So machen Hausbesitzer ihr Haus fit für die Energiewende

Um mit baulichen Maßnahmen auf lange Sicht Energie zu sparen, sind zunächst Investitionen nötig. Die gute Nachricht: Das Land und der Bund helfen Ihnen, die finanziellen Mittel für Sanierungen und Energiesparmaßnahmen aufzubringen.

Zwei Männer bringen auf einem Wohnhaus Solarpanels an
Mit Solarpanel auf dem Dach können Bürger zur Energiewende beitragen. // Copyright: Shutterstock/only_kim

Die Energiesparmöglichkeiten in Gebäuden sind enorm, unterscheiden sich aber von Haus zu Haus. Deshalb ist es wichtig, sich im Vorfeld individuell beraten zu lassen. Wir stellen hier die wichtigsten Beratungs- und Förderprogramme vor: 

Die Beratung des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) richtet sich an Eigentümer von bestehenden Wohngebäuden und Wohnungen. Qualifizierte Energieberater kommen zu Ihnen nach Hause und erstellen ein maßgeschneidertes energetisches Sanierungskonzept, den sogenannten Energieberatungsbericht. Konkret gefördert werden Energieberatungen, die in einem energetischen Sanierungskonzept die Sanierung zu einem KfW-Effizienzhaus oder in einem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) aufzeigen, wie das Wohngebäude umfassend in aufeinander abgestimmten Maßnahmen energetisch saniert werden kann. Die Kosten für die Energiesparberatung müssen die Haus- und Wohnungseigentümer nicht allein tragen. Die Bundesregierung unterstützt die Beratung durch einen Zuschuss. Er beträgt bis zu 80 % der förderfähigen Beratungskosten, max. 1.300 € für ein Ein- und Zweifamilienhaus und max. 1.700 € für Wohngebäude mit drei und mehr Wohneinheiten. Für Wohnungseigentümergemeinschaften gibt es zusätzlich einen einmaligen Zuschuss von bis zu 500 €, wenn der Energieberatungsbericht in Wohnungseigentümerversammlungen oder Beiratssitzungen erläutert wird. Beachten Sie, dass die Förderung an den Energieberater ausgezahlt wird. Der Berater ist jedoch verpflichtet, den Zuschuss mit seinem Beratungshonorar zu verrechnen.

Klimafreundlich heizen

Die alte Ölheizung raus, eine klimafreundlichere Anlage rein: Hausbesitzer, die eine Anlage einbauen, die ausschließlich mit erneuerbaren Energien heizt, wie z. B. Wärmepumpen oder eine Biomasse-Anlage, können einen Zuschuss von bis zu 45 % der Investitionskosten erhalten. Für Gas-Hybridheizung mit einem Erneuerbaren-Anteil von mind. 25 % – z. B. bei Einbindung von Solarthermie – beträgt der Investitionszuschuss immer noch 40 %.

Auch wenn die klimafreundliche Anlagen keine alte Ölheizung ersetzt, können Hausbesitzer Förderung beantragen: Sie beträgt 35 % für Heizungen, die vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben werden, 30 % für Gas-Hybridheizungen mit einem Erneuerbaren-Anteil von mind. 25 % und 20 % für Gas-Brennwertheizungen, die für die spätere Einbindung erneuerbarer Energien vorbereitet sind. Hier finden Sie weitere Informationen.

Damit Sie sich eine klimafreundliche Heizung auch leisten können, bietet die L-Bank speziell für diese Anschaffung ein zinsverbilligtes Darlehen an. Anträge für die Förderung stellen Sie bei Ihrer örtlichen Bank oder Sparkasse. 

Energieeffizient Sanieren

Zinsverbilligte Darlehen gibt es auch für Eigentümer, die ältere Häuser und Wohnungen sanieren wollen. Die KfW bietet günstige Konditionen, aber auch Investitionszuschüsse in ihrem Programm „Energieeffizient Sanieren“, wenn das sanierte Gebäude mindestens den Standard KfW-Effizienzhaus erfüllt. 

Energieeffizient Bauen

Das Programm fördert Privatpersonen, die ein Energiesparhaus mit max. drei Wohneinheiten bauen oder direkt nach der Fertigstellung kaufen und mind. eine der Wohneinheiten dauerhaft selbst bewohnen. Die Förderung erfolgt durch ein zinsgünstiges langfristiges Darlehen der KfW und ist kombiniert mit einem Tilgungszuschuss. Die Höhe der Förderung ist abhängig davon, wie energieeffizient der Neubau ist. 

Förderprogramm Wohnungsbau

Dieses Programm der L-Bank richtet sich u. a. an Familien mit minderjährigen Kindern, die eine ältere Immobilie erwerben und energetisch sanieren wollen. Das Land verbilligt die KfW-Darlehen zusätzlich. 

Steuerliche Förderung für die Eigenheimsanierung

Einzelmaßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum Heizen mit erneuerbaren Energien können Sie für selbstgenutztes Wohneigentum seit dem 1. Januar 2020 auch steuerlich geltend machen. Die steuerliche Förderung ergänzt die investiven Förderprogrammen des BMWi. Von den Kosten für einen Heizungstausch, den Einbau neuer Fenster oder die Dämmung von Dächern und Außenwänden erhalten Sie über einen Zeitraum von drei Jahren bis zu 20 % zurück. Für energetische Baubegleitung und Fachplanung sind es sogar bis zu 50 % der Kosten. Die Förderung kann erstmalig mit der Steuerklärung im Jahr 2021 geltend gemacht werden. 

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