Förderprogramme: Das hat sich 2019 geändert

Neue Ansprechpartner hier, ganz neue Möglichkeiten da: Zum Jahreswechsel wurden auch einige der Förderprogramme angepasst, die Sie bei Ihren Energiewendevorhaben unterstützen. Ein Überblick über die Neuerungen.

Antrag auf Förderung, Thermostat, Modell eines Hauses und Geldmünzen
Auch 2019 gibt es viele Fördermöglichkeiten für alle, die ihre persönliche Energiewende vorantreiben wollen // Copyright: AdobeStock/Stockwerk-Fotodesign

Sanierung in Serie: neues Förderprogramm für Wohnhäuser

So schnell kann’s gehen: Wird ein Gebäude mit industriell vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen qualitativ hochwertig saniert, steigt dadurch nicht nur der Energieeffizienzstandard – die Bauzeiten fallen auch deutlich kürzer aus als bei einer individuellen Umsetzung. Baden-Württemberg hat jetzt das erste Förderprogramm für die serielle Sanierung von Wohnhäusern aufgelegt. 3 Mio. € stehen dafür zur Verfügung. In Frage kommen Gebäude ab Baujahr 2002, den Antrag können z. B. Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften, Wohnungseigentümergemeinschaften, Privatpersonen sowie Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts stellen. Hintergrund: Bestandsgebäude verbrauchen für Raumwärme und Warmwasserbereitung das Drei- bis Fünffache dessen, was technisch möglich wäre. Deshalb soll die Sanierungsquote im Land steigen. Die serielle Sanierung ist vielversprechend, aber in Deutschland noch relativ neu. 

Erfolgsmodell Sanierungsfahrplan: Förderung jetzt vom BAFA

Sanierungsetappen und -maßnahmen listet er strukturiert auf: Eigentümerinnen und Eigentümern hilft ein Sanierungsfahrplan so dabei, eine Sanierungsstrategie für ihr Gebäude zu entwickeln. Er gilt außerdem als Erfüllungsoption im Rahmen des EWärmeG Baden-Württemberg, d. h. Sie können damit einen Teil der gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Seit 2015 wurde die Erstellung eines Sanierungsfahrplans von der Landesregierung über die L-Bank gefördert. Dieses Programm ist zum Jahresende ausgelaufen. Ein individueller Sanierungsfahrplan fürs Wohngebäude kann aber weiterhin bezuschusst werden – nämlich über das bundesweite Förderprogramm „Energieberatung Wohngebäude“ beim BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle). 

Vereinfacht, flexibler: Förderung für Energieeffizienz im Unternehmen

Die Wirtschaft auf Energiewendekurs: Schon früher hat der Bund Energieeffizienz im Unternehmen gefördert – doch jetzt wurden die Programme vereinfacht und in zwei Richtlinien gebündelt. Komplexere Projekte sollen so flexibler bezuschusst werden können, der Antrags-Aufwand für Unternehmen soll sinken. Im technologieoffenen und branchenübergreifenden Programm „Energieeffizienz und Prozesswärme aus erneuerbaren Energien in der Wirtschaft“ wird die Förderung entweder als Investitionskostenzuschuss oder als vergünstigter Kredit inkl. Tilgungszuschuss gewährt. Hohe Förderquoten bietet ab Frühjahr 2019 außerdem der neue Förderwettbewerb Energieeffizienz des Bundeswirtschaftsministeriums, der dann erstmals ausgeschrieben wird.

Im Südwesten weiter gefördert: Solarstromspeicher

Den Eigenverbrauch steigern, das Netz entlasten – es gibt gute Gründe, warum sich ein Batteriespeicher in Kombination zur Solaranlage lohnt. Bezuschusst wird der Schritt obendrein: Während die bundesweite KfW-Förderung Ende 2018 endete, läuft das erfolgreiche Programm „Netzdienliche Photovoltaik-Batteriespeicher“ in Baden-Württemberg 2019 weiter. Insg. 10 Mio. € stellt das Land dafür im Rahmen der Solarinitiative zur Verfügung, davon 5 Mio. € im Jahr 2019. Seit dem Start im März 2018 gingen schon 3.300 Anträge auf Förderung ein. Ab dem 1. Februar 2019 gelten zudem neue Förderbedingungen: Z. B. gibt es für netzdienliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge 500 € Bonus, Photovoltaikanlagen zwischen 10 und 14 kWp (Kilowattpeak) fördert das Ministerium zusätzlich mit einmalig 400 €. Und: Das Förderprogramm wird für Landwirte geöffnet.

Contracting-Check zeigt das Potenzial

Nicht alles muss man selber machen: Beim Contracting kümmert sich ein darauf spezialisierter Partner um die Maßnahmen zur Effizienzsteigerung – finanziert wird das Ganze durch Einsparungen bei den laufenden Energiekosten. Ob sich das Modell für Ihr Vorhaben eignet, können Sie in einem Beratungsgespräch herausfinden: Seit Januar wird ein „Contracting-Check“ für Unternehmen, Kommunen und gemeinnützige Organisationen  innerhalb der jeweiligen Beratungsförderung bundesweit bezuschusst. Analog wird bei mittelständischen Unternehmen jetzt zudem die Beratung rund um Energiemanagementsysteme gefördert (im Rahmen des Programms Energieberatung im Mittelstand). Und: das Pilotprogramm Einsparzähler des Bundes wird 2019 verlängert. Je mehr Energie eingespart wird, desto höher ist die Förderung, so das Prinzip. So soll die Entwicklung IT-gestützter Geschäftsmodelle rund ums Energiesparen unterstützt werden. 

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