Hemmingen – auf dem Weg zur energieautonomen Kommune

20.000 Megawattstunden klimafreundliche Wärme – eine stolze Erfolgszahl, die die Gemeinde Hemmingen durch ein Umdenken in Sachen Wärmeenergie erreicht hat. Hier versorgt seit 2009 u. a. eine Heizzentrale die umliegenden Unternehmen und Haushalte mit Wärme. Umdenken und nachhaltig handeln – zwei ganz wesentliche Schritte für das Gelingen der Wärme - und der Energiewende.

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet. Eine Übersicht aller geehrten Projekte finden Sie hier.

Minister Untersteller überreicht die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ an den Geschäftsführer der Naturenergie Glemstal, Ulrich Ramsaier, an Bürgermeister Thomas Schäfer und an den Geschäftsführer der IBS Ingenieurgesellschaft, Wolfgang Schuler.
Minister Untersteller überreicht die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ an den Geschäftsführer der Naturenergie Glemstal, Ulrich Ramsaier, an Bürgermeister Thomas Schäfer und an den Geschäftsführer der IBS Ingenieurgesellschaft, Wolfgang Schuler.
Drei Männer reden miteinander
Energiewende in Hemmingen: schrittweise und mit vereinten Kräften
Die Heizzentrale im Hemminger Gewerbegebiet
Die Heizzentrale im Hemminger Gewerbegebiet
Neben einem Pelletkessel kommt in der Heizzentrale auch eine Holzhackschnitzelanlage zum Einsatz.
Neben einem Pelletkessel kommt in der Heizzentrale auch eine Holzhackschnitzelanlage zum Einsatz.

Schritt für Schritt zu nachhaltigen Wärmenetzen 

Ein kommunales Nahwärmenetz wächst im Optimalfall stetig weiter. Immer mehr Bewohner entscheiden sich dafür, sich an das Netz anzuschließen und gleichzeitig werden auch immer mehr regenerative Wärmequellen zur Versorgung bereitgestellt. Schritt für Schritt kann eine Gemeinde auf diesem Weg unabhängig von fossilen Brennstoffen werden. Schritt für Schritt – so schreibt sich auch die Geschichte des Nahwärmenetzes in Hemmingen.  
Sie begann 2006 am Haldenhof, einem idyllischen Bauernhof in Hemmingen. Hier wurde eine Biogasanlage errichtet, die zunächst v. a. kommunale Gebäude wie das örtliche Schul- und Sportzentrum, die Kindertagesstätte sowie das Rathaus und das Bürgerhaus in Schwieberdingen mit Wärme versorgte. 
Weiter ging es 2009 mit der Heizzentrale im Hemminger Gewerbegebiet. Ein Holzschnitzelkessel ergänzt seither das Wärmenetz und beliefert das Gewerbegebiet sowie 430 Wohnungen mit regenerativer Energie. Der Brennstoff, die Holzschnitzel, stammen aus dem Umkreis. 2011 wurde die Heizzentrale um einen Pelletkessel erweitert, 2013 dann schließlich um ein Biomethan-Blockheizkraftwerk. Für Notfälle oder bei einem erhöhten Energiebedarf gibt es noch einen Plan B: eine Erdgasheizzentrale im Schulzentrum Schwieberdingen.  

Heute hat die Gemeinde Hemmingen drei Wärmenetze mit einer Leitungslänge von ca. 9 km, womit 2.000 Wohnungen, Gewerbegebiete und nahezu alle kommunalen und kirchlichen Liegenschaften versorgt werden. 

Die Energiewende ist ein großes Ziel, das nur mit vereinten Kräften erreicht werden kann. Wie das in der Praxis auf kommunaler Ebene funktioniert, zeigt das Projekt der Gemeinde Hemmingen. Die Verwaltung, der Anlagenbetreiber, das Ingenieurbüro wie auch die Industrie und die Bürgerinnen und Bürger – alle ziehen gemeinsam an einem Strang. Die autonome Wärmeversorgung ist ein erster großer gemeinsamer Erfolg. Und es geht noch weiter: Auch die Stromerzeugung soll klimafreundlich werden. Bis 2030 möchte Hemmingen auch den Strombedarf aus erneuerbaren Energien decken. Eine Kommune voller Visionen. Ein Ort voller Energie. 

Artikel teilen: tweet teilen