Firma Renger: Ein Betrieb übernimmt Verantwortung

Produzierende Betriebe sind der Anker von Wirtschaft und Wohlstand in Baden-Württemberg. Auch im Rahmen der Energiewende übernehmen sie eine tragende Rolle, denn bei Produktionsprozessen werden teilweise große Mengen Kohlenstoffdioxid-Emissionen ausgestoßen. Durch Energieeffizienz, gezieltes Energiemanagement und den Einsatz erneuerbarer Energien lassen sich diese erheblich reduzieren. Wie der Mittelständler Renger Kunststoffspritzteile aus dem Landkreis Sigmaringen erfolgreich zum Gelingen der Energiewende beiträgt und warum dieser selbst durch das Engagement nur dazugewinnt, erfahren Sie in diesem Projektportrait. 

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet. Eine Übersicht aller geehrten Projekte finden Sie hier.

Umweltschutz aus Überzeugung 

Umweltschutz und Ressourcenschonung sind bei Firma Renger Kunststoffspritzteile GmbH & Co. KG fester Bestandteil der Unternehmenspolitik. Das 1974 in Engelswies gegründete Unternehmen stellt technische Kunststoffspritzteile für unterschiedlichste Anwendungsbereiche und Branchen her. Die Produktion dieser Güter fordert einen hohen Ressourcen- und Energieeinsatz. Dem Gründer und Vorstand, Johannes Renger, ist daher viel an umweltbewusstem unternehmerischen Handeln gelegen. So setzt er alles daran, die beiden Unternehmensstandorte in Engelswies und Meßkirch so klimafreundlich wie möglich zu gestalten. Mit seinem Energiekonzept hat Renger in dieser Hinsicht große Erfolge zu verzeichnen. Die Firma ist nicht nur für ihr vorbildliches Energie- und Umweltmanagementsystem zertifiziert, sondern nun auch mit der Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ als vorbildliches Energiewendeprojekt ausgezeichnet. 

Minister Franz Untersteller (vorne rechts) übergibt die Auszeichnung „Hier wird die Energiewende gelebt“ an Johannes Renger (vorne links)
Ausgezeichnetes Engagement: Minister Franz Untersteller (vorne rechts) übergibt die Auszeichnung „Hier wird die Energiewende gelebt“ an Johannes Renger (vorne links)

Das Konzept: weniger Energie, mehr Effizienz 

Das Energiekonzept kombiniert den Einsatz erneuerbarer Energien, energieeffiziente Maßnahmen und konsequentes Energiemanagement. Dass hier die Energiewende gelebt wird, sieht man bereits bei Betrachtung der Fertigungshallen am Standort in Inzigkofen-Engelswies: Hier sind Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 382 kWp (Kilowatt Peak) und einer Netzeinspeisung von 130.842 kWh (Kilowattstunde) installiert, davon werden für den Eigenbedarf 278.620 kWh Strom genutzt. In Meßkirch ist noch für das Jahr 2020 eine Photovoltaikanlage mit 171 kWp geplant.

Johannes Renger hält Rede
Ein Unternehmer mit Vision: Johannes Renger strebt an, zukünftig mindestens 85 % des Eigenenergiebedarfs mit Solarenergie zu decken

Eine weitere sichtbare Maßnahme führt zu beachtlichen Erfolgszahlen: In Engelswies werden durch den Einsatz von LED-Beleuchtung in den Büroräumen und in der neuen Halle knapp 49 t CO₂ pro Jahr eingespart. In Meßkirch ist der ganze Standort mit den effizienten Leuchtmitteln ausgerüstet, dadurch werden ca. 35 t CO₂ pro Jahr eingespart. Zum Vergleich: Ein einfacher Flug von Stuttgart nach New York erzeugt ca. 1 t klimaschädliches CO₂. 

Produktionshalle
Ein leuchtendes Beispiel: An beiden Standorten werden LED-Leuchtmittel genutzt – ein großer Schritt in Richtung Energieeffizienz

Doch der Betrieb geht noch einen entscheidenden Schritt weiter: Drei Wärmepumpen mit insgesamt 105 kW Gesamtleistung stellen in Engelswies die Kühlung der Spritzgussmaschinen und die Beheizung der Fertigungs- und Büroräume sicher. Ein Wärmespeicher, der 3.000.000 l Regenwasser fasst, sorgt für die erforderliche Kühlenergie. Bei der Produktion der Kunststoffteile in Meßkirch wird Brunnenwasser in einem Kreislauf zur Kühlung der Systeme eingesetzt, dadurch werden rund 120.000 kWh Energie pro Jahr eingespart. 

Zur Beheizung der Gebäude wird Abwärme, die beim Fertigungsprozess durch den Betrieb der Maschinen entsteht, genutzt. In diesem maßgeschneiderten Versorgungskonzept werden die Potenziale des laufenden Betriebs und die der unmittelbaren Umgebung voll ausgeschöpft. 

Drei Wärmepumpen
Drei Wärmepumpen sorgen für die Kühlung der Spritzgussmaschinen und die Beheizung der Fertigungs- und Büroräume
Wärmetauscher
Acht Wärmetauscher ermöglichen, dass die Abwärme der Produktion zur Beheizung genutzt werden kann

Wo viel Energie im Umlauf ist, sind smarte Energiemanagementsysteme gefragt. So werden auch bei Renger alle Energieströme und Verbrauchswerte der Maschinen genauestens erfasst und visualisiert. Dadurch kann der Prozess jederzeit optimiert, der Verbrauch weiter gesenkt und Stromkosten gespart werden. Das Unternehmen ist nach ISO 50001 (Energiemanagementsystem) und ISO 14001 (Umweltmanagementsystem) zertifiziert.

Bildschirm mit Einsicht in das Energiemanagementsystem
Immer fest im Blick: Energiemanagementsysteme helfen dabei, alle Energieströme sichtbar zu machen und bei Bedarf zu optimieren

Energiewende: Ohne den Mittelstand geht’s nicht!  

Renger ist ein mittelständisches Unternehmen, das Großes für die Energiewende leistet. Es erfüllt nicht nur die Mindestanforderungen für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung; Gründer Johannes Renger prüft aus Überzeugung immer wieder aufs Neue, wie Prozesse und Bedingungen noch energieeffizienter und somit umweltfreundlicher gestaltet werden können. Ein Gewinn für die Energiewende, aber auch für die Firma selbst. Denn alle Maßnahmen sparen nicht nur Strom, sondern auch Kosten, die bspw. in die Weiterentwicklung des Betriebs investiert werden können. Der Ehrgeiz und das Engagement Rengers sind Quelle der Inspiration für viele weitere, auch kleinere produzierende Gewerbe, die in ganz Baden-Württemberg verteilt sind – schließlich lebt die Energiewende von der vielfältigen Beteiligung im ganzen Land.  

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