Solarstrom für Selbstversorger

Wie kann man mehr Stadtbewohner für Solarstrom begeistern? Einen innovativen Weg gehen die Stadtwerke Stuttgart: Sie bieten Stuttgarter Bürgern an, eine Solarstromanlage zu kaufen oder zu pachten und den produzierten Sonnenstrom selbst zu nutzen.

Die Grundidee der Stadtwerke: brachliegendes Potenzial zu entdecken und zu nutzen – gemeint sind die vielen „freien“ Dächer in Stuttgart, die sich für eine Solarstromanlage eignen. Das Modell der Stadtwerke Stuttgart ist ein echtes Rundum-Sorglos-Paket für die Bürgerinnen und Bürger: Nach Vertragsabschluss bekommen diese eine schlüsselfertige Solarstromanlage. Die Stadtwerke sprechen v. a. Eigentümer von Ein- bis Zweifamilienhäusern in Stuttgart an, die in ihrem eigenen Haus wohnen.

Mehr Solaranlagen für die Energiewende

In Stuttgart haben längt nicht alle Gebäude, die hoher Sonneinstrahlung ausgesetzt sind, tatsächlich eine Photovoltaikanlage auf dem Dach. Eine fünfstellige Zahl von Ein- und Zweifamilienhäusern hat ein gutes oder sehr gutes Solarpotenzial, das bisher noch nicht genutzt wird. Doch wenn die Energiewende gelingen soll, dann müssen mehr Menschen für die Nutzung und Erzeugung von erneuerbaren Energien begeistert werden. Ein Lösungsweg ist die dezentrale Stromproduktion. Das heißt, erneuerbarer Strom wird dort erzeugt, wo er auch verbraucht wird. Ein Vorteil der dezentralen Erzeugung ist, dass kaum neue Stromleitungen benötigt werden. Außerdem geht kein Strom bei der Übertragung durch Hochspannungsleitungen und bei der Transformation auf andere Spannungsebenen verloren. Denn der dezentral erzeugte Strom wird meist nur in das Mittel- und Niederspannungsnetz eingespeist.

Handwerker bringt Solarpanel auf einem Dach an
Viele Dächer Stuttgarts bieten ausreichend Potenzial für eine Solarstromanlage.

Das Pachtmodell einfach erklärt

Mit dem Pachtmodell der Stadtwerke Stuttgart wird der Hausbesitzer rundum betreut. Denn die Stadtwerke übernehmen zusammen mit ihren technischen Partnern, u. a. der „BayWa renewable energy“ aus Tübingen, die komplette Abwicklung: angefangen von der Finanzierung über die Installation durch einen örtlichen Handwerker bis zu möglichen Reparaturen während der Laufzeit. Der große Vorteil liegt im individuellen Verbrauchsverhalten der Hausbesitzer: Je mehr selbst erzeugten Strom diese verbrauchen, desto weniger Strom müssen sie aus dem Netz beziehen – und umso höher ist ihr Ertrag. Der erzeugte Überschuss an Strom wird entweder gespeichert oder ins Netz eingespeist und vergütet (anhand der im Erneuerbaren-Energien-Gesetz für die Dauer von 20 Jahren festgelegten Förderung) (Quelle: Stadtwerke Stuttgart). Im Gegenzug zahlt der Pächter eine für die Laufzeit von 18 Jahren festgelegte Pacht an die Stadtwerke Stuttgart. Wer mag, kann auch selbst investieren und die Anlage direkt oder nach Ablauf der Pachtzeit erwerben. 

Welche Bürger erreicht man mit einem Pachtmodell?

Interessant ist das Pachtmodell v. a. für Hausbesitzerinnen und -besitzer, die den hohen Investitionsbetrag für eine Solarstromanlage nicht selbst zahlen wollen oder können. Aber auch für Bürgerinnen und Bürger, die sich nicht selbst um Angebotevergleich, Handwerker, Errichtung der Anlage kümmern wollen, ist ein Pachtmodell als Komplettangebot attraktiv.

Im Solaratlas Eignung des Dachs prüfen

Alle Stuttgarter, die wissen wollen, ob ihr Dach für eine Solarstromanlage geeignet ist, können online im Solaratlas der Stadtwerke Stuttgart nachsehen. Dort erhalten sie detaillierte Infos bspw. zur Sonneneinstrahlung oder der Dachneigung. Darüber hinaus können die Nutzer mithilfe eines Solarrechners auf dem Portal herausfinden, wie viel Energie sie mit Sonnenkollektoren auf ihrem Dach sparen können.

Potenzial der regenerativen Energien entdecken

Auch in anderen Städten und Gemeinden in Baden-Württemberg kann man prüfen, ob das eigene Dach für eine Photovoltaikanlage geeignet ist. Der Energieatlas Baden-Württemberg zeigt mit nur wenigen Klicks, ob sich eine Photovoltaikanlage anbietet. Und nicht nur das: Auch Potenziale, die mit Biomasse, Wasser und Wind gehoben werden können, sind hier verzeichnet. 

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