Energie, die vereint

Eine Strom- und Wärmeversorgung für 9 Kommunen aus 100 % erneuerbaren Energien. Ein ehrgeiziges und visionäres Gemeinschaftsprojekt, das gemeinsam mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall nicht nur erfolgreich, sondern sogar besonders schnell umgesetzt wurde: Statt erst wie geplant 2030 wird schon seit 2018 mindestens so viel regenerativer Strom erzeugt, wie er in den Kommunen verbraucht wird. Bis 2035 soll nun auch die Wärmeversorgung vollständig erneuerbar werden. Das Projekt steht beispielhaft dafür, was vereinte Kräfte und eine gemeinsame Vision in Sachen Energiewende bewirken können.

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet.

Minister Franz Untersteller und der Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall
Hier geht die Energiewende voran: Bis 2035 sollen 9 Kommunen zu 100 % mit erneuerbaren Energien versorgt werden.
Minister Franz Untersteller übergibt die Ehrung an Gebhard Gentner und Ronald Pfitzer, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall, sowie Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim
Minister Franz Untersteller übergibt die Ehrung an Gebhard Gentner und Ronald Pfitzer, Geschäftsführer der Stadtwerke Schwäbisch Hall, sowie Oberbürgermeister Hermann-Josef Pelgrim. (v.l.n.r.)
Die Geschäftsführer zeigen dem Oberbürgermeister und Minister Franz Untersteller die Stadtwerke
Ein schlüssiges Konzept für die Strom- und Wärmeversorgung. Geplant und umgesetzt von den Stadtwerken Schwäbisch Hall.

Der erste Erfolg: Die Entscheidung zur Zusammenarbeit

2010 entschlossen sich die Kommunen Braunsbach, Mainhardt, Michelbach, Michelfeld, Rosengarten, Untermünkheim, Wüstenrot, die Stadt Schwäbisch Hall sowie die Stadt Vellberg dazu, gemeinsam mit den Stadtwerken Schwäbisch Hall ihren Strom- und Wärmebedarf vollständig aus erneuerbaren Energien zu decken. Zur Umsetzung dieser ambitionierten Vision entwickelten die Stadtwerke Konzepte für eine nachhaltige Energieerzeugung und Wärmeversorgung. Die regenerative Eigenversorgung erfolgt durch Solaranlagen, Windkraft, Wasserkraft, Batteriespeicher und durch Kraft-Wärme-Kopplung. Die Rechnung geht auf, denn in dieser Kombination wird genau die Menge Energie erzeugt, die die Stadtwerke aus dem Netz Strom abgeben. 
Zur Wärmeversorgung der Kommunen wurde ein Fernwärmenetz aufgebaut, das bereits 2.200 Haushalte mit Wärme versorgt. Das zentrale Netz wird um mehrere kleine Wärmenetze in den jeweiligen Orten und Gemeinden ergänzt und verstärkt. Insgesamt werden über 60 Blockheizkraftwerke (BHKWs) betrieben, deren erzeugte Wärme in diese Netze eingespeist wird. Betrieben werden die BHKWs zu etwa 40 % mit Biogas und Biomethan.

Die Speichertürme des Blockheizkraftwerks
Herausragend: die Speichertürme des Blockheizkraftwerks
In den Hallen des BHKWs werden zur Einweihung Bilder der intensiven Bauphase gezeigt.
In den Hallen des BHKWs werden zur Einweihung Bilder der intensiven Bauphase gezeigt.

Ein Engagement mit Zuspruch 

Das Projekt erfuhr seit Beginn Unterstützung und Wertschätzung. So wurde es 2009 vom Land Baden-Württemberg im Rahmen des Bioenergiewettbewerbs mit 250.000 € gefördert. 2012 wurde die Stadt Schwäbisch Hall für ihr Engagement zur Energie-Kommune des Jahres gekürt. Dabei hat sich die Stadt gegen deutschlandweit 60 Kommunen durchgesetzt. Bei den Feierlichkeiten zur Einweihung eines neuen BHKWs überreichte Umweltminister Franz Untersteller stellvertretend für das Projekt „100 % Erneuerbare Energie“ den Geschäftsführern der Stadtwerke, Herrn Gentner und Herrn Pfitzer sowie Oberbürgermeister Pelgrim die Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“. Das Gemeinschaftsprojekt zeigt nicht nur, dass die Umstellung auf 100 % regenerative Energien machbar ist, sondern auch in verhältnismäßig kurzer Zeit vonstatten gehen kann – wenn alle am selben Strang ziehen. 

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