Hier wohnt die Energiewende

Lohnt sich eine Energieberatung? Diese Frage stellt sich vielen Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern vor einer energetischen Sanierung. Familie Rase aus Königsfeld hat sich vor der Sanierung ihres Zweifamilienhauses für eine Beratung entschieden – und kann die eingangs gestellte Frage rückblickend mit einem klaren „Ja!“ beantworten. Denn durch das maßgeschneiderte und geförderte Sanierungskonzept konnte sie ihren Energiebedarf auf 1/10 senken. Wie sie das geschafft hat, erfahren Sie in diesem Portrait.  

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet. Eine Übersicht aller geehrten Projekte finden Sie hier.

Familie im Garten mit Ehrung

Private Haushalte: enormes Energiewendepotenzial 

Private Haushalte beanspruchen rund ¼ des gesamtdeutschen Energieverbrauchs. Dabei werden mehr als 2/3 des Endenergieverbrauchs zur Beheizung der Räume benötigt. Zahlen, die offen legen, dass der Verbrauchersektor ganz besonderes Potenzial birgt: Durch energetische Sanierung, die Nutzung erneuerbarer Energien und einen sparsamen Energieverbrauch kann jeder Privathaushalt einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende beitragen. Dass sich das nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel lohnt, zeigt das Beispiel von Familie Rase aus Königsfeld. Sie realisierten mit Unterstützung professioneller Energieberatung und Förderleistungen ein Energiekonzept, durch das der Energiebedarf bereits im ersten Jahr nach der Umsetzung drastisch gesenkt werden konnte – und mit ihm die Strom- und Heizkosten. 

Energieberatung – aller Anfang wird leicht 

Den Grundstein für mehr Energieeffizienz legte Familie Rase mit einer Energie- und einer Förderberatung, die 2017 durch den lokalen Stuckateurbetrieb Kaiser erfolgte. Hierbei wurde das Zweifamilienhaus vom Dach bis in den Keller durchgecheckt und alle Potenziale hinsichtlich energetischer Sanierung, Heizung und Energienutzung und -erzeugung ermittelt. Nach anschließender Kostenermittlung und der Genehmigung des Bauantrags wurde das Sanierungskonzept innerhalb eines Jahres realisiert. 

Mann erklärt etwas anhand von Plakaten
Gemeinsam mit einem örtlichen Stuckateurbetrieb entwickelte Herr Rase das Sanierungskonzept für das Zweifamilienhaus.

Schritt 1: Das Drumherum optimieren  

Ein erster großer Schritt der Sanierung war mit der Optimierung der „Hüllflächen“ des Gebäudes getan. Das bestehende Hausdach wurde mit Sparrendämmung und Mineralwolle gedämmt. Sie gelten als besonders natürliche und effektive Dämmstoffe, die durch ihre Beschaffenheit bereits von Natur aus einen hohen Dämmwert vorweisen. Auch die Fassade des Zweifamilienhauses erhielt ein mineralisches Dämmsystem und einen mineralischen Oberputz. Durch die Erneuerung von Fenstern und Türen konnte weiteren Wärmeverlusten vorgebeugt werden. Und auch die Bodenplatte im Erdgeschoss, hin zu den Kellerräumen, wurde gedämmt.

Garten mit Stehtischen und Gäste. Im Hintergrund ein Wohnhaus.
Vom Dach bis in den Keller: Die komplette Gebäudehülle des Hauses ist effizient gedämmt.

Schritt 2: Das Haus mit eigener Energie versorgen 

Auf das frisch gedämmte Hausdach wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 9,7 kWp (Kilowatt Peak) installiert. Kombiniert wurde diese aus Umweltschutzgründen mit einem kobaltfreien Lithium-Eisenphosphat-Batteriespeicher mit einer Leistung von 10 kWh (Kilowattstunden). 

Schritt 3: Effizienter und umweltfreundlicher heizen 

Das Wohnhaus wird durch eine Wärmepumpe und einen Pelletofen mit Wärme versorgt. Ein modularer, flexibel einsetzbarer Energiespeicher mit Wärmetauscher kann zur Wärmeversorgung der Fußbodenheizung sowie zur Lieferung von Warmwasser für Küche und Bad eingesetzt werden. Um die unterschiedlichen Technologien so effizient wie möglich zu nutzen, hat sich die Familie ein Steuerungssystem installieren lassen, mit dem Stromspeicher, Warmwasserspeicher, Wärmepumpe und Ofen intelligent vernetzt werden und miteinander kommunizieren können.   

Zwei Männer betrachten einen Energiespeicher mit Wärmetauscher
Herr Rase führt Minister Untersteller durch den Kellerraum, in dem der flexibel einsetzbare Energiespeicher mit Wärmetauscher installiert ist.

Schritt 4: Für die nötige Belüftung sorgen 

Die letzte, aber nicht minder wichtige Maßnahme ist die Lüftungsanlage. Bei energieeffizienten bzw. gedämmten Bauten ist ein durchdachtes Lüftungskonzept zwingend erforderlich, denn dieses sorgt für eine Grundlüftung des Gebäudes und verhindert so eine potenzielle Schimmelbildung. Die unsichtbar eingebaute Lüftung im Hause Rase erfolgt über eine kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung. Der Einbau der Wärmetauscher in die Dämmfassade trägt dabei zur Geräuschminimierung der Lüftungsanlage bei.

Energetische Sanierung: eine Investition, mit der man nur gewinnt 

Schon bei den Baukosten konnte Familie Rase durch eine Förderung aus dem KfW Programm 430 Effizienzhaus und durch einen Zuschuss der Gemeinde Königsfeld für die Solaranlage kräftig Geld sparen. Und künftig senkt ein deutlich reduzierter Energieverbrauch die Strom- und Heizkosten auf Dauer. „Die Sanierung dieses Wohnhauses ist für mich ein Paradebeispiel, wie gezielte Energieberatung, Förderung und Umsetzung Hand in Hand gehen können. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen – sowohl optisch als auch energetisch“, sagte Minister Untersteller bei der Übergabe der Auszeichnung „Hier wird die Energieende gelebt“ an Familie Rase. 

Minister Untersteller übergibt die Plakette „Hier wird die Energiewende gelebt“ an Herrn Rase.
Minister Untersteller übergibt die Plakette „Hier wird die Energiewende gelebt“ an Herrn Rase.

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