Förderangebote für den Klimaschutz in kleinen und mittleren Unternehmen

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Baden-Württemberg erhalten von Bund und Land Unterstützung, wenn sie ihre Wertschöpfung energieeffizient, klimaneutral und nachhaltig ausrichten. Auf welche Förderangebote KMUs zugreifen können, um ihre Energie- und Wärmversorgung auf erneuerbar umzustellen, Gebäude zu sanieren oder neue technische Anwendungen einzuführen, lesen Sie hier.

Innenansicht einer Lagerhalle
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Förderangebote des Landes für Unternehmen

Wenn sich Unternehmen klimaneutral aufstellen wollen, bieten sich ihnen zahlreiche Anknüpfungspunkte: Großes Potenzial gibt es in den Sektionen Gebäude und Produktionsstätten, Büroausstattung, Energie- und Wärmeversorgung, Mobilität und Logistik, Beschaffungsprozesse, Energiemanagement, Energieeffizienz, Finanzen, Abfallbeseitigung sowie Wasserversorgung. 
Doch jede Investition – ob neue Anlagentechnik, Sanierungsvorhaben oder das Anschaffen von intelligenten Energiemanagementsystemen – ist zwar mit Kosten verbunden, führt aber auch zu beträchtlichen Einsparungen. Hinzu kommt ein hoher Beratungs- und Informationsbedarf. Daher fördert das Land Baden-Württemberg den Weg hin zur Klimaneutralität. Über 80 Förderangebote für Unternehmen werden in der Förderdatenbank der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH gesammelt. 
Wir stellen Ihnen hier einige zentrale Förderprogramme des Landes und Anlaufstellen für die Bereiche Klimaschutz, Gebäude, Energieeffizienz, Wärmewende und Energiewende vor.

Kleine und mittelständische Unternehmen unterstützt das Land Baden-Württemberg mit dem Kombi-Darlehen Mittelstand (KDM) mit Klimaprämie. Gefördert werden Neubau- und Sanierungsvorhaben effizienter Nichtwohngebäude. Kleine und mittelständische Unternehmen können Fördermittel im Programm Kombi-Darlehen Mittelstand für energieeffiziente und nachhaltige Vorhaben beantragen, wenn sie über das Bundesförderprogramm für effiziente Gebäude (BEG) gefördert sind. Die Fördermittel für das Kombi-Darlehen Mittelstand stellt die Staatsbank für Baden-Württemberg bereit. Mit der Förderung unterstützt das Land Baden-Württemberg eine nachhaltige Bauweise und stärkt den Klimaschutz.

Name des Förderprogramms: Kombi-Darlehen Mittelstand mit Klimaprämie

Träger: L-Bank  

Antragsberechtigt sind:

Mittelständische Unternehmen, die eine BEG-Bundesförderung oder Nachfolgeprogramme des Bundes zur BEG-Förderung erhalten   

Ziel des Programms:

  • Stärkung des Umwelt- und Klimaschutzes
  • Verstärkter Einsatz erneuerbarer Energien und nachhaltiger Baustoffe
  • Verbesserung von Arbeitsbedingungen in Unternehmen
  • Schaffen von Arbeitsplätzen in der Bauwirtschaft
  • Fördern einer nachhaltigen Wirtschaftsweise

Art der Förderung: Ergänzung zu Zuschüssen und Darlehen aus der BEG-Bundesförderung

Drei Programmvarianten des Kombi-Darlehen-Mittelstand (KDM):

  • KDM junge KMU für Unternehmen weniger als 5 Jahre am Markt
  • KDM etablierte KMU für Unternehmen mehr als 5 Jahre am Markt
  • KDM Flex für größere mittelständische Unternehmen

Kurzinformation zur Förderung:

Mit dem Kombi-Darlehen Mittelstand mit Klimaprämie können Unternehmen in Baden-Württemberg Zuschüsse oder Darlehen, die sie aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) oder einer Nachfolgeförderung des Bundes erhalten, aufstocken. Der Investitionsort muss sich in Baden-Württemberg befinden.

Besonders nachhaltige und energieeffiziente Vorhaben erhalten eine zusätzliche Förderung (Klimaprämie), die als Tilgungszuschuss für das Kombi-Darlehen Mittelstand gutgeschrieben wird. Ambitionierte Sanierungsvorhaben werden zudem besonders bezuschusst.

Förderfähig ist die Errichtung oder der Ersterwerb von Nichtwohngebäuden, deren umfassende Sanierung oder Ersterwerb nach Sanierung sowie Einzelmaßnahmen zur energetischen Sanierung, beispielsweise an der Gebäudehülle, Anlagentechnik (mit Ausnahme von Heizungen) sowie der Einbau von Anlagen zur Wärmeerzeugung oder Heizungsoptimierung.

L-Bank – Kombi-Darlehen

 

Das Förderprogramm ist an kleine und mittlere Unternehmen adressiert, die in Baden-Württemberg in die Erzeugung, Speicherung oder Verteilung erneuerbarer Energie investieren wollen.

Name des Förderprogramms: Energie vom Land – Sonne, Wind, Wasser

Träger: L-Bank in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Antragsberechtigt sind:

Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) 

Ziel des Programms:

  • Errichten neuer Anlagen erneuerbarer Energien
  • Erhöhen des Anteils erneuerbarer Energien  
  • Ankurbeln der regionalen Wertschöpfung durch klimafreundliche Investitionen

Art der Förderung: Zinsverbilligtes Darlehen, Möglichkeit eines Zuschusses in Abhängigkeit vom Zinsumfeld

Kurzinformation zur Förderung:

Gefördert wird die Errichtung von Windkraftanlagen sowie Infrastruktur zum Anschluss an das öffentliche Stromnetz, Photovoltaikanlagen und Wasserkraftanlagen von Landwirten sowie Photovoltaikanlagen auf vormals landwirtschaftlich genutzten Gebäuden. Ebenso gefördert wird die Errichtung von Anlagen, die der Speicherung und Verteilung des Stroms dienen. Die Höhe des Darlehens beträgt bis zu 100 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, ist jedoch auf maximal zehn Millionen Euro je Kreditnehmerin oder Kreditnehmer im Jahr begrenzt. Kreditanträge werden über die Hausbank oder andere Kreditinstitute gestellt.

L-Bank – Energie vom Land

Das Programm „Klimaschutz-Plus“ hilft sowohl Unternehmen wie auch Kommunen bei der Sanierung und Umsetzung von Klimaschutz-Aktivitäten sowie bei der CO2-Minderung.

Name des Förderprogramms: Klimaschutz-Plus

Träger: L-Bank 

Antragsberechtigt sind:

Kommunen, Unternehmen, kirchliche Einrichtungen, Stiftungen, Vereine    

Ziel des Programms:

  • Senken der CO2-Emissionen durch gezielte Maßnahmen
  • Wärme- und Energieeinsparungen erzielen
  • Förderung einer nachhaltigen Wärmeversorgung in Baden-Württemberg
  • Reduzieren des Wärmebedarfs im Gebäudebereich
  • Effizientere Nutzung von Energie
  • Ausbau erneuerbarer Energien zur Deckung des Wärmebedarfs
  • Ausbau und Ausrichtung der Infrastruktur auf eine Nutzung von erneuerbarer Energie
  • Anreize schaffen für klimafreundliche Investitionen

Art der Förderung: Zuschüsse  

Kurzinformation zur Förderung:

Das Programm setzt sich aus insgesamt drei Förderschwerpunkten zusammen.

  1. CO2-Minderungsprogramm mit dem Ziel einer nachhaltigen Minderung von CO2-Emissionen, die aus Energieverbrauchen stammen. Gefördert werden Investitionen in neue Heizungsanlagen, baulichen Wärmeschutz, die Sanierung von Lüftungsanlagen, Einsatz erneuerbarer Energien und Nutzung von Abwärme. Der Zuschuss beträgt 50 Euro je eingesparter Tonne CO2, höchstens jedoch 30 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Die maximale Fördersumme ist im CO2-Minderungsprogramm auf 200.000 Euro begrenzt.
  2. Struktur-, Qualifizierungs- und Informationsprogramm mit dem Ziel, Klimaschutz durch Qualifizierungsmaßnahmen, Bildung und Information sowie Schaffung von klimafreundlichen Strukturen zu fördern.
  3. Nachhaltige, energieeffiziente Sanierung, die besonders hohe Energieeffizienzstandards erzielen.

Weitere Informationen zum aktuellen Stand bezüglich Antragsstellung finden Sie hier.

L-Bank – Klimaschutz-Plus

Der Wärmeverbrauch hat mit rund 50 Prozent den größten Anteil am Energieverbrauch. Das bietet hohes Potenzial, um klimaschädigende CO2-Emissionen zu verringern. Mit dem Förderprogramm Energieeffiziente Wärmenetze sollen nicht nur neue Wärmenetze entstehen, sondern bestehende erweitert werden.

Name des Förderprogramms: Energieeffiziente Wärmenetze

Träger: Projektträger Karlsruhe (PTKA)

Antragsberechtigt sind: Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft, sonstige natürliche Personen, rechtsfähige Personengesellschaften und juristische Personen des privaten Rechts. Kommunen (Städte, Gemeinden, Landkreise), Gemeinde- und Zweckverbände, sonstige Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts sowie Eigengesellschaften kommunaler Gebietskörperschaften können ebenfalls Anträge stellen.

Ziel des Programms:

  • Bau und Erweiterung energieeffizienter Wärmenetze
  • Motivation von Akteuren vor Ort zur Umsetzung von Wärmenetzen
  • Effiziente Nutzung von erneuerbaren Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und Abwärme
  • Beitrag zum Klimaschutz und zur klimaneutralen Wärmeversorgung 

Art der Förderung: kumulierbare Zuschüsse

Kurzinformation zur Förderung:

Gefördert werden Investitionen in energieeffiziente Wärmenetze unter Nutzung von erneuerbaren Energien, industrieller Abwärme und hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung. Bei Erfüllen spezieller Anforderungen können neben Basisförderung zusätzliche Boni gewährt werden.

Die Förderung erfolgt in Form eines mit den Bundesprogrammen kumulierbaren Zuschusses von bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten und maximal bis zu 200.000 Euro. Über zusätzliche Boni (vier Boni zu je 50.000 Euro: Abwärmenutzung, Solarthermie, große Wärmespeicher, Absenkung der Rücklauftemperaturen) kann der Höchstbetrag von 200.000 Euro auf maximal bis zu 400.000 Euro der förderfähigen Kosten pro Investitionsvorhaben erhöht werden.

Das Förderprogramm wurde bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Der letzte Stichtag für die Einreichung der Anträge ist am 20. Juli 2022. 

Energieeffiziente Wärmenetze

Beratungsangebote des Landes zum Klimaschutz für Unternehmen

Unternehmen in Baden-Württemberg finden bei den folgenden Anlaufstellen Unterstützung, wenn sie ihre Klimaschutz-Projekte planen oder umsetzen wollen. 

Als unabhängige Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner unterstützen die Regionalen Kompetenzstellen Energieeffizienz (KEFF) kleine und mittlere Unternehmen beim Umsetzen ihrer Energieeffizienzmaßnahmen. Hierbei nehmen die KEFF-Moderatorinnen und -Moderatoren eine ganzheitliche Perspektive ein und durchleuchten Unternehmen nach Einsparpotenzialen in Gebäuden, Prozessen und bei Querschnittstechnologien. Weitere Informationen zum neutralen, unverbindlichen und kostenfreien Angebot finden Sie hier.

Die Beratung und Begleitung von Klimaschutzmaßnahmen und Effizienzaktivitäten ist ein Baustein im Landesförderprogramm Klimaschutz-Plus. Das Land fördert eine auf das Jahr begrenzte Anzahl von Beratungstagen zu jeweils 75 Prozent mit einem gedeckelten Tagessatz von 600 Euro. Die Themenfelder sind unter anderem:

  • Erstberatung Abwärmenutzung
  • Projektanbahnung Abwärmenutzung
  • Contracting (ProEco)
  • Begleitberatung Kraft-Wärme-Kopplung
  • Gründung und Teilnahme von Energieeffizienznetzwerken
  • Einführung von Energiemanagementsystemen
  • Detaillierte Energieberatung für Gesundheitseinrichtungen

Abwärme ist eine riesige Energiequelle, die bisher noch viel zu wenig erschlossen ist. In den Unternehmen selbst, bei Nachbarunternehmen oder mittels Wärmenetzen kann Abwärme eine sehr gute Möglichkeit sein, ohne weitere Emissionen die Wärmeversorgung zu gewährleisten. Dazu hat das Land Baden-Württemberg ein Abwärmekonzept erstellt und mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Zentrale Anlaufstelle ist das Kompetenzzentrum Abwärme bei der Umwelttechnik BW.

Viele Querschnittsbereiche tragen zu mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz in Unternehmen bei. Zu diesen gehören beispielsweise der Einsatz erneuerbarer Energien, die Verteilung und Speicherung von Energie, der sparsame Umgang mit Energie, die Luftreinhaltung, die Erhöhung der Rohstoff- und Materialeffizienz oder die Kreislaufwirtschaft. Diese Themen sind im Bereich Umwelttechnik und Ressourceneffizienz angesiedelt. Um Energie- und Ressourcen-Einsparpotenziale zu heben, ist Expertenwissen gefragt. In dem Expertenatlas ConsultA-RE finden Unternehmen fachlich kompetente Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner sowie entsprechende Beratungsdienstleistungen.

Bundesförderprogramme zum Klimaschutz für Unternehmen – zentrale Anlaufstellen des Bundes

Der Bund hält eine Vielzahl an Förderungen im Bereich Klimaschutz, Energiewende und Wärmewende für Unternehmen bereit. Wir stellen Ihnen hier die Träger der Angebote vor, bei denen Sie weitere Informationen zu den Förderangeboten finden.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ist eine zentrale Förderanlaufstelle des Bundes. Hier können Sie Förderinformationen zu aktuellen Förderprogrammen abrufen. Unternehmen können bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau Zuschüsse, zinsgünstige Darlehen oder Kredite mit Tilgungszuschuss zu folgenden Förderbereichen erhalten:

 

Eine weitere zentrale Anlaufstelle für die Bundesförderung ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Hier gibt es Informationen unter anderem zu den folgenden Förderbereichen:

Mit diesem Programm fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz Projekte der energieintensiven Industrie zur Reduzierung von Treibhausgasen. Eine Zusammenfassung finden Sie in der Förderdatenbank der KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH, ausführliche Informationen stehen hier für Sie bereit.

 

Beratungsangebote des Bundes zum Klimaschutz für Unternehmen

Die Bundesstelle für Energieeffizienz ist die Kompetenzstelle des Bundes im Bereich Energieeffizienz. Sie unterstützt die Verbesserung der Rahmenbedingungen, methodische Grundlagen sowie die Entwicklung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in Deutschland. Darüber hinaus erfüllt sie Informations- und Berichtspflichten und initiiert den Erfahrungsaustausch zwischen öffentlichen Stellen in Deutschland und der Europäischen Union.

Ihre Aktivitäten umfassen die Aufgabenbereiche Energieeffizienzpolitik, Marktbeobachtung, Monitoring und Berichterstattung sowie Information und Kooperation. Eine Übersicht über kostenlose Förderdatenbanken sowie Energieberatersuchoptionen gibt es hier.

Kurzum

Das Förderangebot für kleine und mittlere Unternehmen ist breit gefächert. Eine Auswahl relevanter Förderprogramme des Landes und des Bundes finden Sie im Portal PURE-BW und hier. Eine vollständige Auflistung aller Bundesförderprogramme können Sie zudem hier abrufen. Auch für Gründungswillige und junge Unternehmen gibt es eine Vielzahl an Förderangeboten. Eine Übersicht finden Sie hier

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