte (iSFP-Bonus). Bei der L-Bank können Sie im Programm „Wohnen mit Zukunft: Erneuerbare Energien“ zudem ein günstiges Darlehen beantragen. 

Sie wollen erst einmal klein anfangen?

Sie wollen den Heizungstausch noch etwas aufschieben – aber schon heute mehr aus Ihrer Heizungsanlage rausholen? Dann können Sie mit kleinen Investitionen anfangen: 

  • Sie können für wenig Geld die Heizungsrohre im Keller dämmen und so Verluste reduzieren. Dazu verpflichtet Sie das GEG ohnehin, wenn Sie nicht bereits seit Februar 2002 oder länger in Ihrem eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen.
  • Mit einem hydraulischen Abgleich optimieren Sie die gesamte Heizanlage und stimmen die einzelnen Komponenten aufeinander ab – damit die Wärme gleichmäßig verteilt wird.  
  • Ein erster Schritt ist auch der Austausch der Heizungspumpe: Hocheffiziente Pumpen sparen gegenüber alten Modellen oft bis zu 80 % Strom. 

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