Ein neues Zuhause für die Energiewende

Die Energiewende macht alle zu Gewinnerinnen und Gewinnern – auch Familien im Eigenheim. Als Zimmerer und Vater Wolfgang Schafitel sich dazu entschied, ein Haus für seine Familie zu bauen, war ihm eines besonders wichtig: Nicht nur energiesparend sollte es sein, sondern auch bezahlbar. 

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet. Eine Übersicht aller geehrten Projekte finden Sie hier.

Minister Franz Untersteller übergibt Wolfgang Schafitel die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“.
Minister a. D. Franz Untersteller übergibt Wolfgang Schafitel die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“.

Die eigenen vier Wände? Bestens gedämmt! 

Ein Einfamilienhaus mit Einliegerwohnung von insgesamt rund 165 m² Wohnfläche – schon bei der Planung hatte Schafitel die Zukunft konsequent im Blick. Das gilt auch in Hinsicht auf die Bauweise und Energieversorgung. Das Haus ist im Holzrahmenbau errichtet und erzielt mit dem durchdachten Dämmkonzept KfW 40 Plus Standard: Das Dach und die Wände sind mit Holzfaser und Thermojute bzw. Hanf gedämmt. Die natürlichen Dämmstoffe erzielen für die Wand einen U-Wert von 0,11 W/ m²K und für das Dach einen U-Wert von 0,13 W/m²K. Der U-Wert dient als Maßeinheit, die den Wärmeverlust eines Bauteils angibt und unterscheidet sich je nach Beschaffenheit und Dicke des Bau- und Dämmstoffs. Die Referenzwerte für den KfW-Effizienzhaus 55-Standard liegen für Außenwände bei U = 0,20 W/(m²K) und für Dächer bei U = 0,14 W/(m²K). Je kleiner der U-Wert, desto besser ist die Dämmwirkung.
Die Decken der Räume sind aus Beton. Sie bieten einen guten Schallschutz und speichern Wärme besonders gut. 

Gebäude der Schafitels
Mit dem ganzheitlichen Dämmkonzept erzielt Familie Schafitel beste Dämmwerte und spart sich hohe Heizkosten.

Ein Heizkonzept zum Wohlfühlen 

Gut gedämmt ist halb geheizt! Wenn es an besonders kalten Tagen doch mal das Extra an Wärme sein darf, sorgt dafür eine wirkungsvolle Kombination unterschiedlicher Anlagen: Neben einer Fußbodenheizung im gesamten Haus befindet sich im Wohnzimmer der Familie ein Pellet- und Holzofen mit Wassertasche, der die noch notwendige Wärmeenergie für das Warmwasser und die Heizung zur Verfügung stellt. Diese wird im Keller durch einen Pufferspeicher mit einem Fassungsvermögen von 1.100 l, einem Pelletsaugsystem, einer Frischwasserzentrale und elektrischen Heizstäben ergänzt. Übrigens: Im Jahr 2019 hat die Familie lediglich 500 kg Pellets und 4,5 srm (Schüttraummeter) Brennholz verheizt, was Heizkosten von ca. 480 € pro Jahr verursacht.

moderner, zentraler Pufferspeicher
Ein moderner, zentraler Pufferspeicher versorgt die Familie effizient mit Wärme.

Vom Häusle bauen zum Strom erzeugen 

Das neue Statussymbol für viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer? Der eigene Strom! Der darf natürlich bei Familie Schafitel nicht fehlen. Eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 6,9 kWp (Kilowatt-Peak), kombiniert mit einem Stromspeicher von 9,2 KWh (Kilowattstunden), versorgen den Haushalt klimafreundlich mit Strom. In warmen Sommermonaten wird der überschüssig erzeugte Strom über eine Direktheizung mit Heizstab zur Warmwasserbereitung genutzt. Jährlich produziert die Photovoltaikanlage bis zu 7.400 KWh Strom, davon werden 1.880 KWh ins Netz eingespeist. 

Zwei Männer schauen sich einen Stromspeicher an
Wenn ein Plus an Strom aus Sonne erzeugt wird, wird dieser im Stromspeicher zur späteren Nutzung zwischengespeichert.

Und wie lässt sich noch mehr sparen? 

Das hat sich auch der Hausherr gefragt. Das durch und durch effiziente Versorgungskonzept wird durch eine Ladesteckdose für das Elektroauto und eine Regenwasserzisterne abgerundet. So spart die Familie jede Menge Ressourcen – und Kosten – und gewinnt noch mehr Unabhängigkeit. Mit einer aktiven Nachtlüftung durch die Lüftungsanlage und das Zusammenspiel der Fenster mit einer guten Verschattung bleibt auch im Sommer der Wohnraum angenehm kühl, ohne dass die Räume extra klimatisiert werden müssten. 

Unterm Strich: Jede Maßnahme rechnet sich! 

Der Neubau der Familie erfüllt mit dem harmonischen und durchdachten Zusammenspiel der energetischen Maßnahmen den KfW Effizienzhaus-Standard 40 Plus, unterbietet ihn sogar deutlich. Und auch für die Energiewende ist das Projekt ein echter Erfolg, denn bei Neubauten besteht die einmalige Chance, die Bauweise, Stromversorgung und Beheizung konsequent auf Erneuerbare Energien und einen optimalen energetischen Zustand auszurichten. Eine Chance, die Familie Schafitel erkannt und sinnvoll genutzt hat.  

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