Investitionen in Ihre private Immobilie – So fördern Baden-Württemberg und der Bund Ihr energetisches Bauvorhaben

In die Jahre gekommene Immobilien sind wahre Energiefresser. Wer sein privates Haus oder seine Wohnimmobilie modernisieren oder komplett sanieren möchte, muss zunächst Geld investieren, kann sich dann aber über beträchtliche Einsparungen und gesteigerten Wohnkomfort freuen. Das Land Baden-Württemberg fördert energetische Bau- und Sanierungsvorhaben mit finanziellen Mitteln. Welche Fördermittel das Land vergibt und welche Förderangebote der Bund für Ihr energetisches Bauprojekt bereithält, erfahren Sie hier.

Wohnhaus mit Photovoltaikanlage auf dem Dach
Copyright: Umweltministerium / Björn Hänssler

Förderangebote für private Immobilien in Baden-Württemberg

Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern und Neubauten, selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie Eigentumswohnungen können auf unterschiedliche Förderangebote des Landes zugreifen. Auch Energieberatungen sind förderfähig. Die Förderung von Mieterstrom richtet sich explizit an Mieterinnen und Mieter. 

Das Land Baden-Württemberg unterstützt Sie bei energetischen Sanierungen, Modernisierungen sowie dem Schaffen von Wohnraum für Familien. Diese Fördermöglichkeiten gibt es für private Immobilen:

  • Kombi-Darlehen Wohnen mit Klimaprämie
  • Serielle Sanierung von Wohngebäuden
  • Förderprogramm Wohnungsbau BW und Eigentumsfinanzierung

Träger: Landeskreditbank Baden-Württemberg (L-Bank)

Antragsberechtigt sind: Natürliche Personen, Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern und Gebäuden mit bis zu drei Wohneinheiten

Ziel des Programms: 

  • Häuser auf ein energetisch anspruchsvolles Niveau bringen
  • Energie und Geld sparen
  • Beitrag zum Klimaschutz leisten  

Art der Förderung: Klimaprämie (Tilgungszuschuss des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg)

Kurzinformation zur Förderung

  • Prämie in Höhe von 2.000 Euro pro Wohneinheit bei Sanierung einer Wohnimmobilie auf einen KfW-Effizienzhausstandard 55 (KfW steht für Kreditanstalt für Wiederaufbau)
  • Prämie in Höhe von 4.000 Euro pro Wohneinheit beim Erreichen eines KfW-Effizienzhausstandard 40 

Die Beantragung erfolgt über Ihre Hausbank. 

L-Bank Klimaprämie

Träger: Projektträger Karlsruhe (PTKA)

Antragsberechtigt sind: 
Eigentümerinnen und Eigentümer von selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie Eigentumswohnungen  

Ziel des Programms: 

  • Sanierungsquote im Gebäudebestand erhöhen 
  • Klimaneutralen Gebäudestand erreichen
  • Gebäude auf einen hochwertigen Energiestandard bringen
  • Sanierungszeiten verkürzen
     

Art der Förderung: Finanzielle Zuwendung

Kurzinformation zur Förderung: 
Gefördert wird das Herstellen und Verbauen von industriell vorgefertigten Fassaden- und Dachelementen sowie das Dämmen von Kellerdecken. Ebenfalls gefördert wird der Einbau technischer Anlagen, Monitoringsysteme und Lüftungskonzepte.

Der Mindestumfang des Bauvorhabens liegt bei 200.000 Euro förderfähiger Ausgaben. Die maximale Zuwendung ist pro Projekt auf eine Fördersumme von 500.000 Euro begrenzt. 

Die Höhe der Förderung bemisst sich nach dem KfW-Effizienzhausstandard sowie nach der Anzahl der Quadratmeter der Gebäudenutzfläche.  

  • 150 Euro je Quadratmeter bei einem KfW-Effizienzhausstandard 55 und höher
  • 100 Euro je Quadratmeter bei einem KfW-Effizienzhausstandard 70
  • 40 Euro je Quadratmeter für Einzelmaßnahmen an Außenwänden 
  • 30 Euro je Quadratmeter für Einzelmaßnahmen an der Dachfläche 

Förderanträge sind bis zum 31.12.2023 beim Projektträger Karlsruhe zu stellen. 

Eine Bewilligung ist nur für Maßnahmen möglich, die noch nicht begonnen haben und für die keine Leistungs- oder Lieferverträge abgeschlossen wurden.

Projektträger Karlsruhe – serielle Sanierung 

Träger: L-Bank

Antragsberechtigt sind: Bauherrinnen und Bauherren, Käuferinnen und Käufer sowie Nutzerinnen und Nutzer von Eigenheimen 

Art der Förderung: Darlehen 

Ziel des Programms: 

  • Schaffen von neuem energiesparendem Wohnraum
  • Erhöhung der Energieeffizienz bei älteren Gebäuden durch Zusatzfinanzierung

Kurzinformation zur Förderung: 
Die Basisförderung zur Schaffung von Wohnraum und zur Eigentumsfinanzierung richtet sich vornehmlich an Familien. Paare, die mindestens ein minderjähriges Kind (unter 18 Jahre) haben oder in den nächsten sechs Monaten Nachwuchs erwarten, können ein zinsloses Darlehen mit langer Laufzeit und niedriger monatlicher Belastung in Anspruch nehmen. 

Die Konditionen: 

  • Verbilligter Zinssatz für 15 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit von 15 Monaten
  • 2,25 Prozent Tilgung pro Jahr  
  • Keine Bereitstellungszinsen
  • Zusatzförderungen können zinsfrei kombiniert werden

Die Höhe des Kredits bemisst sich nach der Familiengröße. Bei weiterem Familienzuwachs sind ergänzende Tilgungszuschüsse innerhalb von zehn Jahren möglich.

Die Darstellung des Eigenanteils ist mit einem Direktzuschuss möglich.

Mögliche Zusatzfinanzierungen sind zum Beispiel die Zusatzfinanzierung Energieeffizienz für die energetische Sanierung älterer Gebäude oder die Zusatzfinanzierung bei Bau oder Erwerb neuen Wohnraums bei Energiesparhäusern, neuem barrierefreiem Wohnraum oder innovativem Wohnungsbau. 

Träger: L-Bank

Antragsberechtigt sind: 
Betreiberinnen und Betreiber von Photovoltaikanlagen in Verbindung mit einem Elektrofahrzeug

Art der Förderung: Zuschüsse

Ziel des Programms:

  • Anreize für Elektrofahrzeuge und Leichtkraftfahrzeuge schaffen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden 

Kurzinformation zur Förderung: 
Für den Unterhalt eines neuen vollelektrischen Elektrofahrzeugs mit Batterie- oder Brennstoffzellantrieb erhalten Betreiberinnen und Betreiber von bereits auf Dächern installierten oder neu installierten Photovoltaikanlagen einen Zuschuss. 

Das Fahrzeug muss in Baden-Württemberg zugelassen sein und hier überwiegend genutzt werden. 

Die Anschaffung und Installation einer Wallbox für das Fahrzeug kann zusätzlich gefördert werden. 

Der Zuschuss beträgt 500 Euro je Fahrzeug, wenn die Wallbox an eine Photovoltaikanlage angeschlossen wird.    

L-Bank BW-e-Solar-Gutschein 

Förderprogramme des Bundes für private Immobilien

Der Bund setzt verschiedene Anreize, um sowohl die Energiewende im Land wie auch die Wärmewende zu fördern. Zentrale Instrumente hierfür sind zum einen das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) und zum anderen die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG).  

Das EEG besteht seit über 20 Jahren und ist das Instrument zur Förderung des Ausbaus erneuerbarer Energien in Deutschland. Bis zum Jahr 2030 sollen mindestens 65 Prozent des deutschen Stromverbrauchs aus diesen kommen. 

Betreiberinnen und Betreiber einer Photovoltaikanlage haben im Rahmen des EEG einen auf 20 Jahre befristeten Anspruch auf Förderung. Diese wird insbesondere in Form einer gesetzlich gesicherten Einspeisevergütung, eines Mieterstromzuschlags oder einer Marktprämie gewährt. Somit schafft das EEG für Anlagenbetreiberinnen und -betreiber Planungs- und Investitionssicherheit. Die Höhe der Einspeisevergütung für Solarstrom richtet sich nach dem Jahr der Installation und der Leistung einer Photovoltaikanlage.  

Von der Mieterstromförderung profitieren Mieterinnen und Mieter, um mehr Strom aus erneuerbaren Energien zu erzeugen und ihn vor Ort zu verbrauchen. Das entlastet die Netze und ist gut für das Klima und die Umwelt.   

Hier finden Sie kompakt Wissenswertes zum Thema Mieterstrom. 

Der Bund unterstützt Sie ebenfalls bei Ihren Sanierungs- und Modernisierungsvorhaben. Mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) werden umfassende Bau- sowie einzelne Modernisierungsvorhaben gefördert, wie zum Beispiel Lüftungsmaßnahmen, die Heizungsmodernisierung mit erneuerbaren Energien oder der Ausbau zu einem Effizienzhaus

Die BEG Förderung fasst vormals bestehende Einzelförderprogramme, wie das CO2-Gebäudesanierungsprogramm (Programme Energieeffizient Bauen und Sanieren), das Programm zur Heizungsoptimierung (HZO) oder das Marktanreizprogramm zur Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt (MAP) zu einem umfassenden Förderprogramm zusammen. 

Die BEG-Bundesförderung ist in drei Teilbereiche unterteilt:

  1. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM)
  2. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Wohngebäude (BEG WG)
  3. Bundesförderung für effiziente Gebäude – Nichtwohngebäude (BEG NWG)

Die BEG-Fördermittel werden in Form von Zuschüssen und Förderkrediten bereitgestellt. Träger sind das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). 

Eine Übersicht zu den Maßnahmen für eine energetische Sanierung Ihrer Wohnimmobilie sowie zum Effizienzhaus stellt Ihnen die Kreditanstalt für Wiederaufbau hier zur Verfügung. 

Aufgrund der großen Antragsflut für die von der Kreditanstalt für Wiederaufbau administrierten BEG-Förderangebote für Wohngebäude (BEG WG) und Nichtwohngebäude (BEG NWG) erfolgte am 24. Januar 2022 zunächst ein Förderstopp. Alle Anträge, die bis zum Tag des Förderstopps bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau eingingen, wurden weiterbearbeitet und genehmigt – sofern sie die Fördervoraussetzungen erfüllten.

Die Förderung für die BEG-Sanierungsmaßnahmen wurde am 22. Februar 2022 wieder aufgenommen. Die Bundesregierung hat hierfür zusammen mit dem Haushaltsausschuss des Bundestages finanzielle Mittel in Höhe von rund 9,5 Milliarden Euro bereitgestellt. Hingegen neu aufgesetzt wird die BEG-Neubauförderung des KfW-Effizienzhaus 40. 

Nicht vom Förderstopp betroffen waren die BEG-Förderangebote Einzelmaßnahmen (BEG EM) der Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Für diese können Sie hier Ihre Anträge stellen. 

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau fördert den Einsatz erneuerbarer Energien. Informationen zum Förderkredit „Erneuerbare Energien – Standard“ der Kreditanstalt für Wiederaufbau finden Sie hier. Sie bezuschusst zudem den Einbau von Brennstoffzellsystemen zur Wärmegewinnung in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Informationen zum Förderprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ gibt es hier

Energieberatung für Wohngebäude 

Bevor Sie konkrete Baumaßnahmen an Ihrer Immobilie vornehmen, empfiehlt sich vorab eine umfassende Energieberatung. Diese sind mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 80 Prozent der Kosten förderfähig. 

Mit der „Energieberatung für Wohngebäude (EBW)“ fördert die Bundesregierung das Erreichen eines klimaneutralen Gebäudebestands bis zum Jahr 2050. Besitzerinnen und Besitzer von Wohnimmobilien können sich durch eine qualifizierte Energieberatung Wege zu einem energieeffizienten Gebäude aufzeigen lassen.  

Energieberatungen können ausschließlich für Gebäude in Deutschland in Anspruch genommen werden, deren Bauantrag mindestens zehn Jahre zurückliegt. Energieberatungen für Ein- und Zweifamilienhäuser sind mit maximal 1.300 Euro förderfähig. Für Wohnhäuser mit mindestens drei Wohneinheiten beträgt der Zuschuss maximal 1.700 Euro. Die Antragstellung erfolgt über Ihre Energieberaterin beziehungsweise Energieberater beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Weitere Informationen zur Energieberatung für Wohngebäude finden Sie hier

Baden-Württemberg unterstützt Sie ebenfalls mit Beratungsangeboten. Hier finden Sie weiterführende Informationen zu den regionalen Energieagenturen des Landes, zum Programm Zukunft Altbau und zum Sanierungsfahrplan des Landes Baden-Württemberg sowie Adressen und Anlaufstellen zu Fachexpertinnen und -experten. 

Eine Übersicht zu Beratungs- und Förderprogrammen für Eigentümerinnen und Eigentümer, Unternehmerinnen und Unternehmen sowie für Kommunen halten wir hier für Sie bereit. 

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