Forschen für das Energiesystem der Zukunft

Der Umstieg auf erneuerbare Energien stellt das heutige Energiesystem vor manche Fragen - entscheidende Antworten darauf liefert das Fraunhofer-Institut für Solarenergie (ISE) in Freiburg. Die 1981 gegründete Forschungseinrichtung ist heute das größte Solarforschungsinstitut Europas und ein zentraler Akteur der Energiewende.

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet.

ISE-Gebäude
Das ISE hat acht Laborzentren und vier Technologie-Evaluationszentren.

Die Welt von morgen heute schon gestalten

Der Energiemarkt der Zukunft ist dezentral: Viele kleine Anlagen und Kraftwerke werden den Strom für Industrie, Verkehr und Haushalte erzeugen. Das stellt unser heutiges Versorgungsnetz vor Herausforderungen: Wie kann es stabil gehalten werden? Welche Rolle spielen elektronische Bauelemente für die Gewinnung, die Verteilung, die Umformung und das Speichern elektrischer Energie zukünftig?  

Startklar für die Zukunft

Der Erforschung dieser Fragen widmet sich das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) in Freiburg. Ein nachhaltiges, wirtschaftliches, sicheres und sozial gerechtes Energieversorgungsystem auf Basis erneuerbarer Energien ist die Vision, an der die 1200 Mitarbeiter des Forschungszentrums arbeiten. 
In vier Technologie-Evaluationszentren werden Materialien, Komponenten, Systeme und Verfahren für das Energiesystem der Zukunft entwickelt. Um die vorherrschenden Bedingungen möglichst realitätsnah nachzustellen, hat das Fraunhofer ISE im Juli 2019 ein „Zentrum für Leistungselektronik und nachhaltige Netze“ mit einem eigenen 110-kV-Hochspannungsanschluss eröffnet. Auf einer Laborfläche von 3.000 m² werden hier neuartige Komponenten und Funktionen zur Regelung und Stabilisierung des Stromnetzes entwickelt. Neben der Energieverteilung werden am Fraunhofer ISE auch die Bereiche Energieeffizienz, Energiegewinnung und Energiespeicherung bearbeitet.

Solarmodule: Potenziale voll ausschöpfen 

Ein besonderer Forschungsschwerpunkt des Freiburger Instituts stellt die „Integrierte Photovoltaik“ dar. Die Forscher des Fraunhofer ISE entwickeln flexible und organische Solarmodule, die in die bereits bebaute Umwelt eingefügt werden können. In Zukunft sollen Autodächer und Gebäudefassaden mit diesen Modulen Energie gewinnen. 
Auch in den Dächern von größeren Gewächshäusern und anstelle der Hagelschutznetze von Obstplantagen könnten sie zukünftig zum Einsatz kommen. Ein bisher noch ungenutztes für das Land jedoch erhebliches Flächenpotenzial. 
Durch neue Photovoltaiktechnologien sieht das Fraunhofer ISE auch wirtschaftliches Potenzial in der Produktion von Solaranlagen. Das Institut macht sich daher für eine Wiederansiedlung der Photovoltaik-Produktion in Europa stark. 

Ein richtungsweisender Akteur

Neben der Solartechnik forscht das Fraunhofer ISE auch an weiteren spannenden Feldern der Energiewende: energieeffiziente Gebäude, Wasserstofftechnologien und elektrische Energiespeicher, solarthermische Kraftwerke und Industrieprozesse sowie Leistungselektronik, Netze und intelligente Systeme. 
Das Fraunhofer ISE trägt mit seiner Forschungsarbeit entscheidend dazu bei, dass die Umwandlung des Energiesystems technologisch gemeistert werden kann – und ist somit nicht nur ein unverzichtbarer Akteur der Energiewende in der Gegenwart, sondern agiert auch richtungsweisend für zukünftige erneuerbare Energiekonzepte.

Dr. Andreas Bett, Prof. Dr. Hans-Martin Henning und Minister Untersteller (v. l.) bei der Führung durch den Fraunhofer ISE Campus
Dr. Andreas Bett, Prof. Dr. Hans-Martin Henning und Minister Untersteller (v. l.) bei der Führung durch den Fraunhofer ISE Campus.
Minister Untersteller überreicht die Ehrung an die Institutsleiter Prof. Dr. Hans-Martin Henning und Dr. Andreas Bett.
Minister Untersteller überreicht die Ehrung an die Institutsleiter Prof. Dr. Hans-Martin Henning und Dr. Andreas Bett.
Artikel teilen: tweet teilen