Heizung kaputt – und nun?

Woran Eigentümer denken sollten, wenn sie zu Hause umrüsten
Ihre Heizung ist alt und ein regelrechter Energiefresser? Oder sie gluckert, dröhnt und droht, den nächsten Winter nicht mehr durchzuhalten? Dann erfahren Sie hier, wie Sie einen Heizungstausch am besten angehen und worauf es sich zu achten lohnt.

  • Ein Heizungstausch lohnt sich oft, wenn die alte Anlage noch läuft
  • Erneuerbare müssen sein – Sie können aber wählen, welche 
  • Fürs Heizen mit Erneuerbaren gibt es Zuschüsse und günstige Kredite
Monteur schaut sich die Heizungsanlage an
Wissen Sie, was Ihre Heizung eigentlich verbraucht? Oft lohnt es sich, den Austausch der Anlage vorzuziehen. // Copyright: Adobe Stock/caifas

Rechnen Sie nach: Wie effizient ist Ihre Heizung?

Plötzlich kommt kein heißes Wasser mehr aus der Leitung, das Wohnzimmer bleibt kalt. Klarer Fall: Heizung kaputt. Ist die Technologie schon in die Jahre gekommen und eine Reparatur teuer, steht spätestens jetzt eine Modernisierung an. Die lohnt sich oft schon früher: Über ein Drittel der Kessel in deutschen Heizkellern sind 20 Jahre oder älter und haben einen entsprechend hohen Energiebedarf – auf Kosten der Umwelt und des Geldbeutels. Der Gebäudeenergieausweis und das Heizungslabel zeigen, wie Ihre Heizung im Vergleich abschneidet. 

Die gesetzliche Lage: Ü 30? Raus damit! 

Die EnEV, kurz für Energieeinsparverordnung, schreibt vor, dass alte Heizungen ausgetauscht werden müssen. Konkret gilt das für Konstanttemperaturkessel, die älter als 30 Jahre sind – 2019 also für alle Modelle, die bis 1989 in Betrieb gingen. Ausnahmen sind z. B. dann vorgesehen, wenn die Eigentümer selbst seit 2002 oder länger im Haus wohnen. Sie wissen nicht, wie alt Ihre Anlage eigentlich ist? Auf dem Gerät ist ein Typenschild – oft eine kleine Metallplakette – mit dieser Info angebracht. Oder Sie schauen im letzten Schornsteinfeger-Protokoll nach.

Erneuerbar muss sein – wie, ist Ihre Sache

Haben Sie sich für den Heizungstausch entschieden, greift das EWärmeG, das Erneuerbare-Wärme-Gesetz Baden-Württemberg. Es soll den Klimaschutz vorantreiben und sieht vor, dass nach einer Sanierung mind. 15 % des Wärmeverbrauchs aus Erneuerbaren stammen, z. B. aus Solarthermie. Alternativen und Kombinationen sind möglich: Ein Sanierungsfahrplan, der Optionen zur Verbesserung der Energieeffizienz für Ihre konkrete Wohnsituation durchrechnet, wird z. B. mit 5 % angerechnet. Schon heute liegt der Erneuerbaren-Anteil bei der Wärme im Südwesten bei 16 % und damit über dem Bundesdurchschnitt.

Kalkulieren Sie die Förderung mit ein

Heizen mit Biomasse, eine neue Wärmedämmung und Wärmepumpen: 2017 waren das die beliebtesten Einzelmaßnahmen, um die Anforderungen des EWärmeG zu erfüllen. Sie prüfen, welche Option für Sie in Frage kommt? Oft hilft eine Energieberatung: Die Expertinnen und Experten kalkulieren nicht nur, wie sich welche Investition amortisiert, sondern kennen sich auch mit der Förderung aus. Über das Marktanreizprogramm „Wärme aus Erneuerbaren“ sind bis zu 4.500 € Zuschuss möglich; bei der L-Bank können Sie im Programm „Wohnen mit Zukunft: Erneuerbare Energien“ zudem ein günstiges Darlehen beantragen. 

Sie wollen erst einmal klein anfangen?

Sie wollen den Heizungstausch noch etwas aufschieben – aber schon heute mehr aus Ihrer Heizungsanlage rausholen? Dann können Sie mit kleinen Investitionen anfangen: 

  • Sie können für wenig Geld die Heizungsrohre im Keller dämmen und so Verluste reduzieren. Dazu verpflichtet Sie die EnEV ohnehin, wenn Sie nicht bereits seit Februar 2002 oder länger in Ihrem eigenen Ein- oder Zweifamilienhaus wohnen.
  • Mit einem hydraulischen Abgleich optimieren Sie die gesamte Heizanlage und stimmen die einzelnen Komponenten aufeinander ab – damit die Wärme gleichmäßig verteilt wird. 
  • Ein erster Schritt ist auch der Austausch der Heizungspumpe: Hocheffiziente Pumpen sparen gegenüber alten Modellen oft bis zu 80 % Strom. 
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