Junge Forscherinnen und Forscher auf den Spuren der Energiewende

Junge Menschen fordern die Energiewende lautstark ein. Nicht zuletzt durch die Fridays-for-Future-Bewegung ist der Klimawandel und der Umweltschutz stark ins Bewusstsein dieser Generation gerückt. Aber was bedeutet es ganz konkret, die Energiewende zu realisieren? Welche Technologien sind hierzu erforderlich und was bzw. wie kann man selbst etwas zum Gelingen des Auftrags beitragen? Diesen spannenden Fragen geht das ehrenamtliche Team des Jugendforschungszentrums für Energie und Umwelt (JFZ) in Sindelfingen gemeinsam mit begeisterten Schülerinnen und Schülern auf die Spur.

Jugendliche vor einem Laptop
Copyright: Shutterstock/Syda_Productions

Wie funktioniert die Energiewende? 

Der Klimawandel, die Energiewende und die dafür erforderlichen erneuerbaren Energien sind unmittelbar mit naturwissenschaftlichen Phänomenen und der Entwicklung moderner Technologien verbunden. Themenfelder für die Dipl.-Ingenieur Volker Rose und Studiendirektor i. R. Heinz Ulmer Schülerinnen und Schüler aus allgemeinbildenden und beruflichen Schulen begeistern möchten. Die beiden Projektinitiatoren bilden die technisch-wissenschaftliche und operative Leitung des Jugendforschungszentrums (JFZ) in Sindelfingen, das vor rund sieben Jahren gegründet wurde. Mit einem ehrenamtlichen Team, bestehend aus Expertinnen und Experten aus dem Ingenieurwesen, von Hochschulen sowie z. T. pensionierten Lehrerinnen und Lehrern, haben sie sich zum Ziel gesetzt, mit den jungen Tüftlerinnen und Tüftlern jährlich bis zu zwölf Forschungsprojekte zu verwirklichen.  

Aller Anfang liegt in der Neugier

Das Interesse an der Energiewende im Allgemeinen könnte derzeit bei jungen Menschen nicht stärker sein. Die Neugier, sie auch einmal aus der naturwissenschaftlichen Perspektive zu beleuchten und zu entdecken, muss allerdings oft erst geweckt werden. Aus diesem Grund organisiert das JFZ regelmäßig Schnupperveranstaltungen an Schulen, bei denen die Schwerpunktthemen vorgestellt werden und über die spannenden Projekt- und Forschungsmöglichkeiten informiert wird. Gemeinsam mit interessierten Schülerinnen und Schülern geht es dann in den Räumen des JFZ ans Werk: Unter professioneller Anleitung können sie allerlei Experimente rund um die Energie durchführen – und das ganz ohne Leistungsdruck. Dieser Aspekt war für die beiden Leiter Volker Rose und Heinz Ulmer ein besonderes Anliegen: Die Kinder sollen durch Spiel und Spaß ihren ganz persönlichen Zugang zum Fachgebiet finden. Dieser didaktische Ansatz wird durch eine bleibend starke Nachfrage belohnt: 2018 haben rund 400 Schülerinnen und Schüler ca. 40 Veranstaltungen und Kurse im JFZ besucht.

Licht zum Lernen

Mit „Licht für Afrika“ startete das JFZ 2018 ein Projekt für einen guten Zweck. In den abgelegenen Dörfern abseits von Gambias Metropolen ist die elektrische Versorgung der Haushalte keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil – viele gambische Schülerinnen und Schüler müssen auf das Licht an Tankstellen, beleuchteten Parkplätzen und Straßenkreuzungen zurückgreifen, um ihre Schulaufgaben zu erledigen. Das Team des Jugendforschungszentrums ist sich einig: Bildung sollte nicht daran scheitern, dass die Kinder und Jugendlichen im Dämmerlicht nichts mehr erkennen können. Deshalb kam die Idee auf, solarbetriebene LED-Lampen im JFZ zu bauen und mit dem Sonnenlicht eine kostenlose Ressource zu nutzen, für die das Wetter in Gambia beste Voraussetzungen bietet. Der Bausatz für die Lampen kostet 25 € und ist leicht zusammengelötet. Die Leuchten werden mit Akkus betrieben, die mittels einer 2-Watt-Solarzelle einfach in der Sonne aufgeladen werden können. Bis jetzt haben die Schülerinnen und Schüler im JFZ bereits rund 500 LED-Lampen gebaut. Der Verein Yirabah Gambia e. V. Filderstadt sorgt dafür, dass die Solarlampen auch sicher bei den gambischen Schülerinnen und Schülern ankommen. Und das Projekt findet weiterhin Anklang: Auch 2020 werden zahlreiche LED-Lampen für Gambia hergestellt.

Eine Platine wird von den Jugendlichen mit vier LEDs bestückt.
Eine Platine wird von den Jugendlichen mit vier LEDs bestückt.
Platine in Lampen
Mit der fertigen Platine sind die Lampen leicht verbaut …
Lampe, die leuchtet
… und auf Anhieb einsatzfähig.

Forscherinnen und Forscher von morgen  

Mit der ehrenamtlichen Projektinitiative stellen sich Volker Rose und Heinz Ulmer nicht zuletzt der Problematik, dass sich heutzutage nur noch wenige junge Menschen für technische bzw. naturwissenschaftliche Berufe begeistern. Sie motivieren Kinder und Jugendliche dazu, über den Tellerrand hinaus zu blicken: Aus erster Hand erfahren sie, was bei der Energiewende im Bereich des Möglichen liegt und für welche Herausforderungen es noch Lösungen zu finden gilt. Aus den neugierigen Entdeckerinnen und Entdeckern von heute wird mit Sicherheit das ein oder andere Nachwuchstalent von morgen. Ein Gewinn für die Forschung – und die Energiewende.

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