Sonne bunkern – mit Solarspeichern für Zuhause

Sie sind ein starkes Team: die Solaranlage auf dem Dach und der Energiespeicher im Keller. Intelligent verknüpft, ermöglicht das Duo, möglichst viel des eigens gewonnenen Stroms auch selbst zu nutzen. 

  • Besitzer einer Photovoltaikanlage sollten möglichst viel von ihrem Sonnenstrom auch selbst verbrauchen.
  • Wer einen Batteriespeicher nutzt, kann seinen Eigenverbrauch erhöhen – im günstigsten Fall sogar verdoppeln.
  • Welcher Heimspeicher der richtige ist, hängt u. a. vom Strombedarf des Haushalts ab.

Sonne „ernten“, die erzeugte Energie effizient speichern und immer dann nutzen, wenn sie gerade benötigt wird? Das ermöglichen Stromspeicher für Zuhause. Durch die cleveren Solarakkus steht der Sonnenstrom auch dann zur Verfügung, wenn es längst dunkel geworden oder der Himmel bewölkt ist. Das rechnet sich doppelt: Sie sparen Energiekosten und schonen dabei das Klima. 

Was Speicher leisten ... 

Die Rechnung ist einfach: Wer mit der eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach Strom erzeugt, spart sich das Geld, das er sonst an Energieversorger zahlen müsste. Das Problem: Die Sonne scheint ausgerechnet immer dann am stärksten, wenn kaum jemand zuhause ist – um die Mittagszeit. Eine Möglichkeit ist es, den überschüssigen Grünstrom ins Netz einzuspeisen und abends wiederum Strom vom Energieerzeuger „zurückzukaufen“. Ein schlechter Tausch jedoch, denn für die Einspeisung ins Netz gibt es derzeit etwa 12 ct/kWh (Cent pro Kilowattstunde), für Ökostrom aus dem Netz hingegen zahlt man 25 bis 30 ct/kWh. Die logische Folgerung: Man nutzt am besten so viel Strom wie möglich selbst.  
Und hier kommt der Stromspeicher ins Spiel: Dieser lagert tagsüber die Energie von den Solarzellen ein und speichert sie für die Nacht oder sogar für die kommenden Wochen. Und weil sich das lohnt, setzen immer mehr Neu-Solaranlagenbesitzerinnen und -besitzer auf die schlaue Technologie. Derzeit wird etwa jede zweite neue kleinere Photovoltaikanlage mit einem Speicher verknüpft. Im Sommer 2018 waren in Deutschland bereits 100.000 Solarstromspeicher installiert. Die Tendenz ist stark steigend.

... und was sie kosten

Und die Kostenfrage? Ein hochwertiger Heimakku kostet heute etwa 800 bis 1.100 €/kWh. Ein Akku mit zehn Kilowattstunden Speicherkapazität kostet folglich etwa 8.000 €. Doch die Anschaffung rechnet sich: Mit einem Heimspeicher lässt sich der Anteil des selbstgenutzten Stroms auf 50 bis 60 % erhöhen – wenn ein E-Auto dazukommt, sogar noch mehr. Ohne Speicher sind es selten mehr als 30 %. 

Auto, welches in der Auffahrt vor einem Haus unter dem Carport an der eigenen E-Ladestation aufgeladen wird
Copyright: Adobe Stock/4th Live Photography

Im Kommen: Cloud-Lösungen

Der stationäre Speicher im eigenen Keller ist nicht die einzige Lösung, die grünen Strom langfristig verfügbar macht. Einige Stromanbieter führen heute sogenannte Cloud-Lösungen in ihrem Programm. Das Prinzip: Die über eine Photovoltaikanlage gewonnene Energie wird direkt in ein virtuelles Stromkonto eingespeist. Nutzer können den auf diese Weise gespeicherten Strom jederzeit sowohl zuhause als auch an anderen Orten flexibel einsetzen – z. B. zum Laden des E-Autos. 

Die ideale Ergänzung: das E-Auto

Wo kann ich tanken? Die Suche nach der nächsten freien Ladesäule ist ein typisches Problem vieler E-Auto-Fahrer. Hinzu kommt, dass das Laden noch vergleichsweise viel Zeit in Anspruch nimmt und an öffentlichen Ladesäulen bis zu knapp 60 ct/kWh kostet. Umso praktischer, wenn man sein Auto jeden Abend zuhause „volltanken“ kann. Die Ladestation in der eigenen Garage ist zudem die ideale Ergänzung für alle, die eine Photovoltaikanlage auf dem Dach haben. Denn wer ein E-Auto zuhause tankt, kann seinen selbst genutzten Anteil des Sonnenstroms noch weiter steigern. Intelligent verknüpft, ermöglicht das Trio aus Solaranlage, Stromspeicher und E-Auto es also, noch mehr Kosten zu sparen und mit 100 % erneuerbaren Energien unterwegs zu sein.

Welcher Stromspeicher passt zu mir?

Damit sich ein Batteriespeicher fürs eigene Zuhause rechnet, ist einiges zu beachten. Die Größe der Batterie muss z. B. zur installierten Photovoltaikanlage sowie zum Strombedarf des Haushalts passen. Gut zu wissen: Man kann den Stromspeicher im Haus kleiner wählen, wenn elektrische Fahrzeuge zum Haushalt gehören, etwa Rasenmäher, Rasentraktoren, Pedelecs, E-Roller oder E-Autos. Sie alle stellen nämlich Speicherkapazität bereit, erhöhen also den Nutzungsgrad des Sonnenstroms vom eigenen Dach. Um den richtigen Solarstromspeicher für Ihr Zuhause zu finden, holen Sie sich am besten Rat bei einer Expertin oder einem Experten – z. B. im Rahmen einer Energieberatung.

Ihr Beitrag zur Energiewende

Daumen hoch

Strom selbst erzeugen, effizient speichern – und dann nutzen, wenn es dunkel oder bewölkt ist: Energiespeicher ermöglichen es, die Vorteile einer eigenen Photovoltaikanlage auf dem Dach voll auszuschöpfen und dabei das Klima zusätzlich zu schonen.

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