Helle Köpfchen: So sparen Unternehmen bei der Beleuchtung

Wer produktiv arbeiten will, braucht ausreichend Licht. Und so verbrauchen die meisten Unternehmen viel Energie, um für helle Büroräume, Industriehallen und Co. zu sorgen. Hier erfahren Sie, wie Sie die richtigen Leuchtmittel für Ihren Betrieb finden – und mit welchen Tricks Sie noch mehr sparen, ohne im Dunkeln zu sitzen. 

  • Bedarfsgerechte Leuchtmittel und eine an die Nutzer angepasste Beleuchtungssteuerung sorgen für besseres Licht und niedrigere Kosten.
  • Investitionen in Büro- und Anlagenbeleuchtung machen sich bezahlt.
  • Die KEFF bietet Unternehmen kostenfrei Informationen und Energieeffizienzchecks an. Hier geht es zu den KEFF-Checks.  

Sparpotenziale erkennen

Der Bedarf Ihrer Beleuchtung hängt selbstverständlich von den Strukturen Ihres Gebäudes und den Tätigkeiten innerhalb Ihrer Räume ab: In einer großen Industriehalle hängen mehr Lampen als in einem kleineren Ladenlokal. Unabhängig davon gibt es jedoch in jedem Betrieb Ansatzpunkte, um bei der Beleuchtung Energie und Kosten zu sparen.

Im besten Licht mit dem richtigen Leuchtmittel

Für die Effizienz einer Beleuchtungsanlage ist die gewählte Kombination aus Leuchtmittel und Leuchte entscheidend. Jede Lampenart verfügt über spezifische Lichtausbeuten. Die Lichtausbeute wird in Lumen pro Watt (lm/W) angegeben. Dabei bezeichnet Lumen den Lichtstrom und Watt die elektrische Leistungsaufnahme. 

Leuchtmittel im Vergleich

Quelle: licht.de

Infografik Leuchtmittel im Vergleich
Effizienz und Wärmeentwicklung der Lichtquellen

Glühlampe

Die klassische „Glühbirne“ wird seit 2009 nicht mehr in Deutschland verkauft. Sie ist extrem ineffizient – nur 5 % der Energie werden in Licht gewandelt, der Rest verpufft als Wärme. Glühlampen sollten nicht mehr zum Einsatz kommen. 

Energiesparlampe

Eine Kompaktleuchtstofflampe – oder kurz Energiesparlampe – benötigt bei gleicher Lichtausbeute nur 25 % der Energie einer Glühlampe. Außerdem hat sie eine achtfach längere Lebensdauer. Ein Nachteil: Sie enthält etwa 2 mg Quecksilber, das beim Zerbrechen entweichen kann. Sie dürfen also nicht im Restmüll entsorgt werden.

Halogenleuchten

Halogenleuchten werden oft als energiesparend vermarktet, haben aber eine ähnlich schlechte Effizienz wie Glühlampen. Sie sollten, wenn überhaupt, nur gelegentlich und für eine geringe Betriebsdauer zum Einsatz kommen.

Natrium-Hochdruckdampflampen

Natrium-Hochdruckdampflampen haben eine sehr hohe Lichtausbeute von bis zu 150 lm/W.   Allerdings ist ihre Farbwiedergabe eher schlecht. Sie werden daher meist für Außenbeleuchtung verwendet.

Halogen-Metalldampflampen

Spielt die Farbwiedergabe eine wichtige Rolle, können Halogen-Metalldampflampen zum Einsatz kommen. Mit bis zu 110 lm/W sind sie ähnlich effektiv wie gute Leuchtstoffröhren.

Leuchtstoffröhren

Hohe Lichtausbeute, viele Betriebsstunden: Leuchtstoffröhren sind sehr wirtschaftlich. Je nach Anspruch an die Farbwiedergabe kann man zwischen Standard-, Dreibanden und De-Luxe-Leuchtstoffröhren wählen. Ein Plus: Mit den richtigen Vorschaltgeräten werden die Röhren noch effizienter und können dimmbar betrieben werden.

LED-Systeme

LED-Leuchten vereinen viele Vorteile: Sie sind nach dem Einschalten sofort hell und extrem schaltfest. Außerdem sind sie kälteunempfindlich und frei von Quecksilber. Dazu kommt eine hohe Lichtausbeute bei geringer Wärmeentwicklung sowie eine fast grenzenlose Freiheit bei Gestaltung und Design. Bei der Entsorgung ist zu beachten, dass in der Regel elektronische Bauteile enthalten sind.

Beleuchtungsstärke anpassen

Die Beleuchtungsstärke sollte zum Einsatzgebiet passen. Das Maß für die Beleuchtungsstärke ist Lux (Lumen pro m²). In einem Lager reichen 150 Lux aus, während in einer Werkshalle eher 300 Lux benötigt werden. An einem Büroschreibtisch müssen es nach Arbeitsstättenverordnung mindestens 500 Lux sein und in der Qualitätskontrolle werden sogar 1.000 Lux empfohlen.

Ein häufiger Fehler: Ziehen Anlagen oder Abteilungen um, bleibt das Beleuchtungssystem oft unverändert. Eine Unterversorgung des Lichts wird häufig schnell bemerkt und angepasst, eine Überversorgung hingegen bleib oft unbemerkt und führt zu überhöhtem Energiebedarf. Nicht erforderliches Licht abzuschalten, spart immer am meisten.

Räume hell gestalten und Tageslicht nutzen

Für den optimalen Durchblick am Arbeitsplatz sollten Leuchten immer so tief wie möglich über der auszuleuchtenden Fläche angebracht werden. Dies vermindert die Zahl der benötigten Lampen deutlich. Passt man z. B. die Leuchtenhöhe von 2,5 m auf 2 m an, kann das schon bis zu 20 % Strom einsparen. Zudem kann ein Lichtmanagementsystem einfallendes Tageslicht nutzen: Künstliche Beleuchtung wird nur zugeschaltet oder langsam stufenlos zugeregelt, sobald das natürliche Licht nicht mehr ausreicht.

Und: Wände und Decken sollten hell gestrichen sein. In einem dunkel gestrichenen Raum muss nämlich bis zu 50 % mehr Energie aufgewendet werden, um dieselbe Beleuchtungsstärke zu erreichen.

Anlagen effizient steuern

Viel mehr als „an“ und „aus“: Mit einer effizienten Steuerung können Unternehmen die Vorteile moderner Leuchtmittel voll ausschöpfen. Zeitschaltuhren, die Unterteilung in Beleuchtungszonen, Bewegungs- und Tageslichtsensoren, Fotozellen zur Messung der Lichtintensität sowie Dimmung sparen in optimaler Kombination bis zu 70 % Energie ein. 

Reflektoren nachrüsten

Bei vorhandenen Leuchtstoffröhren kann ein Reflektor nachträglich auf die Röhre aufgesetzt werden, um den Lichtstrom nach unten zu leiten. Bei etwas reduzierter Beleuchtungsstärke kann so jede zweite Lampe ausgebaut werden. Bei zweiflammigen Lichtbändern z. B. sogar eine komplette Lampenreihe, was zu einer Halbierung des Strombedarfs führt.

Vorschaltgeräte nutzen

Leuchtstoffröhren sind noch sparsamer, wenn sie mit elektronischen Vorschaltgeräten (EVG) betrieben werden. Mit einem konventionellen Vorschaltgerät benötigt eine 58-W-Dreibanden- Leuchtstoffröhre 71 W (Watt). Mit einem EVG verringert sich die Systemleistung um 7 % auf 66 W bei gleichzeitig mehr Beleuchtungskomfort und Beleuchtungsqualität. Mehr dazu lesen Sie hier.

Modernisieren lohnt sich 

Eine gute LED-Beleuchtung kostet zunächst etwas mehr als eine vergleichbare herkömmliche. Dafür ist sie wesentlich wartungsärmer und hat eine bis zu fünffach höhere Lebensdauer. Neben der Betriebsdauer kommt auch der niedrigere Energieverbrauch zum Tragen: Es lohnt sich auf jeden Fall, prüfen zu lassen, welche Einsparungen eine Modernisierung der Beleuchtung mit sich bringt. Insbesondere bei langen Betriebszeiten oder im Mehrschichtbetrieb rechnet sich LED oftmals überraschend schnell über die Stromkosten. 

Tipp: Der Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie e. V. (ZVEI) bietet ein kostenloses Berechnungstool an, das die Rentabilität einer Investition über ihren gesamten Lebenszyklus aufzeigt. Der Vorteil: Bei Investitionen in moderne Beleuchtungssysteme ist diese Betrachtung hilfreicher als der reine Blick auf die Amortisation, bei der die Vorteile der langen Nutzungsdauer nicht zum Tragen kommen.

Kostenloser Check und Förderung

Sie wollen erfahren, wie Sie Ihr Unternehmen energieeffizienter beleuchten können? Die Regionalen Kompetenzstellen des Netzwerks Energieeffizienz (KEFF) bieten kostenfreie Unterstützung beim Finden von Einsparpotenzialen an. Hier erhalten Sie auch Informationen zu aktuellen Fördermöglichkeiten, unter anderem im Programm Klimaschutz-Plus Baden-Württemberg.

Ein Effizienzmoderator vor Ort begleitet Sie vom ersten Gespräch über die Umsetzung bis hin zur Feststellung der Effizienzerfolge. Ihren persönlichen Effizienzmoderator für Ihre Region finden Sie unter https://keff-bw.de 

Ihr Beitrag zur Energiewende

Daumen hoch

Gut fürs Geschäftskonto, gut für die Umwelt: Unternehmen, die in eine energieeffiziente Beleuchtung investieren, sparen Strom, schonen das Klima und verbessern gleichzeitig noch die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden.

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