Ökonomie und Ökologie - Hand in Hand

Als Klaus Bach das Autohaus seines Vaters Erich übernahm, wurde seine Einstellung zu einem wichtigen Aspekt seines unternehmerischen Selbstverständnisses: Der Neubau des Autohauses in Singen sollte nahezu emissionsfrei und energieeffizient werden. Bachs großes Vorbild: Das Produktionswerk seines Vertragspartners Toyota im französischen La Rochelle. Eines der umweltfreundlichsten der Welt. Gemeinsam mit Architekt Rainer Wezstein wurde die Vision eines modernen Stahlbaus in Ellipsenform in die Tat umgesetzt. 
2014 wurde das Gebäude eingeweiht. 2019 wurde es mit der Auszeichnung „Hier wird die Energiewende gelebt“ geehrt. 

Dieses Projekt wurde vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg für seinen besonderen Beitrag zur Energiewende ausgezeichnet.

Energie erzeugen im eigenen Gebäude

Das Energiekonzept des Gebäudes beruht einerseits auf Energieeffizienz und konsequenter Ressourcenschonung. Andererseits basiert es aber auch auf der unabhängigen Erzeugung erneuerbarer Energie zur Stromversorgung, Beheizung und Kühlung des Betriebs. 
Das energetische Herzstück ist ein Blockheizkraftwerk (BHKW). Es ist kaum größer als eine Waschmaschine, dafür aber voller Power: Es produziert rund 30.000 kWh (Kilowattstunden) Strom und 80.000 kWh Wärme im Jahr. Die Investitionskosten von 32.000 € waren nach 4,7 Jahren durch die Energiekosteneinsparungen wieder ausgeglichen. Im Sommer wird die im BHKW gewonnene Wärme mit Hilfe einer Absorptionsmaschine in Kälte umgewandelt. Diese wird zur Kühlung der Räume genutzt, indem kaltes Wasser in eine Zwischendecke und in das System der Fußbodenheizung eingespeist wird.   

Ein weiterer Energielieferant ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach, die jährlich 33.000 kWh Strom liefert. Je nach Lastgang bleibt von dem selbsterzeugten Strom aus Blockheizkraftwerk und Photovoltaikanlage sogar etwas übrig. Dieser Strom wird dann in einen Batteriespeicher eingespeist und kann bei Bedarf abgerufen werden.
 

Gasheizung und das kleine Blockheizkraftwerk
Die Gasheizung (rot, links im Bild) kommt nur in Notfällen – bisher noch nie – zum Einsatz. Das kleine Blockheizkraftwerk (grün, rechts im Bild) versorgt den Betrieb mit Strom und Wärme.

Ressourcenschonung – vom Dach bis in den Keller    

Um Ressourcen zu schonen, wurden Architekt und Unternehmer gemeinsam kreativ. Die Potenziale von natürlichen und architektonischen Eigenschaften wurden voll ausgeschöpft. So bietet z. B. die Bepflanzung auf dem Dach Lebensraum für Insekten, sie speichert Regenwasser und sorgt zudem für ein ausgewogenes Mikroklima.  
Das über eine Zisterne aufgefangene Regenwasser wird z. B. bei der Autowäsche eingesetzt und danach wieder aufbereitet. Weitere Maßnahmen im Inneren des Gebäudes unterstützen das Effizienzbestreben: Dank einer LED-Beleuchtung spart Klaus Bach rund 6.000 kWh (Kilowattstunden) Energie pro Jahr ein. Server und EDV-Anlage sind bewusst am kühlsten Ort des Autohauses, im Keller, positioniert. Ihre Abwärme heizt an kalten Tagen das Treppenhaus.    

Reger Austausch zu Energieeffizienzmaßnahmen in Gewerbebetrieben beim Rundgang.
Reger Austausch zu Energieeffizienzmaßnahmen in Gewerbebetrieben beim Rundgang.
Drei Männer schauen sich im Keller die Gebäudetechnik an
Im Keller wurde die Gebäudetechnik begutachtet.
Minister Untersteller im Gespräch mit Stadtrat Eberhard Röhm und Klaus Bach
Minister Untersteller im Gespräch mit Stadtrat Eberhard Röhm und Klaus Bach (v. l. n. r.).

Eine überwältigende Bilanz 

Das Konzept aus erneuerbaren Energien und Ressourcenschonung geht auf: Rund 27,5 t CO₂ spart sein Gebäude jährlich insgesamt ein. So viel Kohlenstoffdioxid wie knapp 3 ha Wald in einem Jahr kompensieren können. Die größten Einsparungen an CO₂ erzielen dabei die Photovoltaikanlage mit 16 t und das Blockheizkraftwerk mit 8,5 t. Weitere 3 t CO₂ spart der Unternehmer durch die Kühlanlage des Gebäudes ein. Die Erzeugung kann sich ebenfalls sehen lassen: Das Blockheizkraftwerk deckt zwei Drittel des Wärmebedarfs und die Hälfte des Strombedarfs im Unternehmen ab. Häufig wird durch das Blockheizkraftwerk und die Photovoltaikanlage sogar mehr Energie erzeugt, als vom Unternehmen benötigt wird. 

Eine Zukunft voller Potenziale 

Klaus Bach hat seinen Traum von einem klimaschonenden Autohaus verwirklicht. Doch noch ist er nicht am Ziel. Großes Potenzial sieht er insbesondere in Sachen Energieeffizienz. Erst 2018 wurden die Arbeitsabläufe des Autohauses sowie der Batteriespeicher durch einen KEFF-Check der Kompetenzstelle für Energieeffizienz Hochrhein-Bodensee (KEFF) weiter optimiert. Und auch im Tagesgeschäft möchte Bach Gutes für eine klimafreundliche Zukunft tun. So hat er sich fest vorgenommen, für jedes verkaufte Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug einen Baum zu pflanzen. Ein Unternehmer, der auch in Zukunft nur gewinnen kann. 

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