Interview mit dem Bürgermeister

Herr Roth, wie sind Sie als Bürgermeister des Ortes Tuningen auf die Idee gekommen, die Straßenbeleuchtung auf LED umzurüsten?

Jürgen Roth: Ich wollte ein innovatives Projekt für Tuningen. Zum einen mit dem Ziel, erhebliche Stromeinsparungen zu generieren; zum anderen mit einer neuen Technik, welche unseren Bewohnern die Flexibilität bietet, die sie sich wünschen. Mir ist zudem aufgefallen, dass oftmals schon sehr früh keine Menschen mehr auf der Straße unterwegs sind, die Leuchten jedoch noch lange „teuer“ in Betrieb sind. Das wollte ich so schnell wie möglich ändern.

Wie lange dauert so eine Umrüstung?

Roth: Die Projektvorbereitung begann 2013. Die Umsetzungsphase ist mit etwa vier Monaten optimal gelaufen.

Wie fühlt sich das Licht der LED-Beleuchtung an?

Roth: Die LED-Beleuchtung wird als heller wahrgenommen, aber sie wirkt auch kälter. Wir haben jedoch eine wärmere Lichtfarbe bestellt. 

Wie wird die Technologie von den Bürgern aufgenommen?

Roth: Ich bekomme nur positive Rückmeldungen. Jeder hat seine Beleuchtung, wenn er sie braucht. Einige stören sich noch an dem Hoch- und Runterfahren der Leuchtmittel. Ich denke aber, dass sich das mit der Zeit noch beruhigt.

Wie lange halten LED-Lampen im Durchschnitt, wie lange sind diese wartungsfrei?

Roth: Gesagt wurde uns etwa vier bis fünf Jahre. Ich warte das mal die Praxis ab. Durch die Absenkung der Leuchtstärke wird jedoch die Lebensdauer der LED an sich erheblich verlängert.

Was war Ihre Motivation? Spielte Klima- und Umweltschutz eine Rolle?

Roth: Für Tuningen wollte ich eine stromsparende Beleuchtung und intelligente Leuchten. Dadurch erreiche ich ein Optimum an Ersparnis. Energie wird benötigt, wenn jemand an einer Straße entlangläuft. Ist das nicht der Fall, leuchten die LED-Lampen nur mit 10 % Leuchtkraft bei ca. drei bis fünf Watt pro Stunde. Die eingesparten CO2-Werte sind ein toller Nebeneffekt!

Haben Sie Tipps für andere Kommunen, wie man ein solches Projekt angehen kann?

Roth: Ich denke durch eine konkrete Planung und Strategie kann man auch in Etappen das Gesamtziel erreichen. Mit einem guten Partner an der Seite ist das Projekt in der Akzeptanz in der Bevölkerung und im Haushalt ein Selbstläufer.

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