Förderprogramme: Das ist 2020 neu

Mit dem Klimapaket hat die Bundesregierung die Möglichkeiten zur Förderung von energieeffizientem Bauen und Sanieren erweitert und auch neue Angebote geschaffen. Die Angebote und was sonst noch 2020 bei Förderprogrammen neu ist, haben wir für Sie zusammengestellt.

Antrag auf Förderung, Thermostat, Modell eines Hauses und Geldmünzen
Auch 2019 gibt es viele Fördermöglichkeiten für alle, die ihre persönliche Energiewende vorantreiben wollen // Copyright: AdobeStock/Stockwerk-Fotodesign

Mehr Zuschuss für Energieberatung bei Wohngebäuden

Bevor es an eine Sanierung geht, ist eine umfassende Energieberatung unbedingt empfehlenswert. Seit dem 1. Februar 2020 übernimmt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit der Bundesförderung für Energieberatung für Wohngebäude 80 % der Kosten für eine solche Energieberatung, bis dahin waren es nur 60 %. Die Höchstförderung beträgt jetzt bei Ein- und Zweifamilienhäusern bis zu 1.300 €, bei Gebäuden ab drei Wohneinheiten bis zu 1.700 €.

Lukrative Förderung von klimafreundlichen Heizungen 

Ab 2021 werden fossile Brennstoffe mit der CO₂-Steuer deutlich teurer. Wer bis dahin seine alte Ölheizung durch eine neue, klimafreundlichere Anlage ersetzen will, kann jetzt eine Austauschprämie für Ölheizungen erhalten. Läuft die neue Anlage ausschließlich mit erneuerbaren Energien, wie z. B. über Wärmepumpen oder eine Biomasse-Anlage, beträgt der Zuschuss 45 % der Investitionskosten. Für Gas-Hybridheizung mit einem Erneuerbaren-Anteil von mind. 25 % – z. B. bei Einbindung von Solarthermie – beträgt der Investitionszuschuss 40 %.

Neben der Austauschprämie für Ölheizungen sieht die novellierte Richtlinie des Marktanreizprogramms „Wärme aus erneuerbaren Energien“ seit diesem Jahr weitere Verbesserungen vor. So gibt es auch Förderungen für klimafreundliche Anlagen, die keine alte Ölheizung ersetzen: Sie beträgt 35 % für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, 30 % für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mind. 25 % und 20 % für Gas-Brennwertheizungen, die für die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind.

Die einheitlichen prozentualen Fördersätze vereinfachen das bisherige System und ersetzen die Förderung mit Festbetrag und einer Vielzahl verschiedener Bonusregelungen. Anträge auf Förderung können Sie elektronisch beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einreichen.

Höhere Zuschüsse für energieeffizientes Bauen und Sanieren

Privatpersonen, Unternehmen und Kommunen profitieren seit Januar 2020 von der verbesserten Förderung für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) setzt die Förderung im Auftrag der Bundesregierung um. Für Komplettsanierungen auf Effizienzhausniveau steigen die Zuschüsse auf bis zu 40 % – und das als Tilgungszuschuss zu einem KfW-Kredit oder in Form eines direkten Investitionszuschusses.

Für Einzelmaßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung wie Dämm-Maßnahmen verdoppelt sich der Zuschuss auf 20 %. Auch die Fördersätze für klimafreundliche Neubauten steigen auf bis zu 25 %. Außerdem steigt der Kredithöchstbetrag für Neubauten oder auch für Sanierungen auf 120.000 €. 

Für Unternehmen und Kommunen interessant: Der Fördersatz für die Komplettsanierungen von Nichtwohngebäuden steigt auf bis zu 35 %.

Förderung für die serielle Sanierung von Wohngebäuden

Das Umweltministerium unterstützt mit dem Förderprogramm „Serielle Sanierung von Wohngebäuden“ die Sanierung bereits bestehender Wohnhäuser. Fördern lassen können sich Besitzer selbst genutzter oder vermieteter Wohngebäude – die Förderung gilt z. B. für die Anschaffung und die Montage der neuen Bauteile, Dämmungen, technischen Systeme u. ä.

Mit steuerlicher Förderung das Eigenheim energetisch sanieren 

Besitzerinnen und Besitzer von Eigenheimen können Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien jetzt auch steuerlich geltend machen. Einzige Voraussetzung: Das geförderte Gebäude muss selbstgenutztes Wohneigentum sein. Die steuerliche Förderung ergänzt die investiven Förderprogrammen des BMWi. Von den Kosten für einen Heizungstausch, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden erhalten Sie über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 20 % zurück. Für energetische Baubegleitung und Fachplanung sind es sogar bis zu 50 % der Kosten.

Die Förderung ist zum 1. Januar 2020 in Kraft getreten und kann erstmalig mit der Steuerklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden.

Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft

Seit Februar 2020 gibt es einige Anpassungen im Investitionsprogramm „Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft“: In den Modulen 1–3 (Querschnittstechnologien, Prozesswärme aus erneuerbaren Energien und Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik) können Unternehmen jetzt gleich nach Antragstellung auf eigenes finanzielles Risiko mit ihrem Vorhaben beginnen.

Außerdem gab es eine Novellierung der zugrundeliegenden Richtlinie – sowohl für die Optionen Zuschuss (BAFA) als auch Kredit (KfW). Es gibt u. a. Änderungen bei der Abgrenzung zur Förderung von Anlagen, die nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) vergütet werden.

Baden-Württemberg fördert Klimaschutz im sozialen Wohnungsbau

Baden-Württemberg setzt mit dem Wohnraumförderprogramm 2020/2021 als erstes Bundesland auch im sozialen Mietwohnungsbau auf mehr Klimaschutz. So wird der Energieeffizienzhaus-Standard KfW 55 für alle Vorhaben verbindlich. Ausnahmen gibt es, wenn die Mehrkosten für die Einhaltung des Standards 150 €/m2 überschreiten, in dem Fall können Investoren eine Befreiung von der Verpflichtung beantragen. 

Das Umweltministerium beteiligt sich mit 1,5 Mio. € an dem Programm und fördert Investoren, die bei Bauvorhaben freiwillig den strengeren Energieeffizienzhaus-Standard KfW 40 erfüllen.

Höherer Umweltbonus beim Kauf von Elektroautos

Der Umweltbonus wird bis 2025 verlängert, dem stimmte die EU-Kommission im Februar zu. Außerdem gibt es jetzt eine höhere Förderung für alle Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen sind: Für reine E-Autos bis zu einem Listenpreis von 40.000 € steigt der Zuschuss auf 6.000 €. Liegt der Listenpreis darüber, beträgt der Bonus jetzt 5.000 €. Für Plug-in-Hybride liegt der Umweltbonus entsprechend bei 4.500 € (Listenpreis unter 40.000 €) bzw. bei 3.750 € (Listenpreis über 40.000 €).

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