Kieswerk Ossola – Partner werden zu Pionieren

Wo Unternehmer zu Partnern werden und ihre Kräfte bündeln, entstehen Pionierprojekte der besonderen Art. Die Idee für die größte schwimmende Solaranlage Deutschlands entwickelten der Kieswerkbetreiber Armin Ossola und der Geschäftsführer der Erdgas Südwest Ralf Biehl beim gemeinsamen Sport. 

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet.

Kieswerk Ossola – bereit für eine nachhaltige Zukunft 

In Japan und Großbritannien gibt es sie schon: schwimmende Solarmodule, die umweltfreundlichen Strom aus der Energie der Sonne erzeugen. Eine Technologie, die für das Kieswerk Ossola wie maßgeschneidert passt. Denn direkt neben dem Kieswerk befindet sich ein Baggersee, auf dessen Oberfläche heute 2.034 Solarmodule schwimmen. In vielerlei Hinsicht eine smarte Idee – denn die Nutzung von künstlichen Wasseranlagen als Fläche für Solarmodule bringt trotz höherer Installationskosten einige Vorteile mit sich: Durch die reflektierende Wasseroberfläche und die natürliche Kühlung der Module durch das Wasser wird der Wirkungsgrad der Anlagen gesteigert. So kann im Vergleich mit rund 10 % höheren Erträgen gerechnet werden. Der Schattenwurf der Anlage reduziert zudem das Algenwachstum im Wasser und hat dadurch einen positiven Effekt auf die Biologie des Sees.  

Vorbereitung ist die halbe Miete

Um die schwimmende Solaranlage zu realisieren, wurden zunächst die Voraussetzungen des Sees eingehend geprüft, u. a. ob Natur und Fischbestand durch die Solaranlage beeinträchtigt werden. Nachdem die Prüfung rundum positiv ausfiel, wurde die schwimmende Photovoltaikanlage am Kieswerk Ossola gemeinsam mit dem Partner Erdgas Südwest innerhalb von drei Monaten verwirklicht.  

Die schwimmende Solaranlage ist für Wartungsarbeiten begehbar
Die schwimmende Solaranlage ist für Wartungsarbeiten begehbar

Ein Ertrag, der sich sehen lassen kann 

Die schwimmende Photovoltaikanlage liefert 800.000 Kilowattstunden (kWh) Strom im Jahr. Mit rund zwei Drittel dieser regenerativen Energie werden die schweren Geräte und Maschinen direkt vor Ort für den Kies- und Sandabbau betrieben. Der überschüssige Strom, der hierbei nicht verbraucht wird, wird in das öffentliche Stromnetz eingespeist und vom Projektpartner Erdgas Südwest vermarktet. 
Auch die Ersparnis der CO₂-Emissionen ist erheblich, sie liegt bei 560.000 kg pro Jahr. Zum Vergleich: Ein einfacher Flug von Stuttgart nach Mallorca verursacht einen CO₂-Ausstoß von rund 560 kg (Quelle: iste e.V.). 

Das Kieswerk am Baggersee
Das Kieswerk am Baggersee wird direkt mit der erzeugten Energie versorgt

Ein neues Flächenpotenzial für die regionale Energiewende

Schwimmende Photovoltaikanlagen stellen sowohl technisch als auch wirtschaftlich eine reizvolle Alternative für Orte dar, in denen die Flächen für erneuerbare Energien knapp sind. „Im Gegensatz zu Freiflächenanlagen konkurrieren die Anlagen auf dem Baggersee mit keiner anderen Nutzung“, erklärt Ralf Biehl. In Baden-Württemberg gibt es allein 150 Baggerseen, die sich aktuell im aktiven Abbau befinden und für weitere Anlagen genutzt werden könnten.  

Armin Ossola und Ralf Biehl zeigen mit ihrem Projekt, dass Unternehmen, die sich trauen in mutige Ideen zu investieren und sie zu verwirklichen, die regionale Energiewende entscheidend vorantreiben. Die schwimmende Solaranlage gehört zu den leistungsstärksten in ganz Deutschland und wurde mit der Ehrung „Hier wird die Energiewende gelebt“ ausgezeichnet. 

Einweihung der Anlage gemeinsam mit den Umweltmentoren der Grimmelshausenschule Renchen
Einweihung der Anlage gemeinsam mit den Umweltmentoren der Grimmelshausenschule Renchen
Ein guter Anlass für einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Renchen
Ein guter Anlass für einen Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Renchen
Armin Ossola vor der schwimmenden PV-Anlage
Armin Ossola und Erdgas Südwest realisieren schwimmende Solaranlage
Minister Untersteller am Mikrofon
Minister Untersteller lobte die Vorbildfunktion des Projekts für Baden-Württemberg
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