Moderne Arbeitswelt mit effizienter Energienutzung

Energieeffizienz ist für eine Vielzahl führender Unternehmen längst gängige Praxis. Das gilt oft bereits bei Planung und Bau neuer Gebäude. Bestes Beispiel: das AutomationCenter der Festo AG in Esslingen. Es entstand nach einem ganzheitlichen, ökologischen Konzept. Hinter und an der Glasfassade des weithin sichtbaren Büroturms sind ausgetüftelte Technologieinnovationen im Einsatz.

Glasfassade des Festo Automation Centers
Das Automation Center // Copyright: Festo AG & Co KG

Wer sich im Flugzeug von Osten dem Stuttgarter Flughafen nähert und gen Norden schaut, der staunt sicherlich über den eleganten bläulichen Glasturm, der sich gut sichtbar auf dem Esslinger Zollberg erhebt. Das 16-stöckige Gebäude fällt vor allem aus der Luft durch seine besondere Architektur auf. Wie eine Kompassnadel ist der Rhombus nach Norden auf die Firmenzentrale der Festo AG ausgerichtet.

Hochmoderne Arbeitswelt nach ökologischen Vorgaben

Im Oktober 2015 hat das Unternehmen sein neues AutomationCenter feierlich eröffnet. In den Neubau hat Festo rund 27 Mio.  € investiert. Grundlage war ein städtebauliches Gutachten, das bereits 2006 grünes Licht für eine ökologische Bebauung des Planungsgebiets gab. Auf 16 Stockwerken sind hochmoderne Arbeitswelten entstanden, die in Zukunft innovative Produkte des international führenden Konzerns für Automatisierungstechnik beflügeln sollen. Für die etwa 360 der weltweit insgesamt rund 20.100 Mitarbeiter ergeben sich auch in den vier gläsernen Aufzügen, die an den beiden Spitzen des Vierecks angebracht sind, beste Perspektiven.

Gutes Arbeitsklima – im wahrsten Sinne des Wortes 

Transparenz dominiert die Fassade des 67 m hohen Büroturms. Rund 8.600 m² Glasfläche, bestehend aus insgesamt 900 Elementen, wurden hergestellt, angeliefert und angebracht. Das Besondere an der Außenhülle des Baus: Es gibt keinen außenliegenden Sonnenschutz, lediglich einen inneren, individuell gesteuerten Blendschutz. Trotzdem sind die Klima- und Lichtbedingungen im Inneren des Gebäudes genau abgestimmt. Denn die Außenhülle ist als sogenannte Abluftfassade konstruiert: Die Luft, die sich zwischen Blendschutz, den Aluminiumbauteilen der Elementfassade und der Verglasung sammelt, kann bei direkter Sonnenbestrahlung abgesaugt werden. So kann die erwärmte Luft die Büroräume gar nicht erst erreichen, entsprechend geringer ist die Notwendigkeit zu kühlen. Selbst bei Außentemperaturen von 40 °C erwärmt sich der Innenbereich auf maximal 26 °C.

Frischluft gelangt über den Boden durch eine Lüftungsanlage in das Gebäude. Ein zusätzliches Raster manuell zu öffnender, schmaler Fenster ohne Blendschutz erfüllt den Wunsch der Mitarbeiter nach einem guten Ausblick aus dem Gebäude sowie nach einer natürlichen Belüftungsmöglichkeit. Diese Fenster sind mit einer speziellen Verglasung ausgestattet, welche durch schwache Spannungsimpulse die Licht- und Wärmedurchlässigkeit des Glases steuert. Bei starker Sonneneinstrahlung färbt sich das Spezialglas ein und reduziert so den Lichteinfall.

Heizen mit Geothermie

Eine ganze Reihe innovativer Technologien sind darüber hinaus im Einsatz. Bemerkenswert ist vor allem das Heiz- bzw. Kühlsystem. Zwar sorgt die passive Gebäudehülle über weite Strecken für die richtige Temperierung. Aber wenn doch einmal Heizenergie nötig ist, wird Erdwärme als natürliche Energiequelle genutzt. Zusätzlich zur Geothermie wurde unter anderem ein unterirdisches Eisbecken angelegt, das über 1,3 Mio. l Wasser fasst. Im Winter wird ihm Wärme entzogen, sodass sich Eis bildet. Dieses wiederum dient im Sommer zur zusätzlichen Kühlung der 12.000 m² Fläche im Büroturm.

Die Gebäudeautomation umfasst neben Heizung, Lüftung, Beschattung und Klima auch alle anderen Bereiche der technischen Infrastruktur, etwa Elektroanlagen, Beleuchtung, Zutrittskontrolle, Sicherheit und Energiemanagement. Die Steuerung erfolgt automatisch. Das gilt auch für einen eigens entwickelten Putzroboter, der für die kontinuierliche Reinigung der Glasfassade sorgt und beachtliche 400 m²/h schafft. Dank spezieller Vakuumfüße „läuft“ er auf der senkrechten Fassade – und sorgt dafür, dass das AutomationCenter von Festo als glänzendes Beispiel für ein gelungenes Gebäude- und Energiekonzept immer im besten Licht erscheint.

Im Oktober 2017 wurde das AutomationCenter von der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen mit einem Platin-Zertifikat ausgezeichnet. Diese höchste Auszeichnung haben bisher deutschlandweit nur rund 60 neu gebaute Büro- und Verwaltungsgebäude erhalten (Quelle: Festo AG & Co. KG).

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